Hydroxychloroquin und QT-Zeit-Verlängerung

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Hydroxychloroquin nicht mit längeren Herzrhythmus-Intervallen (QTc) bei Patienten mit Rheumatoider Arthritis oder systemischen Lupus erythematosus verbunden

08.11.2020 Neue auf der Jahrestagung des American College of Rheumatology (ACR Convergence) präsentierte Forschungsergebnisse zeigen, dass die Verwendung des Medikaments Hydroxychloroquin bei Menschen mit rheumatoider Arthritis (RA) oder systemischem Lupus erythematodes (SLE) keine signifikanten Unterschiede in der Länge der QTc bzw. einer verlängerten QTc, der wichtigsten Messgröße für die Herzfrequenz, verursacht (ABSTRACT #0431).

Hydroxychloroquin ist ein Eckpfeiler der Behandlung von SLE, und Patienten mit RA können das Medikament auch entweder allein oder in Kombination mit anderen Medikamenten einnehmen.

Es gibt jedoch Bedenken hinsichtlich der möglichen herzbedingten Nebenwirkungen: die Verlängerung der QTc oder der Zeitspanne, die das Herz braucht, um sich zusammenzuziehen und zu entspannen, und die Entwicklung von Arrhythmie (unregelmäßiger Herzschlag).

Diese neue Studie untersuchte die QTc-Längen bei Patienten mit RA und SLE und deren Zusammenhang mit der Einnahme von Hydroxychloroquin.

Die Studie analysierte Daten von 681 RA- und SLE-Patienten ohne klinische Herz-Kreislauf-Erkrankung, darunter zwei prospektive RA-Kohorten mit 307 Patienten und eine retrospektive SLE-Kohorte mit 374 Patienten, die die Ergebnisse eines Elektrokardiogramms (EKG) beinhalteten.

Die Forscher untersuchten den Zusammenhang zwischen der QTc-Länge und der Verwendung von Hydroxychloroquin bei diesen Patienten, und sie passten die Daten hinsichtlich krankheitsspezifischer Merkmale und Risikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen (CVD) an.

Von der gesamten Studiengruppe (RA und SLE) verwendeten 54% Hydroxychloroquin und 44% hatten QTc-Längen von mehr als 440 Millisekunden.

Die Forscher stellten fest, dass die bereinigte QTc-Länge unter den Hydroxychloroquin-Benutzern mit denen vergleichbar war, die das Medikament nicht einnahmen.

Die Ergebnisse zeigten auch, dass die Einnahme von Hydroxychloroquin weder für die gesamte Kohorte noch für die RA- und SLE-Patientenkohorte eine signifikant verlängerte QTc vorhersagte.

Allerdings nahmen neun von 11 der SLE-Patienten, die eine verlängerte QTc hatten, Hydroxychloroquin ein. Diese Beobachtungen waren jedoch zu klein, um statistisch signifikante Unterschiede zwischen den Hydroxychloroquin-Gruppen erkennen zu lassen.

Eine verlängerte QTc, d.h. mehr als 500 Millisekunden, war bei diesen Patienten nicht mit Arrhythmien oder Todesfällen verbunden.

Die Studie fand auch keine signifikanten Wechselwirkungen zwischen Hydroxychloroquin und anderen QTc-verlängernden Medikamenten bei den Patienten.

Die Einnahme von Hydroxychloroquin in Kombination mit anderen QTc-verlängernden Medikamenten ergab ein vergleichbares QTc-Intervall wie Hydroxychloroquin allein.

In der SLE-Gruppe führte Hydroxychloroquin in Kombination mit antipsychotischen Medikamenten jedoch zu einem längeren QTc-Intervall im Vergleich zur alleinigen Anwendung von Hydroxychloroquin.
© arznei-news.de – Quellenangabe: American College of Rheumatology.



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