Pembrolizumab (Keytruda)

Pembrolizumab (Handelsname Keytruda früher Lambrolizumab; auch als MK-3475 bekannt) ist ein Medikament vermarktet von Merck, das auf den programmierten Zelltod 1 (PD-1)-Rezeptor abzielt. Das Medikament wird bei der Behandlung von metastatischem Melanom eingesetzt.


FDA genehmigt Keytruda bei Melanom

Die FDA genehmigt Keytruda (Wirkstoff Pembrolizumab) für die Behandlung von fortgeschrittenen Melanomen.

Die US Food and Drug Administration hat heute die beschleunigte Zulassung von Pembrolizumab zur Behandlung von Patienten mit fortgeschrittenem oder inoperablem Melanom erteilt, die nicht mehr auf andere Medikamente reagieren.

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Die Wirksamkeit von Keytruda wurde in einer klinischen Studie mit 173 Teilnehmer mit fortgeschrittenem Melanom, deren Krankheit nach einer vorherigen Behandlung fortschritt, etabliert. Alle Teilnehmer wurden mit Keytruda behandelt, entweder mit der empfohlenen Dosis von 2 mg pro Kilogramm (mg / kg) oder mit einer höheren Dosis von 10 mg / kg. Bei der Hälfte der Teilnehmer, die Keytruda mit der empfohlenen Dosis von 2 mg / kg erhielten, schrumpften bei 24 Prozent die Tumore. Dieser Effekt hielt mindestens 1,4 bis 8,5 Monate an und dauerte über diesen Zeitraum hinaus bei den meisten Patienten an. Bei einem ähnlichen Prozentsatz der Patienten schrumpften die Tumore bei der 10 mg / kg Dosis.

Nebenwirkungen

Die Sicherheit von Pembrolizumab wurde in einer Studienpopulation von 411 Teilnehmern mit fortgeschrittenem Melanom etabliert. Die häufigsten Nebenwirkungen von Keytruda waren:

  • Müdigkeit,
  • Husten,
  • Übelkeit,
  • juckende Haut (Pruritus),
  • Hautausschlag,
  • Appetitlosigkeit,
  • Verstopfung,
  • Gelenkschmerzen (Arthralgie) und
  • Durchfall.

Keytruda beinhaltet das Risiko für schwere Autoimmunnebenwirkungen. Bei den 411 Teilnehmern mit fortgeschrittenem Melanom traten schwere immungebundene Nebenwirkungen an gesunden Organen, einschließlich der Lunge, Dickdarm-, Hormon-produzierenden Drüsen und Leber in seltenen Fällen auf.
© arznei-news.de – Quelle: FDA, September 2014


EMA-Zulassungsempfehlung bei malignem Melanom

23.05.2015 Der Ausschuss für Humanarzneimittel der Europäischen Zulassungsbehörde (CHMP) empfiehlt die Zulassung von Keytruda 50 mg Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung (aktive Substanz ist Pembrolizumab) der Firma Merck Sharp & Dohme Limited zur Behandlung von fortgeschrittenem, nicht-resezierbarem oder bereits metastasiertem malignem Melanom bei Erwachsenen.
© arznei-news.de – Quelle: EMA, Mai 2015

EU-Zulassung bei malignem Melanom

Die Europäische Kommission hat KEYTRUDA mit der aktiven Substanz Pembrolizumab für die Behandlung von fortgeschrittenem (inoperablem oder metastasierendem) Melanom bei Erwachsenen zugelassen.

Die Zulassung durch die Europäische Kommission basiert auf Daten aus drei klinischen Studien mit mehr als 1.500 First-Line und zuvor behandelten Patienten mit fortgeschrittenem Melanom. Pembrolizumab als Monotherapie bot einen statistisch überlegenen Überlebensvorteil im Vergleich zu Ipilimumab, der aktuellen Standardbehandlung bei fortgeschrittenem Melanom.

Die heutige Zulassung ermöglicht die Vermarktung in allen 28 EU-Mitgliedstaaten in der zugelassenen Dosis von 2 mg / kg alle drei Wochen.
© arznei-news.de – Quelle: Merck & Co., Inc., Juli 2015

FDA-Zulassung zur Behandlung von fortgeschrittenem nicht-kleinzelligen Lungenkrebs

03.10.2015 Die US Food and Drug Administration hat die beschleunigte Zulassung für Keytruda (Pembrolizumab) bei Patienten mit fortgeschrittenem (metastasierendem) nicht-kleinzelligen Lungenkrebs (NSCLC) genehmigt, deren Krankheit nach anderen Behandlungen und mit Tumoren, die ein Protein namens PD-L1 exprimieren, fortschritten.

Keytruda ist bereits für die Verwendung mit einer begleitenden Diagnostik genehmigt, dem PD-L1 IHC 22C3 pharmDx Test – der erste Test zur Entdeckung von PD-L1-Expression bei nicht-kleinzelligen Lungentumoren.

Ein weiteres Medikament – Opdivo (Wirkstoff Nivolumab) von Bristol-Meyers Squibb – zielt ebenfalls auf den PD-1 / PD-L1-Pathway und wurde in diesem Jahr genehmigt, um Plattenepithel nicht-kleinzelligen Lungenkrebs (eine bestimmte Form von NSCLC) zu behandeln.

Sicherheit, Nebenwirkungen

Die Sicherheit von Pembrolizumab wurde bei 550 Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC untersucht.

Die häufigsten Nebenwirkungen von Pembrolizumab waren

  • Müdigkeit,
  • Appetitlosigkeit,
  • Atemnot oder
  • Beeinträchtigung der Atmung (Dyspnoe) und
  • Husten.

