Metamizol: Risiko einer Agranulozytose

EMA hat Überprüfung des Schmerzmittels Metamizol auf Risiko für Agranulozytose begonnen

Metamizol: Risiko einer Agranulozytose

15.06.2024 Die EMA (Europäische Arzneimittel-Agentur) hat eine Überprüfung von Arzneimitteln eingeleitet, die das Schmerzmittel Metamizol enthalten, da Bedenken bestehen, dass die Maßnahmen zur Minimierung des bekannten Risikos einer Agranulozytose nicht wirksam genug sind.

Agranulozytose ist eine bekannte Nebenwirkung von Metamizol-haltigen Arzneimitteln. Dabei kommt es zu einem plötzlichen und starken Abfall der Granulozyten, einer Art weißer Blutkörperchen. Dies kann zu schweren Infektionen führen, die tödlich sein können. In den Produktinformationen der verschiedenen metamizolhaltigen Arzneimittel wird Agranulozytose derzeit entweder als seltene Nebenwirkung (die bei bis zu 1 von 1.000 Personen auftritt) oder als sehr seltene Nebenwirkung (die bei bis zu 1 von 10.000 Personen auftritt) aufgeführt. Die Maßnahmen zur Minimierung dieses Risikos sind von Land zu Land unterschiedlich.

Der Sicherheitsausschuss der EMA (PRAC) wird nun das Agranulozytoserisiko für alle metamizolhaltigen Arzneimittel, die in der EU für die verschiedenen zugelassenen Verwendungszwecke zugelassen sind, und die bestehenden Maßnahmen zur Risikominimierung überprüfen. Der Ausschuss wird die Auswirkungen der Agranulozytose auf das Nutzen-Risiko-Verhältnis der Arzneimittel bewerten und eine Empfehlung abgeben, ob ihre Zulassungen in der EU aufrechterhalten, geändert, ausgesetzt oder widerrufen werden sollten.

© arznei-news.de – Quellenangabe: EMA

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