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Antidepressiva bei Hüft- und Kniearthrose

Hüft- und Kniearthrose: Antidepressiva zeigen geringen Nutzen hinsichtlich Schmerzen und Funktion

Antidepressiva bei Hüft- und Kniearthrose

30.11.2022 Antidepressiva führen zu einer geringfügigen, aber klinisch unbedeutenden Verbesserung von Schmerzen und Funktion bei Patienten mit Arthrose laut einer in der Cochrane Library veröffentlichten Übersichtsarbeit.

Alexandra A. Leaney von der Monash University in Melbourne, Australien, und Kollegen untersuchten den Nutzen und Schaden von Antidepressiva für die Behandlung von symptomatischer Knie- und Hüftarthrose bei Erwachsenen. Es wurden Daten aus neun Studien mit 2,122 Teilnehmern berücksichtigt: Sieben untersuchten nur Kniearthrose, zwei schlossen auch Patienten mit Hüftarthrose ein.

  • Die Forscher fanden Belege für eine klinisch unerhebliche Verbesserung der Schmerzen durch Antidepressiva im Vergleich zu Placebo. Die mittlere Schmerzreduktion betrug 1,7 Punkte unter Placebo und 2,3 Punkte unter Antidepressiva (mittlerer Unterschied: -0,59).
  • Mit hoher Sicherheit wiesen 45,0 bzw. 28,6 Prozent der Teilnehmer, die Antidepressiva bzw. Placebo erhielten, ein klinisches Ansprechen auf, das als 50-prozentige oder größere Verringerung der durchschnittlichen 24-Stunden-Schmerzen definiert war (Risikoverhältnis 1,55).
  • Mit hoher Sicherheit wurde auch festgestellt, dass die mittlere Verbesserung der Funktion auf dem Western Ontario and McMaster Universities Arthritis Index unter Placebo 10,51 und unter Antidepressiva 16,16 Punkte betrug, was ein geringes, aber klinisch unbedeutendes Ansprechen darstellt.
  • Mit hoher Sicherheit wurde festgestellt, dass bei 64 Prozent der Antidepressiva- und 49 Prozent der Placebogruppe unerwünschte Ereignisse auftraten (Risikoverhältnis: 1,27).

„Da Schmerzen bei Arthrose multifaktoriell bedingt sind und die Wahrscheinlichkeit einer klinisch bedeutsamen Verbesserung bei den behandelten Teilnehmern im Vergleich zu den unbehandelten Teilnehmern hoch ist, würde die Identifizierung derjenigen, die mit höherer Wahrscheinlichkeit profitieren, die Anzahl der Personen reduzieren, die für ein zusätzliches positives Ergebnis behandelt werden müssen“, schreiben die Autoren.

© arznei-news.de – Quellenangabe: Cochrane Librarydoi.org/10.1002/14651858.CD012157.pub2

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