Das Medikament hat auch das Potenzial für schwere Nebenwirkungen, die aus der Wirkung auf das Immunsystem resultieren (als “immun-vermittelte Nebenwirkungen” bezeichnet). Weitere Nebenwirkungen.

Wirksamkeit bei NSCLC

Die Wirksamkeit von Keytruda bei dieser Erkrankung wurde in einer Untergruppe von 61 Patienten in einer größeren multizentrischen, offenen, mehrteiligen Studie demonstriert. Die Untergruppe bestand aus Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC, der bei einer Platin-basierten Chemotherapie fortschritt oder – wenn angemessen – bei zielgerichteter Therapie gegen bestimmte genetische Mutationen (ALK oder EGFR). Diese Untergruppe hatte auch PD-L1 positive Tumoren auf der Grundlage der Ergebnisse des 22C3 pharmDx Diagnosetest.

Die Studienteilnehmer erhielten 10 mg / Kg Pembrolizumab alle zwei oder drei Wochen. Der Hauptzielparameter war die Gesamtansprechrate (Anteil der Patienten, die vollständige und teilweise Schrumpfung des Tumors erlebten). Die Tumoren schrumpften bei 41 Prozent der mit Pembrolizumab behandelten Patienten und die Wirkung hielt zwischen 2,1 und 9,1 Monate an.

Bei den 550 Studienteilnehmern mit fortgeschrittenem NSCLC traten schwere immunvermittelte Nebenwirkungen auf, die Lunge, Dickdarm und hormonproduzierende Drüsen betrafen.

Andere seltene immunvermittelte Nebenwirkungen waren Hautausschlag und Entzündung der Blutgefäße (Vaskulitis).

Schwangere oder stillende Frauen sollten Keytruda nicht nehmen, weil es Schäden am sich entwickelnden Fötus oder neugeborenen Babys verursachen kann. In allen klinischen Studien trat auch eine Erkrankung auf, bei der das körpereigene Immunsystem Teile des peripheren Nervensystems angriff (Guillain-Barré-Syndrom).
© arznei-news.de – Quelle: FDA, Okt. 2015

Überlegenheit bei Gesamtüberlebenszeit im Vergleich zu Chemotherapie bei NSCLC

26.10.2015 Merck hat Ergebnisse aus der Keynote-010 Studie mit Keytruda bei fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC) veröffentlicht, die eine Überlegenheit des Wirkstoffs Pembrolizumab gegenüber Docetaxel zeigt.

Die Phase 2/3 KEYNOTE-010 Studie verglich zwei Dosen Keytruda (die von der FDA zugelassene 2 mg / kg Dosis und eine höhere Experimentaldosis von 10 mg / kg, wobei beide jeweils alle 3 Wochen gegeben wurden) mit Docetaxel, einem häufig eingesetzten Chemotherapeutikum.

Es wurden Patienten behandelt, die vorher bei einer systemischen Therapie gegen fortgeschrittenen NSCLC nicht ansprachen und deren Tumoren PD-L1 (programmierter Tod Ligand-1) Expression Tumor-Proportionswerte (TPS) von 1 Prozent oder mehr zeigten. Die Ergebnisse wurden bei Patienten mit stark PD-L1-positiven Tumoren erfasst und bei allen PD-L1-positiven Patienten.

Die Ergebnisse unterstützen das Potential Pembrolizumabs bei der Behandlung von NSCLC.

Gesamtüberleben

Die Analyse der Topline-Resultate ergab, dass die Behandlung mit Keytruda mit einem längeren Gesamtüberleben (OS) einherging – verglichen mit der Docetaxel-Behandlung. Dies galt für beide Dosen, die auch eine ähnliche Wirksamkeit zeigten.

Progressionsfreies Überleben

Die Behandlung mit Pembrolizumab in beiden Dosierungen zeigte sich auch hinsichtlich des progressionsfreien Überlebens (PFS) der Behandlung mit Docetaxel bei Patienten überlegen, deren Tumoren TPS-Werte gleich oder mehr als 50 Prozent erreichten. Hinsichtlich PFS war die Keytruda-Behandlung numerisch, jedoch nicht statistisch Docetaxel in allen PD-L1 positiven Gruppen in beiden Dosierungen überlegen.

Das Sicherheitsprofil des Medikaments in dieser Studie stimmte mit dem in vorherigen Studien bei Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC überein.
© arznei-news.de – Quelle: Merck & Co., Inc., Okt. 2015

FDA: Breakthrough-Status bei Darmkrebs

09.11.2015 Keytruda hat in den USA den Break-Through-Status für die Behandlung von metastasierendem Kolorektalkarzinom mit Nachweis einer hohen Mikrosatelliteninstabilität (MSI-H) erhalten.

Die Entscheidung basiert auf frühen klinischen Belegen, dass der PD-1-Inhibitor eine wesentliche Verbesserung gegenüber bestehenden Therapien bieten könnte und dem Medikament durch eine Beschleunigung der Entwicklungs- und Überprüfungswege für diese Indikation geholfen werden sollte.

Merck führt derzeit eine Phase-II-Zulassungsstudie (Keynote-164) durch, um die Wirksamkeit und Sicherheit des Wirkstoffes Pembrolizumab bei (MSI-H)-Patienten mit vorbehandeltem fortgeschrittenen Darmkrebs zu untersuchen, und plant auch eine Phase-III-Studie (Keynote-177) mit einer behandlungsnaiven Patientenpopulation.

Keytruda hat bereits in den USA Break-Through-Status für die Behandlung fortgeschrittener Melanome und nicht-kleinzelligem Lungenkrebs.
© arznei-news.de – Quelle: Merck & Co., Inc., Nov. 2015


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