Antiepileptika, Antikonvulsiva und Intelligenz, IQ

Intelligenz: Keine Beeinträchtigung des IQ durch neuere Antiepileptika

05.09.2016 Zwei neuere Antiepileptika (auch Antikonvulsiva genannt) sind laut einer in American Academy of Neurology veröffentlichten Studie der Universität Manchester nicht mit Beeinträchtigungen der Intelligenz bzw. des IQ bei Kindern im Schulalter verbunden, deren Mütter diese Medikamente während der Schwangerschaft einnahmen.

Geburtsdefekte und intellektuelle Entwicklungsprobleme

Valproat, eines der am häufigsten verschriebenen antiepileptischen Medikamente, ist in der Vergangenheit mit Geburtsdefekten und Entwicklungsproblemen verbunden worden. Jedoch zeigten in einer aktuellen Untersuchung zwei neuere Medikamente gegen Epilepsie – Levetiracetam und Topiramat – wenig oder keinen Einfluss auf die intellektuelle Entwicklung von Kindern.

Im Laufe der letzten paar Jahre sind Ärzte davon abgerückt, Valproat schwangeren Frauen zu verschreiben, und wechselten über zu den beiden neueren Antikonvulsiva, sagte Studienleiterin Dr. Rebecca Bromley. Bis heute hat es aber keine definitiven Forschungsbefunde gegeben, die zeigen, welche Implikationen für den IQ und die Entwicklung der Kinder diese beiden Medikamente haben können, sagte sie.

Die Studie untersuchte die Kinder von 171 Frauen, die eines der drei Medikamente in der Schwangerschaft eingenommen hatten. Die Befunde zeigen, dass Levetiracetam und Topiramat keinen erkennbaren Einfluss auf die intellektuelle Entwicklung der Kinder hatten. Jedoch sollten noch längerfristige Studien unternommen werden, sagte Dr. Bromley.

Vergleich

Die 171 Mütter hatten jeweils ein Kind im Alter zwischen fünf und neun Jahren. Von diesen Frauen hatten 42 Levetiracetam, 27 Topiramat und 47 hatten Valproat während der Schwangerschaft eingenommen – eine zusätzliche Kontrollgruppe mit Frauen mit Kindern im ähnlichen Alter hatten keine antiepileptischen Medikamente eingenommen, während sie schwanger waren.

Bromley und ihr Team führten kognitive Tests mit den Kindern durch, um IQ, verbales und non-verbales Verständnis, und die Geschwindigkeit zu messen, mit der sie visuelle Informationen verarbeiten können, zu messen.

Unabhängig vom Niveau der Dosis des Medikaments zeigten die Topirimat- und Levetiracetam-Gruppen keinen wahrnehmbaren Unterschied im IQ oder bei den Denkfähigkeiten im Vergleich zur Kontrollgruppe.

Jedoch hatten die Kinder der Valproat-Gruppe einen um durchschnittlich 11 Punkte geringeren IQ als die Kinder der Kontroll-, Levetiracetam- und Topiramat-Gruppen.

© arznei-news.de – Quellenangabe: Universität Manchester, American Academy of Neurology – DOI: 10.1212/WNL.0000000000003157; Sept. 2016

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