Fulvestrant (Faslodex)

Fulvestrant (Handelsname Faslodex von Astrazeneca) gehört zu den Oestrogen-Antagonisten (Antioestrogene) und wird zur Behandlung des Mammakarzinoms zur Hemmung des Krebswachstums eingesetzt.

FDA: Neue Indikation – Kombinationsbehandlung

03.03.2016 Die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) hat eine neue Indikation für Astrazenecas FASLODEX genehmigt; es darf nun in Kombination mit Palbociclib eingesetzt werden.

Die Kombination soll zur Behandlung von Frauen mit Hormonrezeptor-positivem (ER +), humanen epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor-2 negativen (HER2) fortgeschrittenen oder metastasierten Brustkrebs (MBC) eingesetzt werden können, deren Krebs nach einer endokrinen Therapie weiter gewachsen war.

fulvestrant

FASLODEX ist seit 2002 als Monotherapie für die Behandlung von postmenopausalen Frauen mit HR + MBC zugelassen, deren Krebs sich nach einer Anti-Östrogen-Therapie progredient zeigte.

Laboruntersuchungen zeigen, dass Faslodex direkt auf die Estrogen-Rezeptoren zielt, indem es sie blockiert und verringert, und so das Tumorwachstum hemmt.

Wirksamkeit in PALOMA-3

Die FDA-Zulassung dieser neuen Indikation für Fulvestrant basiert auf Daten aus der Phase-III-Studie PALOMA-3, die den primären Endpunkt des progressionsfreien Überlebens (PFS) erreichte.

Die Kombination von Faslodex 500 mg und Palbociclib 125 mg resultierte in einer Verbesserung beim PFS um 4,9 Monate gegenüber Faslodex und Placebo bei Frauen mit HR + HER2 fortgeschrittenem oder MBC, deren Krankheit nach einer endokrinen Therapie fortgeschritten war. Die Verbesserung des PFS wurde unabhängig vom Menopausenstatus beobachtet.

Nebenwirkungen in PALOMA-3

Die häufigsten Nebenwirkungen (= 10%) in PALOMA-3 von FASLODEX + Palbociclib vs. FASLODEX plus Placebo waren:

  • Neutropenie (83% vs. 4%),
  • Leukopenie (53% vs 5%),
  • Infektionen (47% vs. 31%),
  • Müdigkeit (41% vs 29%),
  • Übelkeit (34% vs 28%),
  • Anämie (30% vs 13%),
  • Stomatitis (28% vs 13%),
  • Kopfschmerzen (26% vs 20%),
  • Durchfall (24% vs 19%),
  • Thrombozytopenie (23% vs 0%),
  • Verstopfung (20% vs 16%),
  • Erbrechen (19% vs 15%),
  • Alopezie (18% gegenüber 6%),
  • Hautausschlag (17% vs. 6 %),
  • verminderter Appetit (16% vs 8%) und
  • Pyrexie (13% vs. 5%).

© arznei-news.de – Quelle: Astrazeneca, März 2016

Brustkrebs-Studie: Positive Resultate

31.05.2016 Astrazenecas Fulvestrant hat den primären Endpunkt bei der Erstlinienbehandlung von fortgeschrittenem Brustkrebs in der Phase-III-Studie Falcon erreicht.

Progressionsfreies Überleben in Falcon

Die Studie verglich Faslodex 500mg (Fulvestrant) mit Arimidex 1mg (Anastrozol) bei der Behandlung von lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs bei postmenopausalen Frauen, die vorher keine Hormonbehandlung für Hormon-Rezeptor-positiven Brustkrebs hatten.

Es konnte eine Überlegenheit gegenüber 1mg Arimidex beobachtet werden und es wurde der primäre Endpunkt eines erweiterten progressionsfreien Überlebens erreicht.

Die Studie zeigte ein ähnliches Nebenwirkungsprofil wie in früheren Studien.

AstraZenecas Analyse der Daten ist derzeit noch im Gange und detaillierte Ergebnisse werden auf einem der nächsten medizinischen Meetings präsentiert.
© arznei-news.de – Quelle: AstraZeneca, Mai 2016

Progressionsfreies Überleben bei fortgeschrittenem Brustkrebs verlängert

09.10.2016 Fulvestrant (Handelsname ist Faslodex) erhöhte signifikant das progressionsfreie Überleben bei Frauen mit Hormonrezeptor-positivem Brustkrebs im fortgeschrittenen Stadium, insbesondere bei Frauen mit einer weniger aggressiven geringervolumigen Erkrankung, berichteten die Forscher auf dem ESMO 2016 Congress in Kopenhagen.

Die randomisierte, doppelblinde, multizentrische Phase-III-Studie untersuchte das Medikament bei 462 Frauen mit inoperablem lokal fortgeschrittenen oder metastasierenden ER-positiven, HER-negativen Brustkrebs, die zuvor keine Hormontherapie erhalten hatten.

Die Hälfte der Patientinnen (n = 230) erhielten 500 mg intramuskuläre Fulvestrant-Injektionen (Tage 0, 14, 28, dann alle 28 Tage), die andere Hälfte 1 mg Anastrozol täglich (n = 232), zusätzlich war eine Chemotherapie-Linie erlaubt.

