Rote-Hand-Briefe 2024: Giapreza 2,5 mg/ml

Rote-Hand-Brief zu Paxlovid (Nirmatrelvir, Ritonavir): Arzneimittelwechselwirkungen mit bestimmten Immunsuppressiva, einschließlich Tacrolimus

21.03.2024 Die Firma Pfizer informiert in Abstimmung mit der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) und dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) darüber, dass die gleichzeitige Gabe von Paxlovid und bestimmten Immunsuppressiva mit geringer therapeutischer Breite, wie z. B. Calcineurin-Inhibitoren (Ciclosporin, Tacrolimus) und mTOR-Inhibitoren (Everolimus, Sirolimus), aufgrund von pharmakokinetischen Wechselwirkungen zu lebensbedrohlichen und tödlichen Reaktionen führen kann.

Quellenangabe: BfArM (pdf)

Rote-Hand-Brief zu Atropinsulfat 100 mg Injektionslösung: Risiko von sichtbaren Partikeln in der Lösung, Verwendung eines Filters

04.04.2024 Die Firma Dr. Franz Köhler Chemie GmbH informiert über im Rahmen des fortlaufenden Stabilitätsprogramms gefundenen sichtbaren Partikeln in dem Arzneimittel Atropinsulfat 100 mg Injektionslösung 5 x 10 ml und 25 x 10 ml. Aktuell wird als Ursache der Partikelbildung eine Interaktion zwischen Primärpackmittel und Bestandteilen der Injektionslösung angenommen. Anwender werden daher aufgefordert bei Applikation einen Spritzenvorsatzfilter (Porengröße: 0,2 μm – 0,45 μm; Filtermaterial: Polyethersulfon (PES), regenerierte Cellulose (RC) oder Nylon) zu verwenden.

Quellenangabe: BfArM (pdf)

Rote-Hand-Brief zu oralen Retinoiden (Acitretin, Alitretinoin und lsotretinoin): Erinnerung an die bestehenden Einschränkungen zur Verhinderung der Exposition während der Schwangerschaft

02.05.2024 Die Zulassungsinhaber von acitretin-, alitretinoin- und isotretinoinhaltigen Arzneimitteln erinnern in Abstimmung mit dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) an das Schwangerschaftsverhütungsprogramm für orale Retinoide. Sie sind stark teratogen und die Anwendung ist daher während der Schwangerschaft kontraindiziert. Auch bei Frauen im gebärfähigen Alter sind orale Retinoide kontraindiziert, es sei denn, es werden alle Bedingungen des Schwangerschaftsverhütungsprogramms (pregnancy prevention programme-PPP) eingehalten.

Quellenangabe: BfArM (pdf)

Rote-Hand-Brief zu Irenat (Natriumperchlorat) Tropfen aus Österreich: Fehldosierungsrisiko aufgrund einer abweichenden Dosierung (Tropfenanzahl)

08.05.2024 Die Firma actrevo GmbH möchte Sie in Abstimmung mit dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und der Hamburger Behörde für Justiz und Verbraucherschutz (BJV Hamburg) informieren, dass Irenat (Natriumperchlorat) Tropfen aus Österreich zur Behebung des bestehenden Versorgungsmangels in Deutschland in den Verkehr gebracht werden. Bei der Festlegung der Dosierung des Präparates aus Österreich ist die Wirkstoffmenge der abgegebenen Tropfen unbedingt zu beachten: 1 ml = 21 Tropfen = 300 mg Natriumperchlorat.

Quellenangabe: BfArM (pdf)

Rote-Hand-Brief zu Oncofolic 50 mg/ml Injektions-/Infusionslösung, Stärken 100 mg, 400 mg, 500 mg und 900 mg: mögliches Risiko von sichtbaren Partikeln in der Lösung, Verwendung eines Filters

15.05.2024 Die Firma medac GmbH informiert darüber, dass in dem Arzneimittel Oncofolic 50 mg/ml Injektions-/Infusionslösung im Rahmen des fortlaufenden Stabilitätsprogramms sichtbare Partikel gefunden wurden. Die Ursache für die Partikel ist eine Interaktion zwischen dem Primärpackmittel und dem Wirkstoff. Anwender werden daher aufgefordert, bis auf weiteres bei Infusionen und Bolusinjektionen Partikelfiltern aus PVDF (Porengröße ≤ 0,45 μm) zu verwenden.

Quellenangabe: BfArM (pdf)

Rote-Hand-Brief zu Giapreza 2,5 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung: Durchstechflasche mit potenziell niedrigem Füllstand und wichtige Informationen zur Gebrauchsanweisung

27.05.2024 Die Firma Paion Deutschland GmbH informiert darüber, dass in mehreren Krankenhäusern in den USA Durchstechflaschen des Arzneimittels Giapreza, die nicht mit dem erforderlichen Volumen befüllt sind, festgestellt wurden. Wenn Giapreza aus einer Durchstechflasche mit niedrigem Füllstand entnommen wird, reicht die Konzentration des Medikaments nicht aus und es kann bei der Anwendung zu einer Unterdosierung kommen. Sollte eine Durchstechflasche mit einem Volumen von weniger als 1 ml festgestellt werden, so bittet die Firma eine Fotodokumentation als Beleg zu erstellen, die Flasche zu entsorgen und eine neue Durchstechflasche zu verwenden. Bisher gab es in der EU keine Berichte über Durchstechflaschen mit niedrigem Füllstand.

Quellenangabe: BfArM (pdf)