Antibiotika bei Kleinkindern könnten Antikörperreaktion auf Impfstoffe verringern

Möglicher negativer Zusammenhang zwischen der Verschreibung von Antibiotika in der Vorgeschichte und der durch Impfungen hervorgerufenen Immunität bei Kleinkindern

28.04.2022 Die Verschreibung von Antibiotika für Kinder im Alter von 6 bis 24 Monaten steht in Zusammenhang mit einer verminderten impfinduzierten Immunität laut einer in Pediatrics veröffentlichten Studie.

Dr. Timothy J. Chapman vom Rochester General Hospital Research Institute in New York und Kollegen beobachteten 560 Kinder im Alter von 6 bis 24 Monaten in einer Kohortenstudie von 2006 bis 2016, um den Zusammenhang zwischen Antibiotikaeinsatz und impfinduzierter Immunität zu untersuchen. Gleichzeitig wurde eine retrospektive, ungeplante Sekundäranalyse der Krankenakten hinsichtlich der Verschreibung von Antibiotika und der Messung von Impfstoffantikörpern durchgeführt.

Von 560 Kindern hatten 342 Kinder Antibiotika verschrieben bekommen und 218 nicht. Die Forscher fanden heraus, dass die mit Antibiotika behandelten Kinder niedrigere impfinduzierte Antikörperspiegel gegen verschiedene Diphtherie-Tetanus-Acellular-Pertussis- (DTaP) und Pneumokokken-Konjugat-Antigene (PCV) aufwiesen.

Im Alter von 9 und 12 Monaten wurde bei mit Antibiotika behandelten Kindern eine höhere Häufigkeit von impfinduzierten Antikörpern unterhalb der Schutzschwelle festgestellt.

Es wurde ein negativer Zusammenhang zwischen dem zeitlichen Verlauf der Antibiotikagaben und den impfinduzierten Antikörperspiegeln festgestellt.

Mit jeder Antibiotikagabe sanken die Antikörperspiegel vor der Auffrischungsimpfung um 5,8 Prozent gegen DTaP-, 6,8 Prozent gegen Haemophilus influenzae Typ b-, 11,3 Prozent gegen inaktivierte Polio- und 10,4 Prozent gegen PCV-Antigene, während die Antikörperspiegel nach der Auffrischung um 18,1 Prozent, 21,3 Prozent, 18,9 Prozent bzw. 12,2 Prozent sanken.

„Wir liefern neue Belege dafür, dass bei der übermäßigen Verschreibung von Antibiotika Vorsicht geboten ist, da sich eine unerwünschte Wirkung auf die Verringerung der Impfstoffreaktionen auszudehnen scheint“, schreiben die Autoren.

© arznei-news.de – Quellenangabe: Pediatrics e2021052061. https://doi.org/10.1542/peds.2021-052061

Weitere Infos / News zu diesem Thema:





Diese Informationen sind NICHT als Empfehlung für ein bestimmtes Medikament zu verstehen. Auch wenn diese Berichte, Studien, Erfahrungen hilfreich sein können, sind sie kein Ersatz für die Erfahrung und das Fachwissen von Ärzten.

Welche Erfahrung haben Sie damit gemacht? Aus Lesbarkeitsgründen bitte Punkt und Komma nicht vergessen (keine persönlichen Angaben - wie voller Name, Anschrift etc).