Abemaciclib (Verzenio)

FDA erteilt Breakthrough-Status bei Brustkrebs

09.10.2015 Lillys Abemaciclib (Handelsname ist Verzenio) hat von der FDA Breakthrough-Status für die Behandlung einer bestimmten Form von Brustkrebs erhalten.

abemaciclibDas Medikament ist ein Cyclin-abhängiger Kinase (CDK) 4 und 6 Inhibitor vorgesehen zur Behandlung von Patienten mit refraktären Hormonrezeptor-positiven (HR+) fortgeschrittenem oder metastatischem Brustkrebs.

Wenn Abemaciclib genehmigt wird, wäre es der erste Konkurrent für Pfizers Ibrance (Palbociclib), das zu Beginn dieses Jahres als erster CDK-Inhibitor von der FDA zugelassen worden war. In Europa nahm die EMA den Zulassungsantrag für Ibrance im August an.

Der Breakthrough-Status  von Abemaciclib basiert auf Daten aus der Phase-I-Studie JPBA.

Entwicklung

Lilly hat ein aktives klinisches Entwicklungsprogramm zur Untersuchung von Abemaciclib bei Brustkrebs. MONARCH 1 ist eine Phase-II-Studie zur Evaluierung des Einsatzes von Abemaciclib als Monotherapie bei Frauen mit Hormonrezeptor-positivem (HR+), humanen epidermalen Wachstumsfaktor Rezeptor 2 negativen (HER2) metastasiertem Brustkrebs.

Darüber hinaus wird der Wirkstoff in zwei Phase-III-Studien untersucht:

  • MONARCH 2: Kombination von Abemaciclib und Fulvestrant bei postmenopausalen Patientinnen mit HR+, fortgeschrittenem HER2 oder metastasiertem Brustkrebs.
  • MONARCH 3: Kombination von Abemaciclib und einem nichtsteroidalen Aromatase-Inhibitor bei Patientinnen mit HR+, HER2- lokoregional rezidiviertem oder metastasiertem Brustkrebs.

Die Ergebnisse präklinischer und früher klinischer Studien unterstützen die weitere Evaluierung des Wirkstoffes zur Behandlung von menschlichen Krebsformen – einschließlich Brustkrebs und Lungenkrebs -, bei denen aberrante CDK 4 und 6 Pathways das Krebszellenwachstum verstärken. Abemaciclib befindet sich derzeit in Phase-III-Entwicklung mit zwei Studien bei HR+ Brustkrebs-Patienten sowie einer Phase-III-Studie bei Lungenkrebs.
© arznei-news.de – Quelle: Lilly, Okt. 2015

Klinische Aktivität bei einer Reihe von Krebserkrankungen

03.06.2016 Der CDK4/6-Hemmer Abemaciclib zeigte anhaltende klinische Aktivität in einer Phase-I-Studie bei Patienten mit einer Reihe von Krebsarten – einschließlich Brustkrebs, nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC), Glioblastom und Melanom – wenn er als kontinuierliche Monotherapie eingesetzt wurde.

In der Studie mit 225 Patienten mit verschiedenen Krebserkrankungen im fortgeschrittenen Stadium wurden Sicherheit und vorläufige Wirksamkeit des Medikaments bewertet. In der Dosiseskalationsphase stellten die Forscher fest, dass die maximal verträgliche Dosis 200 Milligramm (mg) alle 12 Stunden beträgt; die dosislimitierende Toxizität war Grad 3 Müdigkeit.

In der Expansionsphase kam Abemaciclib bei

  • 47 Patienten mit Brustkrebs,
  • 68 mit NSCLC,
  • 17 mit Glioblastom,
  • 26 mit Melanom und
  • 15 mit Darmkrebs zum Einsatz.

Wirksamkeit

Röntgenologisches Ansprechen wurde bei einigen Patienten mit Brustkrebs, NSCLC und Melanom beobachtet.