Nach einem medianen Follow-up von 25 Monaten konnte bei den mit Fulvestrant behandelten Patientinnen eine statistisch signifikante Verbesserung des progressionsfreien Überlebens im Vergleich zu denen mit Anastrozol behandelten Frauen beobachtet werden (16,6 Monate vs. 13,8 Monate).

Allerdings zeigte die Subgruppenanalyse einen noch größeren Einfluss auf das progressionsfreie Überleben bei Patientinnen, deren Erkrankung noch nicht in die Leber oder Lunge zu Beginn der Studie gestreut hatte (22,3 vs. 13,8 Monate).

Beide Gruppen zeigten eine ähnliche gesundheitsbezogene Lebensqualität, und die häufigsten unerwünschten Ereignisse waren Arthralgie (Gelenkschmerzen) (16,7% vs. 10,3%) und Hitzewallungen (11,4% vs. 10,3%) für Fulvestrant und Anastrozol.

Die Forscher beobachteten auch ein zeitlich wesentlich längeres Ansprechen auf eine Behandlung in der Fulvestrant-Gruppe verglichen mit der Anastrozol-Gruppe, was Studienleiter Dr. Matthew Ellis vom Baylor College of Medicine in Houston für die Erhöhung des progressionsfreien Überlebens mitverantwortlich macht.
© arznei-news.de – Quelle: European Society for Medical Oncology, Okt. 2016

CHMP-Empfehlung – Update

23.06.2017 Der CHMP der EMA empfiehlt, das Medikament für die Behandlung von postmenopausalen Frauen mit Östrogenrezeptor-positivem, lokal fortgeschrittenen oder metastatischen Brustkrebs bei postmenopausalen Frauen zuzulassen, die

  • vorher nicht mit endokriner Therapie behandelt wurden oder
  • bei Krankheitsrückfällen bei oder nach einer adjuvanten Antiöstrogen-Therapie oder Krankheitsprogression bei einer Therapie mit einer Antiöstrogen-Therapie.

27.07.2017 Zulassung bei dieser Indikation durch die Europäische Kommission.

CHMP-Empfehlung einer weiteren Erweiterung der Zulassung

13.10.2017 Faslodex soll künftig als Monotherapie zur Behandlung von Östrogenrezeptor-positivem, lokal fortgeschrittenem oder metastasierendem Brustkrebs bei postmenopausalen Frauen eingesetzt werden:

  • wenn sie vorher nicht mit einer endokrinen Therapie behandelt wurden, oder bei einem Krankheitsrückfall unter oder nach einer adjuvanten Antiöstrogentherapie oder einem Fortschreiten der Erkrankung unter einer Antiöstrogentherapie.
  • in Kombination mit Palbociclib zur Behandlung von Hormonrezeptor (HR)-positivem humanen epidermalen Wachstumsfaktorrezeptor 2 (HER2)-negativem lokal fortgeschrittenen oder metastasierenden Brustkrebs bei Frauen, die zuvor mit einer endokrinen Therapie behandelt wurden.

Bei prä- oder perimenopausalen Frauen sollte die Kombinationsbehandlung mit Palbociclib mit einem luteinisierenden Hormon-freisetzenden Hormon (LHRH)-Agonisten kombiniert werden.
© arznei-news.de – Quelle: EMA, Okt. 2017

Mammakarzinom: EU-Zulassung in Kombination mit Palbociclib

15.11.2017 Fulvestrant (Faslodex) von AstraZeneca wurde auf beiden Seiten des Atlantiks für den Einsatz in Kombination mit einem CDK4/6-Hemmer zugelassen.

In der EU wurde das Medikament in Kombination mit dem CDK4/6-Inhibitor Palbociclib zur Behandlung einer bestimmten Form von Brustkrebs zugelassen, in den USA kann es in Kombination mit dem CDK4/6-Inhibitor Abemaciclib verschrieben werden.

Sowohl die Europäische Kommission als auch die US-amerikanische Food and Drug Administration haben die Kombination zur Behandlung von Hormonrezeptor-positivem (HR+), humanem Epidermal Growth Factor Rezeptor 2 negativem (HER2-) lokal fortgeschrittenem oder metastasierendem Brustkrebs bei Frauen zugelassen, die zuvor eine endokrine Therapie erhalten haben.

Die EU-Zulassung basiert auf Daten aus der Phase-III-Studie PALOMA-3, die eine statistisch signifikante Zunahme des median-progressionsfreien Überlebens (PFS) von 4,9 Monaten (9,5 Monate gegenüber 4,6 Monaten) bei Patientinnen unter Fulvestrant 500 mg und Palbociclib 125 mg gegenüber Faslodex und Placebo ergab.

Die US-Freigabe beruht auf Daten aus der Phase-III-Studie MONARCH 2, die einen statistisch signifikanten Anstieg des medianen PFS von 7,1 Monaten (16,4 Monate im Vergleich zu 9,3 Monaten) bei Patienten unter Faslodex 500 mg und Abemaciclib 150 mg gegenüber denjenigen ergab, die eine Fulvestrant/Placebo-Kombination erhielten.



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