Antidepressiva absetzen: Erfahrungen Seite 2

Erfahrungsberichte zu: Antidepressiva absetzen:

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S. R. sagte am 06.04.2022:
Ich nahm Citalopram, anfangs mit nur 10 mg, wegen plötzlich auftretender Angststörung mit Panikattacken und damit einhergehender extremer Unruhe und Schlafstörungen. Auslöser war eine körperliche Veränderung, die sich erst nachträglich als harmlos erwiesen hat (Gott sei Dank).

Zu Anfang hat dieses Medikament dann diverse unerwünschte Nebeneffekte ausgelöst, von denen ich nicht wusste, ob sie psychosomatischer Natur sind oder von dem Medikament verursacht. Darunter fielen:
– Kopfschmerzen (nur die ersten Tage, aber auch immer wieder zwischendurch)
– Des öfteren ein diffuses Krankheitsgefühl (wie beginnendes Fieber) gepaart mit Muskelkatergefühl
– Alpträume und Unruhe während der Nacht
– schmerzende, drückende Augen / auch sehr trockene Augen
– Extreme diffuse Müdigkeit (aber keine normale Müdigkeit. Eher ausgelöst durch ein extrem dumpfes Kopfgefühl und schmerzende Augen)
– Unausgeruhtheit am Morgen (selbst nach bis zu 10 Stunden Schlaf)
– Konzentrationslosigkeit
– Sehstörungen (ich konnte meine Brille nicht mehr tragen, da dadurch meine Augen nur noch mehr weh taten)
– Ohrgeräusche und höherfrequenterer Tinnitus als sonst
– Libidoverlust und Orgasmusstörung

All diese Symptome zogen sich mehr oder weniger durch meine komplette Einnahmezeit hinweg. Da ich irgendwann auch Angst davor entwickelt hatte, musste ich nach wenigen Monaten auf 20 mg hochdosieren. Erst viele Wochen danach ging es mir psychisch einigermaßen besser, aber die ganzen Nebeneffekte blieben. Es dauerte fast ein ganzes Jahr, bis ich mich wieder einigermaßen als stabil bezeichnen konnte und bis mein Körper sich an das Medikament gewöhnt hatte.

Jetzt habe ich vor 2 Wochen wieder runterdosiert auf 10 mg. Ich will diesen Sommer (wir haben jetzt April) endlich davon loskommen. Bis jetzt habe ich leichte bis moderate Absetzerscheinungen, wie:
– Kopfschmerzen
– Mattigkeit/Müdigkeit
– Schlaf fühlt sich etwas weniger erholsam an als sonst
– Leichte Stimmungsschwankungen

Im Job hat es mir dieses Medikament, ehrlich gesagt, sehr schwer gemacht. Zu ca. 60 Prozent meiner Einnahmezeit war ich nur wenig bis mittel belastbar. Auch beim Sport. Selbst gegen Ende hin hat es mir Antrieb, Motivation und Energie geraubt. Irgendwann merkt man, dass man eigentlich wieder will und mit Eifer etwas durchziehen möchte. Aber die tägliche Tablette ermattet einen so sehr, dass man nach 8 Stunden Arbeit einfach nur noch auf die Couch will. Dennoch hat es natürlich aber auch die Angstzustände unterdrückt und mich irgendwann wieder zur Ruhe kommen lassen. Für mich war Fluch und Segen zugleich.

Drückt mir die Daumen, dass ich bald davon weg bin.

Nico sagte am 07.04.2022:
Hallo,
Ich setze gerade mehr unfreiwillig escitalopram 20 mg. abrupt ab. Ich werde es wahrscheinlich ausschleichen müssen. Es ist kaum auszuhalten:
Schwindel, Brain-Zaps (Stromschläge beim Bewegen des kopfes), Herzrasen oder Klopfen, Unruhe und Nervosität, plötzliche Lach und Trauerattaken, Magenprobleme, Durchfall, zucken, Panik und Angst, Müde ohne schlafen zu können etc.
Leute, setzt das Antidepressiva NIEMALS abrupt ab. Es ist sehr schlimm. So stelle ich mir einen kalten herroinentzug vor. Ich nehme das Medikament seit 3 Jahren.

