Antipsychotika Sterblichkeit / Mortalität

Erfahrungen, Erfahrungsberichte zu diesen Medikamenten

Sterblichkeit bei Älteren mit Demenz durch Neuroleptika erhöht

Die FDA (die US-Food and Drug Administration) hat am 11.04.05 erneut vor der Einnahme von antipsychotischen Medikamenten (Neuroleptika) gewarnt, wenn diese atypisch durch Ärzte zur Behandlung von Demenz bei älteren Patienten angewandt werden.

Welche Antipsychotika sind betroffen?

Die Warnung vor den Neuroleptika betrifft vor allem Eli Lilly and Co.’s Zyprexa (Olanzapin) und Symbyax (Olanzapin & Fluoxetin), AstraZeneca Pharmaceuticals LP’s Seroquel (Quetiapin Fumarate), Johnson & Johnson’s Risperdal (Risperidon), Novartis AG’s Clozaril (Clozapin), Pfizer Inc.’s Geodon (Ziprasidon), und Bristol-Myers Squibb Co.’s und Otsuka America Pharmaceutical’s Abilify (Aripiprazol) – alle werden in Deutschland verschrieben (teilweise auch Kindern).

Die FDA sagt, dass sie die Firmen aufgefordert hat, entsprechende Warnhinweise auf die Beschreibungen aufzudrucken.

Todesrate bei älteren Patienten höher

Weiterhin schreibt die FDA: Nach Durchsicht von 17 Studien über vier dieser Art von Medikamenten (also Antipsychotika dieser Art) zeigt sich, dass die Todesrate von älteren Patienten durch die Neuroleptika angehoben wird, und zwar um das 1,6 bis 1,7 fache im Vergleich zur Einnahme von Placebos (Pillen, die keine Wirkstoffe enthalten).

Die FDA glaubt, dass alle Neuroleptika (dieser Art) diese fatalen Folgen haben können, und gibt eine Warnung vor der gesamten Klasse aus.

© arznei-news.de – Quellenangabe: Washington (Reuters) 11.04.05

Antipsychotika erhöhen Risiko für Mortalität (unerwarteter Tod) bei Jugendlichen

17.12.2018 Der Einsatz von Antipsychotika (auch Neuroleptika genannt) ist mit einer erhöhten Mortalität (genauer: einem erhöhten Risiko für unerwartete Todesfälle) bei Kindern und Jugendlichen verbunden laut einer in der Fachzeitschrift JAMA-Psychiatry veröffentlichten Studie.

Dr. Wayne A. Ray von der Vanderbilt University School of Medicine in Nashville, Tennessee und Kollegen verglichen das Sterblichkeitsrisiko aufgrund unerwartet auftretender Todesfälle bei Kindern und Jugendlichen, die eine Behandlung mit antipsychotischen oder Kontrollmedikamenten anfingen.

Vergleich der Sterblichkeit

Medicaid-Teilnehmer im Alter von 5 bis 24 Jahren,

  • die mit einer aktuellen, neuen antipsychotischen Medikation (Antipsychotika der 2. Generation) mit Dosen von mehr als 50 mg (Gruppe mit höherer Dosis: 30.120 Kinder),
  • 50 mg oder weniger Chlorpromazin-Äquivalenz (Gruppe mit niedrigerer Dosis: 28.377 Kinder) und
  • Kontrollmedikamente (189.361 Kinder) anfingen,

wurden in die Untersuchung einbezogen.

Die Kontrollmedikamente bestanden aus:

  • Psychostimulanzien, Serotonin-Norepinephrin-Wiederaufnahmehemmer oder a-Agonisten, die häufig für ADHS oder andere Verhaltens- oder Verhaltensprobleme verschrieben werden;
  • Antidepressiva, wie selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, Serotonin-Norepinephrin-Wiederaufnahmehemmer und Mirtazapin, die häufig als Erstbehandlung bei schweren Depressionen und anderen Stimmungsstörungen empfohlen werden; und
  • Lithium oder antikonvulsive Stimmungsstabilisatoren, ohne Anhaltspunkte für eine neurologische Indikation.

Die Forscher fanden eine unbereinigte Mortalität von 146,2 pro 100.000 Personenjahren in der höher dosierten Gruppe im Vergleich zu 54,5 pro 100.000 Personenjahren in der Kontrollgruppe (P < 0,001).

Hauptsächlich auf unerwartete Todesfälle zurückzuführen

Der Unterschied war hauptsächlich auf eine erhöhte Inzidenz (Auftretenshäufigkeit) unerwarteter Todesfälle in der Gruppe der höher dosierten Patienten im Vergleich zur Kontrollgruppe zurückzuführen (76,8 gegenüber 17,9 pro 100.000 Personenjahre).

Die Risikoverhältnisse lagen bei 3,50 bzw. 4,29 für die Sterblichkeit aufgrund von unerwarteten Todesfällen ohne Überdosierung und aufgrund von Todesfällen aufgrund von kardiovaskulären oder metabolischen Ursachen. Es gab keinen signifikanten Unterschied in der unangepassten oder angepassten Inzidenz der Mortalität in der niedrig dosierten Gruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe.

Diese Ergebnisse bekräftigen die bereits erhöhte Vorsicht bei der Verschreibung von Neuroleptika an Kinder und Jugendliche und betonen die Notwendigkeit.

© arznei-news.de – Quellenangabe: JAMA Psychiatry (2018). DOI: 10.1001/jamapsychiatry.2018.3421

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