Cannabis / Marihuana bei Zwangsstörungen

Studie: Cannabis verringert die Symptome von Zwangsstörungen kurzfristig um die Hälfte

20.10.2020 Menschen mit einer Zwangsstörung berichten laut einer Studie der Washington State University, dass der Schweregrad ihrer Symptome innerhalb von vier Stunden nach dem Rauchen von Cannabis / Marihuana um etwa die Hälfte verringert wurde.

Die Forscher analysierten Daten aus einer App, in die Personen eingegeben hatten, sie wären an einer Zwangsstörung erkrankt. Nach dem Rauchen von Marihuana berichteten die Konsumenten mit Zwangserkrankung, dass es ihre Zwänge um 60%, Intrusionen bzw. die aufdringlichen und unerwünschten Zwangsgedanken um 49% und Angstzustände um 52% verringerte.

Die im Journal of Affective Disorders veröffentlichte Studie ergab auch, dass höhere Dosen und Cannabis mit höheren Konzentrationen von Cannabidiol (CBD) mit einer stärkeren Verringerung der Zwänge verbunden waren.

Eher eine kurzfristige Wirkung?

Die Ergebnisse deuten insgesamt darauf hin, dass Cannabis einige positive kurzfristige, aber nicht wirklich langfristige Auswirkungen auf Zwangsstörungen haben könnte, sagte Studienautorin Carrie Cuttler vom Fachbereich Psychologie der Washington State University.

Toleranzentwicklung

Die lange Beobachtungsdauer von 31 Monaten erlaubte es den Forschern zu beurteilen, ob die Konsumenten eine Toleranz gegenüber Cannabis entwickelten, aber diese Wirkungen waren unterschiedlich.

Während die Teilnehmer weiterhin Cannabis konsumierten, ließ die damit verbundene Verringerung der intrusiven Gedanken etwas nach, was darauf hindeutet, dass sie eine Toleranz entwickelten, aber die Beziehung zwischen Cannabis und der Verringerung von Zwängen und Ängsten blieb ziemlich konstant.

Abgesehen von ihrer eigenen Forschung fanden die Wissenschaftler nur eine weitere Humanstudie zu diesem Thema: eine kleine klinische Studie mit 12 Teilnehmern, die zeigte, dass die Zwangssymptome nach Cannabiskonsum zurückgingen, aber diese waren nicht viel größer als die mit dem Placebo verbundenen Rückgänge. In ihrer eigenen Studie fehlt der Vergleich mit Placebo.
© arznei-news.de – Quellenangabe: Journal of Affective Disorders – https://doi.org/10.1016/j.jad.2020.09.124.



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