Antiepileptika, Antikonvulsiva bei bipolarer Störung

Suizidalität bei bipolarer Störung: Erhöhen Antiepileptika das Suizidrisiko?

Das Suizidrisiko bzw. die Suizidalität unter Patienten mit einer bipolaren Störung (früher auch manische Depression genannt) erhöht sich nicht, wenn sie mit antiepileptischen Medikamenten behandelt wurden, verglichen mit Patienten, die Lithium oder keine Medikamente einnahmen laut einer in der Dezemberausgabe der Archives of General Psychiatrys herausgegebenen Studie.

Antiepileptika versus Lithium

Robert D. Gibbons, Ph.D. von der Universität Illinois in Chicago und Kollegen analysierten Daten aus einer medizinischen Datenbank mit 47.918 Patienten mit bipolarer Störung, um zu untersuchen, ob die Rate der Suizid-Versuche unter Teilnehmern, die einige der 11 Antiepileptika (auch Antikonvulsiva genannt) einnahmen, die von der U.S. Food and Drug Administration genehmigt wurden, die Suizidrate bei jenen übertraf, die Lithium oder keine Psychopharmaka nahmen.

  • Es gab 13 Suizidversuche pro 1.000 Personen pro Jahr bei den Patienten, die Antiepileptika nahmen;
  • bei Patienten, die keine Psychopharmaka bekamen, lagen die Suizidversuche bei ebenfalls 13 pro 1.000;
  • bei den Patienten, die mit Lithium behandelt wurden, kam es zu 18 Suizidversuchen pro 1.000;
  • die Rate bei denen, die mit Antikonvulsiva behandelt worden sind, fiel von 72 pro 1.000 Personen pro Jahr vor der Behandlung auf 13, stellten die Forscher fest.

Keine Belege, dass Antikonvulsiva die Suizidalität erhöhen

Einen kausalen Schluss aus den Daten zu ziehen, ist im Allgemeinen schwierig, aber noch komplizierter bei Untersuchungen zu Suizid, schreiben die Autoren.

In der Zusammenfassung liefert die gegenwärtige Analyse keine Belege, dass Antiepileptika das Risiko für Selbstmordversuche bei Patienten mit bipolarer Störung erhöhen.

Der Hauptautor berichtete, als Sachverständiger für Pfizer Pharmaka zu arbeiten, dem Hersteller von Gabapentin, eines der Medikamente, die bei der Studie verwendet wurden, aber Pfizer war nicht an der Forschung beteiligt.
Quelle: Archives of General Psychiatrys Dez. 2009





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