Kerstin sagte am 15.04.2022:
Ich setze gerade Amitriptylin ab nach eineinhalb Jahren, Tagesdosis 35 bis 40 Tropfen am Tag. Begonnen hat alles mit Panik-Attacken im Jahr 2011. Damals bekam ich Cipralex 10mg. Nach 8 Jahren Einnahme wollte ich endlich weg davon, da ich nur müde war, einen Infekt nach dem anderen hatte und der ganze Körper schmerzte nach erneuter Einnahme.
Ich schlich über Monate aus, ein absetzen von allen Medikamenten klappte damals nicht, aufgrund sehr schlimmer Panik-Attacken, Seh-Störungen und Schlafstörungen. Ich nahm dann Trimipramin in Tropfen ein. Auch mit 15 Tropfen konnte ich nicht schlafen und so kombinierte ich es damals mit einem pflanzlichen Produkt, hatte diese Kombination gut vertragen und konnte auch gut schlafen. Tagsüber hatte ich mich sehr gut gefühlt, dann geriet ich vor 2 Jahren in eine toxische/narzisstische Beziehung und meine Panik-Störung kam mit voller Wucht zurück. Ich entschied mich erneut zu einer Einnahme von Citalopram, aufgrund des nicht schlafen Könnens, kam abends Amitriptylin dazu. Nach einigen Wochen gab es sehr schlimme Wechselwirkungen und ich musste Citalopram abrupt absetzen.
Die Hölle – obwohl ich ja noch Amitriptylin einnahm. 3 Wochen ganz schlimm. Dann ging es langsam. Mit Amitriptylin konnte ich zwar sehr gut schlafen, aber die Lebensqualität sank auf Null. Ständiger Überhang des Medikaments, dieser löste neue Panik-Attacken aus, ich stand neben mir, konnte manchmal kaum denken , alles verlangsamt bis zum Nachmittag. Ich wurde kurzatmig, was wieder Attacken auslöste. War wackelig auf den Beinen, hatte einen sehr verspannten Nacken mit Schwindel usw. Zusätzlich vertrug ich keine anderen Medikamente mehr, angefangen bei einem Schmerzmittel, weitergehend über Nahrungsergänzungsmittel wie Vitamin C oder Magnesium. Egal was ich einnahm, es gab heftigste Panik Attacken mit einem Gefühl, als ob der gesamte Körper eingeschlafen sei. Zusätzlich löste die Einnahme bei mir eine dauerhafte Halsentzündung aus, sehr unangenehm, vor allem war sie nicht unter Kontrolle zu bekommen. Auch der HNO wusste keinen hilfreicheren Rat, um das zu lösen. Auch wieder, ein Infekt nach dem anderen bekommen, zusätzlich täglich Magenschmerzen und so entschloss ich mich zum erneuten Wechsel von Amitriptylin zurück auf Trimipramin.
Dachte, 2 bis 3 Wochen Urlaub würden für den Wechsel ausreichen, da hab ich falsch gedacht.
Sowas habe ich noch nie erlebt. Ich bin in Absprache mit meinem Arzt von den 40 Tropfen Amitriptylin auf Trimipramin umgestiegen, es sei eine niedrige Dosis, das wäre nicht so schlimm. Seit dem ersten Tag des Weg-Lassen’s habe ich starke Grippe-Symptome, so stark hatte ich es noch nie im Leben. Ich habe seit 3 Wochen keine Kraft im Körper und sehr starke Schmerzen im gesamten Körper. Schüttelfrost , Kopfschmerzen , Magenschmerzen, Verdauungs-Probleme, Durchfall , Übelkeit, Zittern , Gereiztheit, Erkältungs-Symptome im HNO Bereich und absolut kraftlos. Seit 4 Nächten klappt das schlafen nun auch nicht mehr, keine Ahnung was noch alles kommt und wie lange das alles noch dauert … ? Es nervt einfach nur noch. Ich habe gelesen , dass es nach 3 Wochen besser werden soll, aber bei mir sind nach 3 Wochen nun auch noch Schlafentzug dazugekommen. Trimipramin erhöhen hilft nicht , ich bekomme dann Herzrasen und Atemnot beim Einschlafen und erschrecke beim Einschlafen direkt wieder aus dem Schlaf und so bleibe ich wach. Nächste Woche wieder arbeiten ? So, nicht möglich. Wann hört das denn endlich auf ?
Ich hoffe bald…

PercuWo sagte am 05.05.2022:
Hallo zusammen, ich habe bereits vor ein paar Wochen über meine Probleme mit dem Absetzen von Duloxetin geschrieben. Nach 15 Monaten ohne Einnahme, habe ich stets zunehmende Symptome, auch wieder Panik Attacken.
Nun habe ich herausgefunden um was es sich handelt:
PAWS, Post acute withdrawal syndrom. Dies kann 1 – 2 Jahre dauern bis es verschwindet. Einzig benzodiazepin hilft um die grössten Spitzen zu brechen.

Ich versuche durchzuhalten…

Alles Liebe für euren Weg…

Yvonne sagte am 11.06.2022:
Hallo,
Ich habe nur eine Woche sertraliln genommen 5 Tage 25mg 2 Tage 50mg. Vom ersten Tag an ging es mir nicht gut. Bin nachts aufgewacht mit einen kribbeln im Körper, hatte Halluzinationen. Den nächsten Tag extreme Panikattacken mit Todesangst. Bin wieder zum Psychiater der meinte durchhalten es wird besser. Nach 5 Tagen keine Besserung, lag nur noch rum hatte zwangsgedanken, Schlaflosigkeit, Unwohlsein, Angst und einiges mehr. Wieder zum Arzt ich sollte erhöhen. Dann wurde es noch schlimmer. Ich dachte das war’s also am Tag 7 wieder hin zur Vertretung die Psychiaterin sagte sofort absetzen. Verschrieb mit zum schlafen mirtapazin. Habe es nicht genommen vor Angst. Wollte einfach nur mein Leben wie zuvor zurück. Ach so ich hatte das sertralin verschieben bekommen weil ich 4 Monate Schluckprobleme hatte und keine organische Ursache gefunden wurde. Jetzt sind es knapp 3 Wochen her wo ich abgesetzt habe. Mir geht es überhaupt nicht gut. Ständig Angst habe das Gefühl Depression zu haben. Immer dieses kribbeln im Körper. Schlimme Gedanken. Aggressive Gefühle. Kopfschmerzen. Kein Hunger. Immer einen komischen Geruch der mir Angst macht ( keine Ahnung warum). Gefühlschaos. Mal weinen mal einfach stumpf. Keine Emotionen mehr. Fühle keine Lebenslust mehr. Kein Lachen. Schlafen immer noch katerstrophe. Ständig so Augen Zucken und extrem Schwierigkeiten einzuschlafen. Wenn es dann mal klappt Schweißgebadet und bebend wache ich auch. Dann überall dieses kribbeln es fühlt sich heiß oder kalt an und ist sehr unangenehm. Ich wünsche mir so sehr mein Leben zurück. Gerade weil ich Kinder habe mit denen ich doch so gerne noch ganz viele tolle Tage haben möchte mit Emotionen. Denkt ihr das vergeht irgendwann?

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