  • Unter den 36 Patienten mit Hormonrezeptor-positivem Brustkrebs zeigten 11 ein teilweises Ansprechen und weitere 18 Patienten eine stabile Erkrankung.
  • Unter den 68 Patienten mit NSCLC zeigten zwei ein partielles Ansprechen und 31 eine stabile Erkrankung; einige hatten K-ras-mutierten NSCLC.
  • Unter den 26 Patienten mit Melanom zeigte einer teilweises Ansprechen und sechs eine stabile Erkrankung.
  • Drei der 17 Patienten mit Glioblastom zeigten eine stabile Erkrankung, wobei bei zwei von ihnen für weitere 19 bzw. 23 Zyklen der Behandlung keine Progression der Krankheit beobachtet werden konnte.

Nebenwirkungen

Unter diesen Patienten waren die häufigsten behandlungsbedingten unerwünschten Ereignisse:

  • Müdigkeit,
  • Durchfall,
  • Übelkeit,
  • Erbrechen,
  • Appetitlosigkeit,
  • Gewichtsverlust,
  • Nierenfunktionsstörungen und
  • eine verminderte Anzahl roter und weißer Blutkörperchen.

© arznei-news.de – Quelle: South Texas Accelerated Research Therapeutics, Dana-Farber Cancer Institute, Cancer Discovery, Juni 2016

Medikament erreicht primären Endpunkt in Ph3-Brustkrebs-Studie

21.03.2017 Eine Phase-3-Studie zu Lillys Brustkrebsmedikament Abemaciclib in Kombination mit Fulvestrant hat ihren primären Endpunkt des progressionsfreien Überlebens (PFS) erreicht.

Lilly sagt, dass sich die Kombination gegenüber Fulvestrant plus Placebo überlegen zeigte, wobei die erstere eine statistisch signifikante Verbesserung beim PFS aufwies.

Die Studie MONARCH 2 wertete die Daten von Frauen mit Hormon-Rezeptor-positivem (HR+), humanen epidermalen Wachstumsfaktor Rezeptor 2 negativen (HER2-), fortgeschrittenen Brustkrebs aus, deren Erkrankung nach einer endokrinen Therapie rezidiviert oder fortgeschritten war.

Kombination mit Fulvestrant

Die Phase-3-Studie war eine doppelblinde Studie, die weltweit 669 Patientinnen auf entweder Abemaciclib oder Placebo oral zweimal am Tag in Kombination mit Fulvestrant in dessen genehmigter Dosis und Zeitplan bis zum Fortschreiten der Krankheit randomisierte.

Laut dem Unternehmen war bei den eingeschriebenen Patientinnen eine Krankheitsprogression nach 12 Monaten oder früher nach einer endokrinen Behandlung im neoadjuvanten oder adjuvanten Setting oder während der Verabreichung einer endokrinen Firstline-Behandlung aufgrund einer metastasierten Erkrankung festgestellt worden.

Wirkweise

Abemaciclib hemmt laut dem Pharma-Konzern spezifisch die CDK 4 und CDK 6 Cyclin-abhängigen Kinasen, deren erhöhte Signalübertragung bei vielen Krebsarten ein unkontrolliertes Zellwachstum verursacht.

Die MONARCH-2-Studie nahm nicht Patientinnen auf, die eine Chemotherapie im metastatischen Verlauf durchgemacht hatten.

Im zweiten Quartal plant Lilly, einen Zulassungsantrag (NDA) bei der FDA für Abemaciclib in Monotherapie auf Basis der MONARCH-1-Studie einzureichen.

Die NDA wird für die Behandlung des Arzneimittels bei refraktärem metastatischen Brustkrebspatientinnen eingereicht, die nach mehreren Behandlungen – wie einer endokrinen Therapie und einer bis zwei Chemotherapie-Therapien im metastatischen Setting eine Progression der Krankheit erfahren hatten.

