Lonsurf

FDA-Zulassung bei fortgeschrittenem Dickdarmkrebs

23.09.2015 US-Patienten mit fortgeschrittenem Dickdarmkrebs haben eine neue Behandlungsoption mit der Zulassung Taiho Oncologys Dual-Therapie Lonsurf (früher TAS-102) bekommen.

Trifluridin und Tipiracil

Das Medikament ist eine Kombination aus dem Anti-Krebs-Arzneimittel Trifluridin und Tipiracil Hydrochlorid und wurde von der US Food and Drug Administration für Patienten genehmigt, deren Krankheit trotz Behandlung mit vorherigen Standardtherapien fortgeschritten ist.

Die Zulassung erfolgte auf der Basis von Daten der Phase-III-Studie RECOURSE, die eine signifikante Verbesserung der Überlebensrate bei mit Lonsurf behandelten Patienten im Vergleich zu Placebo und eine Verringerung des Sterberisikos von 32% zeigten.

Nebenwirkungen

Auf der anderen Seite hat das Medikament einige schwere Nebenwirkungen: schwere und lebensbedrohliche Myelosuppression (starke Senkung der Blutzellen- und Thrombozytenproduktion), wie

  • Anämie (18%),
  • Neutropenie (38%),
  • Thrombozytopenie (5%) und
  • febrile Neutropenie (3,8%), während ein Patient starb wegen einer neutropenischen Infektion.

Daher hat die FDA empfohlen, dass die Blutwerte in bestimmten Stadien der Behandlung aufgezeichnet werden sollten.

Lonsurf ist bereits in Japan zugelassen worden und wird derzeit auch von den Aufsichtsbehörden in Europa überprüft.
© arznei-news.de – Quelle: Taiho Oncology, Sept. 2015

EU – Zulassungsempfehlung – Metastasierendes Kolorektalkarzinom

26.02.2016 Der Ausschuss für Humanarzneimittel der Europäischen Zulassungsbehörde (CHMP) empfiehlt die Zulassung von Lonsurf Filmtabletten (15 mg / 6,14 mg und 20 mg / 8,19 mg) der Firma Les Laboratoires Servier für die Behandlung von Metastasierendes Kolorektalkarzinom.

Die Wirkstoffe sind Trifluridin / Tipiracil.
Trifluridin wird durch Thymidinkinase phosphoryliert, in den Zellen weiter metabolisiert zu einem Desoxyribonucleinsäure (DNA) Substrat und direkt in die DNA eingebaut, wodurch die DNA-Funktion gestört und Zellproliferation verhindert wird. Die Rolle von Tipiracil ist, den Abbau von Trifluridin durch Thymidin-Phosphorylase zu hemmen.

Wurde es zur best supportive care (BSC) zusätzlich verabreicht, verbesserte das Medikament das Überleben im Vergleich zu BSC allein.

Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen waren Neutropenie, Übelkeit, Müdigkeit, Anämie und Leukopenie.

Die vollständige Indikation bei Zulassung wäre: Lonsurf ist für die Behandlung von erwachsenen Patienten mit metastasierendem Kolorektalkarzinom indiziert, die zuvor behandelt wurden mit verfügbaren Therapien (oder nicht dafür in Frage kamen) – inkl. Fluoropyrimidin-, Oxaliplatin und Irinotecan-basierte Chemotherapien, Anti-VEGF-Mittel und Anti-EGFR-Mittel.
© arznei-news.de – Quelle: EMA, Feb. 2016

EU-Zulassung für Behandlung von mCRC

27.04.2016 Die Europäische Kommission hat Lonsurf (TAS-102) in der Europäischen Union für die Behandlung von erwachsenen Patienten mit metastasiertem kolorektalen Karzinom (mCRC) zugelassen.

Indikation

Lonsurf ist bei Patienten zugelassen, die zuvor mit verfügbaren Therapien behandelt wurden, einschließlich Fluoropyrimidin-, Oxaliplatin- und Irinotecan-basierte Chemotherapien, anti-VEGF-Mittel und Anti-EGFR-Mittel, oder hierfür nicht in Frage kommen.

Das orale Krebsmedikament enthält die aktiven Substanzen Trifluridin und Tipiracil, wobei der duale Wirkmechanismus so konzipiert ist, dass es die klinische Aktivität aufrechterhält.

Wirksamkeit in RECOURSE

Die Entscheidung der EC basiert auf Daten der internationalen, doppelblinden, Placebo-kontrollierten Phase-III-Studie RECOURSE, die Wirksamkeit und Sicherheit von des Medikaments mit best supportive care (BSC) mit Placebo plus BSC bei 800 Patienten mit zuvor behandeltem mCRC verglich.

RECOURSE erreichte den primären Endpunkt der statistisch signifikanten Verbesserung des Gesamtüberlebens (OS). Die Ergebnisse zeigten eine Verringerung um 32% des Sterberisikos im Vergleich zu BSC.

Eine aktualisierte OS-Analyse von 89% der Ereignisse bestätigte den klinisch bedeutsamen und statistisch signifikanten Überlebensvorteil von Lonsurf mit BSC im Vergleich zu Placebo mit BSC. Dies entspricht einer relativen Reduktion des Mortalitätsrisikos um 31% und eine Verbesserung um 2 Monate beim medianen OS. Der mediane OS betrug 7,2 Monate für Lonsurf mit BSC vs. 5,2 Monate für Placebo mit BSC, was in 1-Jahres-Überlebensraten übersetzt 27,1% bzw. 16,6% beträgt.

Nebenwirkungen in RECOURSE

Die am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen (≥ 30%) waren Neutropenie, Übelkeit, verminderter Appetit, Durchfall, Müdigkeit, Anämie, Thrombozytopenie, Erhöhung der Gesamt-Bilirubin, alkalische Phosphatase und AST-Werte, und Leukopenie.
© arznei-news.de – Quelle: Servier, April 2016



Erfahrungen, Erfahrungsberichte zu “Lonsurf

  1. Mein Mann kommt mit diesem Medikament sehr gut zurecht nimmt sie seit Februar und die Metastasen sind alle kleiner geworden. Gott sei Dank

  2. Nach mehren Leberteil-Resektionen und Chemo (o.Erf.) wurde eine erneute OP mangels Masse abgelehnt. Seit dem 11.12.17 Lonsurf. Im CT vom 02.07.18 keine Lebermetastasen mehr nachweisbar. Aber eine M. in der Mils (1,8×2,6 mm).
    Und das nach mehr als 18 Jahren! (Rektum-OP 2000, M. in Lunge u. Leber)
    Behandlung: UMG u. UKR sowie KkH Weende

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