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Thalidomid bei Blutungen aufgrund Dünndarm-Angiodysplasie

Thalidomid reduziert wiederkehrende Blutungen bei Angiodysplasie des Dünndarms

Thalidomid bei Blutungen aufgrund Dünndarm-Angiodysplasie

03.11.2023 Bei Patienten mit rezidivierenden Blutungen aufgrund einer Angiodysplasie des Dünndarms (small-intestinal angiodysplasia, SIA) führt die Behandlung mit Thalidomid zu einer Verringerung der Blutungen laut einer im New England Journal of Medicine veröffentlichten Studie.

Dr. Huimin Chen von der Shanghai Jiao-Tong University School of Medicine und Kollegen untersuchten in einer randomisierten, placebokontrollierten Studie die Wirksamkeit und Sicherheit von Thalidomid bei der Behandlung von wiederkehrenden Blutungen aufgrund einer Angiodysplasie des Dünndarms. Insgesamt 150 Patienten mit wiederkehrenden Blutungen aufgrund einer Dünndarm-Angiodysplasie wurden nach dem Zufallsprinzip vier Monate lang mit Thalidomid in einer oralen Tagesdosis von 100 mg (51 Patienten) oder 50 mg (49 Patienten) oder Placebo (50 Patienten) behandelt.

  • Die Forscher fanden heraus, dass der Prozentsatz der Patienten mit einem effektiven Ansprechen, definiert als eine mindestens 50-prozentige Verringerung der Anzahl der Blutungsepisoden während des Jahres nach Ende der Behandlung, 68,6 Prozent in der 100-mg-Thalidomid-Gruppe, 51,0 Prozent in der 50-mg-Thalidomid-Gruppe und 16,0 Prozent in der Placebo-Gruppe betrug.
  • Die Ergebnisse der sekundären Endpunkte bestätigten die Ergebnisse des primären Endpunkts.
  • Insgesamt traten in den Thalidomid-Gruppen häufiger unerwünschte Ereignisse auf, einschließlich spezifischer Ereignisse wie Verstopfung, Schläfrigkeit, Taubheitsgefühl in den Gliedmaßen, periphere Ödeme, Schwindel und erhöhte Leberenzymwerte.

„Die Inzidenz und das Volumen von Bluttransfusionen, der Prozentsatz der Patienten, die wegen Blutungen ins Krankenhaus eingeliefert wurden, die Anzahl der Krankenhausaufenthalte wegen Blutungen und die Dauer der Krankenhausaufenthalte fielen in den Thalidomid-Gruppen offenbar geringer aus als in der Placebo-Gruppe“, schreiben die Autoren.

© arznei-news.de – Quellenangabe: N Engl J Med 2023; 389:1649-1659 DOI: 10.1056/NEJMoa2303706

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