Das Unternehmen beabsichtigt, im dritten Quartal dieses Jahres einen zusätzlichen Antrag für MONARCH 2 einzureichen.
© arznei-news.de – Quelle: Lilly, März 2017

Überlegenes progressionsfreies Überleben in Mammakarzinom-Studie

25.04.2017 Eli Lilly und Company haben die Ergebnisse einer vorab geplanten Zwischenanalyse für die MONARCH 3 Mammakarzinom-Studie zu Abemaciclib (Verzenio) veröffentlicht.

Die Studie erreichte laut Lilly ihren primären Endpunkt: die statistisch signifikante Verbesserung des progressionsfreien Überlebens (PFS). Darüber hinaus wurde die Verbesserung in einem wichtigen sekundären Endpunkt gezeigt: der objektiven Ansprechrate (ORR).

Die Phase-3-Studie untersuchte Abemaciclib, ein Inhibitor von Cyclin-abhängiger Kinase (CDK) 4 und CDK6 in Kombination mit einem Aromatase-Inhibitor (Letrozol oder Anastrozol) im Vergleich zur Behandlung mit einem Aromatase-Inhibitor allein bei Frauen mit fortgeschrittenem Brustkrebs (Hormon-Rezeptor-positiv (HR+), humander epidermaler Wachstumsfaktor Rezeptor 2-negativ (HER2-).

Detaillierte Wirksamkeits und Sicherheitsergebnisse werden auf einer medizinischen Sitzung in der zweiten Hälfte des Jahres präsentiert werden.

MONARCH-3

Die globale Doppel-Blind-, Placebo-kontrollierte Phase-3-Studie soll die Wirksamkeit und Sicherheit von Abemaciclib in Kombination mit einem Aromatase-Inhibitor als einleitende endokrinbasierte Therapie bei postmenopausalen Frauen mit fortgeschrittenem (lokoregional rezidivierenden oder metastatischen) Brustkrebs bewerten, die keine vorherige systemische Behandlung für eine fortgeschrittene Erkrankung erhalten haben.

Insgesamt wurden 493 Patientinnen randomisiert, und erhielten entweder 150 mg Abemaciclib oder Placebo oral zweimal täglich ohne Unterbrechung in Kombination mit entweder 1 mg Anastrozol oder 2,5 mg Letrozol einmal täglich bis zum Fortschreiten der Krankheit oder inakzeptabler Toxizität.

Der primäre Endpunkt der Studie war PFS; wichtige sekundäre Endpunkte sind ORR, Gesamtüberleben und Sicherheit.

Nebenwirkungen in Monarch-3

Die unerwünschten Ereignisse standen im Allgemeinen mit früheren Studien zu Abemaciclib im Einklang, wobei die häufigsten Nebenwirkungen Diarrhöe, Neutropenie, Müdigkeit und Übelkeit waren.

Andere MONARCH-Studien, die derzeit im Gange sind:

  • monarcHER, die Abemaciclib plus Trastuzumab (mit oder ohne Fulvestrant) bei Frauen mit HR+, HER2+ lokal fortgeschrittenem oder metastasierendem Brustkrebs untersucht, und
  • MONARCH plus, eine Phase-3-Studie zu Abemaciclib in Kombination mit endokrinen Therapien in China.
  • Darüber hinaus hat Lilly eine laufende Phase-3-Studie zur Beurteilung der Wirksamkeit von Abemaciclib bei Lungenkrebs.
  • Lilly untersucht den Wirkstoff auch bei Patienten mit Hirnmetastasen, sowie
  • bei Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs.

© arznei-news.de – Quelle: Eli Lilly und Company, April 2017

FDA-Zulassung für Verzenio bei metastasiertem Brustkrebs

28.09.2017 Die U. S. Food and Drug Administration hat heute Verzenio (Wirkstoff ist Abemaciclib) zur Behandlung von erwachsenen Patientinnen zugelassen, die Hormonrezeptor (HR) positiven, humanen epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor 2 (HER2) negativen fortgeschrittenen oder metastasierten Brustkrebs haben, der nach einer endokrinen Therapie weitergewachsen ist.

