Autoimmunerkrankungen: Vitamin D verringert Risiko

Vitamin-D-Ergänzungen mit oder ohne Omega-3-Fettsäuren verringerten das Risiko für Autoimmunkrankheiten

27.01.2022 Autoimmunerkrankungen wie rheumatoide Arthritis, Polymyalgia rheumatica, autoimmune Schilddrüsenerkrankungen und Psoriasis sind eine der Hauptursachen für Morbidität und Mortalität im Alter.

Es gibt nur wenige wirksame Behandlungen für Autoimmunerkrankungen, aber einige präklinische Studien haben angedeutet, dass Nahrungsergänzungsmittel, einschließlich Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren, eine positive Wirkung haben könnten.

In einer neuen in BMJ veröffentlichten Studie untersuchten Forscher des Brigham and Women’s Hospital, ob die Einnahme von Vitamin-D- und/oder Omega-Fettsäure-Präparaten die Häufigkeit von Autoimmunerkrankungen beeinflussen könnte.

Die Studie

Das Team untersuchte dies im Rahmen der groß angelegten Vitamin-D- und Omega-3-Studie (VITAL), einer randomisierten Studie, in der die Teilnehmer etwa fünf Jahre lang beobachtet wurden. Laut den Ergebnissen wiesen Teilnehmer, die Vitamin D oder Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren einnahmen, eine deutlich niedrigere Rate an Autoimmunerkrankungen auf als die Teilnehmer, die ein Placebo einnahmen.

VITAL ist eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Forschungsstudie mit 25.871 Männern (ab 50 Jahren) und Frauen (ab 55 Jahren) in den USA, in der untersucht wurde, ob die tägliche Einnahme von Vitamin D3 (2000 IE) oder Omega-3-Fettsäuren (Omacor Fischöl, 1 Gramm) das Risiko für die Entwicklung von Krebs, Herzkrankheiten und Schlaganfall bei Menschen ohne diese Krankheiten in der Vorgeschichte verringern könnte.

Die Teilnehmer erhielten nach dem Zufallsprinzip entweder Vitamin D zusammen mit einem Omega-3-Fettsäurepräparat, Vitamin D zusammen mit einem Placebo, Omega-3-Fettsäure zusammen mit einem Placebo oder nur Placebo.

Vor dem Start der VITAL-Studie beschlossen die Forscher, im Rahmen einer Zusatzstudie auch das Auftreten von Autoimmunerkrankungen bei den Teilnehmern zu untersuchen.

Die Teilnehmer beantworteten Fragebogen über neu diagnostizierte Krankheiten, darunter rheumatoide Arthritis, Polymyalgia rheumatica, autoimmune Schilddrüsenerkrankungen, Psoriasis und entzündliche Darmerkrankungen, und konnten auch alle anderen neu auftretenden Autoimmunerkrankungen eintragen. Geschulte Ärzte überprüften die Krankenakten der Patienten, um die angegebenen Diagnosen zu bestätigen.

Weniger Autoimmunerkrankungen durch Vitamin D

Bei den Patienten, die nach dem Zufallsprinzip Vitamin D erhielten, wurde bei 123 Teilnehmern in der Behandlungsgruppe und 155 in der Placebogruppe eine bestätigte Autoimmunerkrankung diagnostiziert (22 Prozent weniger).

In der Fettsäuregruppe wurde bei 130 Teilnehmern in der Behandlungsgruppe und 148 in der Placebogruppe eine bestätigte Autoimmunerkrankung festgestellt.

Die Supplementierung mit Omega-3-Fettsäuren allein führte nicht zu einer signifikanten Verringerung der Häufigkeit von Autoimmunerkrankungen, aber die Studie fand Hinweise auf eine verstärkte Wirkung nach längerer Dauer der Supplementierung.

Die VITAL-Studie umfasste eine große und breit gefächerte Stichprobe von Teilnehmern, aber alle Teilnehmer waren älter, so dass die Ergebnisse möglicherweise nicht auf jüngere Menschen übertragbar sind, bei denen die Autoimmunerkrankungen früher im Leben auftreten.

Außerdem wurden in der Studie nur eine Dosis und eine Formulierung jedes Ergänzungsmittels getestet. Die Forscher weisen darauf hin, dass eine längere Nachbeobachtung aufschlussreicher sein könnte, um zu beurteilen, ob die Wirkungen von Dauer sind.

© arznei-news.de – Quellenangabe: BMJ DOI: 10.1136/bmj-2021-066452





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