Antiepileptika, Antikonvulsiva in der Stillzeit

Studie: Antiepileptika-Exposition bei mit der Brust gestillten Säuglingen gering

03.01.2020 Bei Säuglingen, die von Müttern gestillt werden, die Antiepileptika (auch Antikonvulsiva genannt) gegen ihre Epilepsie erhalten, sind die Konzentrationen der Antiepileptika in den Blutproben der Säuglinge wesentlich niedriger als die in den mütterlichen Blutproben laut einer in JAMA Neurology veröffentlichten Studie.

Angela K. Birnbaum von der Universität Minnesota in Minneapolis führte zusammen mit Kollegen eine prospektive Kohortenstudie mit Nachbeobachtung bei Kindern bis 6 Jahren an 20 Standorten durch.

Insgesamt waren 351 schwangere Frauen mit Epilepsie im Alter von 14 bis 45 Jahren eingeschrieben, die bis zur Schwangerschaft und neun Monate nach der Geburt beobachtet wurden; ihre 345 Säuglinge wurden bei der Geburt eingeschrieben.

Die Forscher stellten fest, dass 64,3 Prozent der Säuglinge gestillt wurden. Von 138 Säuglingen wurden insgesamt 164 übereinstimmende Säuglings-Mutter-Konzentrationspaare aufgenommen. Insgesamt lagen bei den gestillten Säuglingen etwa 49 Prozent aller Antiepileptika-Konzentrationen unter der unteren Bestimmungsgrenze.

Bei allen sieben Antiepileptika und einem Metaboliten lag der mittlere Anteil der Säuglings-zu-Mutter-Konzentration zwischen 0,3 Prozent und 44,2 Prozent. Die mütterliche Konzentration war ein signifikanter Faktor, der mit der Lamotrigin-, nicht aber mit der Levetiracetam-Konzentration bei Säuglingen assoziiert war.

Die Gesamtergebnisse zeigen, dass die Antiepileptika-Exposition bei Säuglingen im Vergleich zu ihren Müttern, die mit Antiepileptika behandelt wurden, gering ist, schreiben die Autoren.

Die Ergebnisse könnten erklären, warum frühere Studien keine nachteiligen Auswirkungen auf die Entwicklung des Nervensystems beim Stillen während der Einnahme von Antiepileptika durch die Mutter festgestellt haben.
© arznei-news.de – Quellenangabe: JAMA Neurology – doi:10.1001/jamaneurol.2019.4443



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