Verzenio ist für die Kombination mit einer endokrinen Therapie (Fulvestrant) genehmigt worden, nachdem der Krebs unter dem endokrinen Therapeutikum weiter gewachsen ist. Das Medikament ist auch als Monotherapie zugelassen worden, für den Fall dass Patienten zuvor mit endokriner Therapie und Chemotherapie behandelt wurden, nachdem der Krebs gestreut (metastasiert) hat.

Wirksamkeit in Kombination mit Fulvestrant

Sicherheit und Wirksamkeit des Medikaments in Kombination mit Fulvestrant wurden in einer randomisierten Studie mit 669 Patientinnen bewertet. Das mediane progressionsfreie Überleben für Patientinnen, die Verzenio mit Fulvestrant einnahmen, betrug 16,4 Monate im Vergleich zu 9,3 Monaten für Patientinnen, die ein Placebo mit Fulvestrant einnahmen.

Wirksamkeit als Monotherapie

Sicherheit und Wirksamkeit von Abemaciclib als eigenständige Behandlung wurden in einer einarmigen Studie an 132 Patientinnen mit HR-positivem, HER2-negativem Brustkrebs untersucht, der nach der Behandlung mit endokriner Therapie und Chemotherapie nach der Metastasierung des Krebses fortgeschritten war.

Die Studie maß den Prozentsatz der Patientinnen, deren Tumoren nach der Behandlung ganz oder teilweise geschrumpft waren (objektive Ansprechrate). In der Studie erreichten 19,7 Prozent der Patientinnen unter Verzenio eine vollständige oder partielle Schrumpfung ihrer Tumoren im Median von 8,6 Monaten.

Häufige Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen des Medikaments sind Durchfall, niedrige Werte bestimmter weißer Blutkörperchen (Neutropenie und Leukopenie), Übelkeit, Unterleibsschmerzen, Infektionen, Müdigkeit, niedrige Werte der roten Blutkörperchen (Anämie), verminderter Appetit, Erbrechen und Kopfschmerzen.

Schwerwiegende Nebenwirkungen

Zu den schwerwiegenden Nebenwirkungen von Abemaciclib gehören Durchfall, Neutropenie, erhöhte Leberblutwerte und Blutgerinnsel (tiefe Venenthrombose / Lungenembolie).

Frauen, die schwanger sind, sollten Verzenio nicht einnehmen, weil es zu Schäden an einem sich entwickelnden Fötus führen kann.
© arznei-news.de – Quelle: FDA, Sept. 2017

EU: Lokal fortgeschrittener oder metastasierender Brustkrebs – CHMP-Zulassungsempfehlung

28.07.2018 Der Ausschuss für Humanarzneimittel der Europäischen Zulassungsbehörde (CHMP) empfiehlt die Zulassung von Verzenios (aktive Substanz ist Abemaciclib) der Firma Eli Lilly Nederland B.V. als Filmtabletten (50 mg, 100 mg und 150 mg) für die Behandlung von lokal fortgeschrittenem oder metastasierendem Brustkrebs.

Bei Zulassung ist Verzenios indiziert für die Behandlung von Frauen mit Hormonrezeptor (HR) positivem, humanen epidermalen Wachstumsfaktorrezeptor 2 (HER2) negativen lokal fortgeschrittenen oder metastasierenden Brustkrebs in Kombination mit einem Aromatasehemmer oder Fulvestrant als erste endokrine Therapie oder bei Frauen, die eine vorherige endokrine Therapie erhalten haben.
Bei prä- oder perimenopausalen Frauen sollte die endokrine Therapie mit einem luteinisierenden Hormon-Agonisten (LHRH) kombiniert werden.
© arznei-news.de – Quelle: EMA



Schreiben Sie uns über Ihre Erfahrungen mit diesem Medikament:

Kommentare werden nach Prüfung auf Arznei-News.de veröffentlicht.
Machen Sie bitte keine persönlichen Angaben (wie Name, Geburtsdatum, Anschrift, Telefon-Nr., Email-Adresse etc.)!
Benutzen Sie bitte aus Lesbarkeitsgründen auch Komma, Punkt und Absatz. :-)