Hämatopoetische Toxizität von Azathioprin

Abbrechen der Behandlung mit Azathioprin aufgrund hämatopoetischer Toxizität bei Patienten mit CC-Genotyp häufiger

21.06.2022 Patienten mit dem Genotyp rs2814778-CC haben ein höheres Risiko für den Abbruch einer Azathioprin-Behandlung aufgrund hämatopoetischer (die Blutbildung betreffend) Toxizität, selbst nach Anpassung an die Rasse laut einer in den Annals of Internal Medicine veröffentlichten Studie.

Alyson L. Dickson vom Vanderbilt University Medical Center in Nashville, Tennessee, und Kollegen führten eine retrospektive Kohortenstudie durch, um zu untersuchen, ob rs2814778-CC mit dem Absetzen von Azathioprin aufgrund hämatopoetischer Toxizität bei Thiopurin-Anwendern weißer oder schwarzer Hautfarbe assoziiert war.

  • Die Forscher fanden heraus, dass bei 101 Patienten mit dem CC-Genotyp die Rate des Azathioprin-Abbruchs aufgrund hämatopoetischer Toxizität 3,92 pro 100 Personenjahre betrug, verglichen mit 1,34 pro 100 Personenjahre bei den 1.365 Patienten mit dem TT- oder TC-Genotyp (Hazard Ratio aus dem Modell des konkurrierenden Risikos: 2,92; 95 Prozent Konfidenzintervall [CI]: 1,57 bis 5,41).
  • Nach Anpassung an die Rasse blieb das Risiko signifikant (Hazard Ratio: 2,61; 95 Prozent CI: 1,01 bis 6,71).
  • Das mit der Rasse allein assoziierte Risiko (Hazard Ratio: 2,13; 95 Prozent KI: 1,21 bis 3,75) war nach Anpassung des Genotyps nicht mehr signifikant (Hazard Ratio: 1,13; 95 Prozent KI: 0,48 bis 2,69).
  • Bei Patienten mit dem CC-Genotyp waren die letzte Leukozytenzahl und die Dosierung signifikant niedriger.

„Die nächsten Forschungsschritte werden in der Untersuchung bestehen, ob spezifisch niedrigere Leukozytenzahlen mit dem Genotyp rs2814778-CC mit einem höheren Infektionsrisiko verbunden sind und, falls nicht, ob unterschiedliche Leukozytenschwellenwerte für das Absetzen oder die Dosisreduktion angemessen sind“, schreiben die Autoren.

© arznei-news.de – Quellenangabe: Annals of Internal Medicinehttps://doi.org/10.7326/M21-4675





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