Antidepressiva bei Kindern / Jugendlichen

Erfahrungen, Erfahrungsberichte

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Wirksamkeit von Antidepressiva bei Kindern und Jugendlichen mit Depression

09.06.2016 Eine in der Zeitschrift The Lancet veröffentlichte Studie der Universität Oxford verglich Wirksamkeit und Sicherheit von 14 Antidepressiva (darunter Fluoxetin – Markennamen: Prozac, Fluxet etc.) hinsichtlich der Behandlung von Depression bei Kindern und Jugendlichen.

Dr. Andrea Cipriani und Kollegen verglichen in einer systematischen Rezension und Netzwerk-Metaanalyse aller veröffentlichten und unveröffentlichten randomisierter Studien, die Effekte von 14 Antidepressiva bei jungen Menschen mit klinischer Depression bis Ende Mai 2015.

Vergleich mit Placebo

In die Analyse einbezogen wurden: Amitriptylin, Citalopram, Clomipramin, Desipramin, Duloxetin, Escitalopram, Fluoxetin, Imipramin, Mirtazapin, Nefazodon, Nortriptylin, Paroxetin, Sertralin und Venlafaxin.

Sie ordneten die Antidepressiva nach Wirkung (Veränderungen bei den depressiven Symptomen und Ansprechen auf die Behandlung), Verträglichkeit (Unterbrechung wegen Nebenwirkungen), Akzeptanz (Unterbrechung wegen jeder Ursache) und schweren Nebenwirkungen (d.h. Suizidgedanken und -versuche).

Die Analyse von 34 Studien mit 5.260 Teilnehmern (durchschnittliches Alter 9 bis 18 Jahre) zeigte, dass die Vorteile die Gefahren in Bezug auf Wirkung und Verträglichkeit nur bei Fluoxetin überwogen.

  • Nortriptylin war weniger wirksam als sieben andere Antidepressiva und Placebo.
  • Imipramin, Venlafaxin und Duloxetin hatten ein schlechteres Verträglichkeitsprofil und führten zu deutlich mehr Therapieabbrüchen als Placebo.
  • Venlafaxin war mit einem Risiko für Suizidgedanken oder -versuchen im Vergleich zu Placebo und fünf anderen Antidepressiva verbunden.

Bestes Nutzen-Risiko-Verhältnis

Bei der Wirksamkeit war nur Fluoxetin statistisch signifikant wirksamer als Placebo. Im Hinblick auf die Verträglichkeit schnitt es besser ab als Duloxetin und Imipramin.

Die Autoren warnen allerdings, dass wegen des Mangels an zuverlässigen Daten es nicht möglich war, die Gefahr der Suizidalität für alle Medikamente zu bewerten.

Auch die wahre Wirksamkeit und die Gefahren bleiben unklar wegen der kleinen Zahl und des ungenügenden Designs der Studien, sagten die Autoren.

© arznei-news.de – Quellenangabe: Universität Oxford, The Lancet – dx.doi.org/10.1016/S0140-6736(16)30385-3; Juni 2016

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