Checkpoint-Inhibitoren

Definition, Beschreibung

Die Therapie mit Checkpoint-Inhibitoren ist eine Form der Krebsbehandlung, die derzeit weltweit erforscht wird. Die Therapie nutzt Immun-Checkpoints, die das Funktionieren des Immunsystems beeinflussen. Immun-Checkpoints können stimulierend oder hemmend sein.

Tumore können diese Checkpoints nutzen, um sich vor Angriffen des Immunsystems zu schützen. Die Checkpoint-Therapie kann hemmende Kontrollpunkte blockieren und die Funktion des Immunsystems wiederherstellen. Eine der untersuchten Liganden-Rezeptor-Interaktionen ist die Interaktion zwischen dem transmembranprogrammierten Zelltod-1-Protein (PDCD1, PD-1; auch bekannt als CD279) und seinem Liganden PD-1-Ligand 1 (PD-L1, CD274). PD-L1 auf der Zelloberfläche bindet an PD1 auf einer Immunzelloberfläche, die die Aktivität der Immunzellen hemmt. Unter den PD-L1-Funktionen befindet sich die wichtige regulatorische Rolle für die Aktivitäten der T-Zellen. Es scheint, dass (krebsvermittelte) Up-Regulation von PD-L1 auf der Zelloberfläche T-Zellen hemmen kann, die ansonsten angreifen könnten. Antikörper, die entweder an PD-1 oder PD-L1 binden und somit die Interaktion blockieren, können es den T-Zellen ermöglichen, den Tumor anzugreifen.

Synonym wird auch die Bezeichnung Immun-Checkpoint-Inhibitor benutzt.

Liste

Studie zu den immunspezifischen Nebenwirkungen unter Checkpoint-Inhibitoren

07.01.2018 Obgleich mit Checkpoint-Inhibitoren behandelte Patienten mit vorbestehender Autoimmunerkrankung ein Risiko für die Verschlimmerung ihrer Erkrankung, immunbezogene Nebenwirkungen – oder beides – haben, können diese oft ohne Unterbrechung der Behandlung gehandhabt werden laut einer in den Annals of Internal Medicine veröffentlichten Studie.

Dr. Noha Abdel-Wahab von der Universität Texas und Kollegen führten eine systematische Überprüfung durch, um die Belege für Nebenwirkungen im Zusammenhang mit Checkpoint-Inhibitoren (CPI) bei Patienten mit Krebs und bereits bestehenden Autoimmunerkrankungen zusammenzufassen. Es wurden die Daten von 123 Patienten, die in 49 Publikationen ermittelt wurden, erfasst.

Die Forscher fanden heraus, dass 75 Prozent der Patienten Exazerbationen von bereits bestehenden Autoimmunerkrankungen, immunbezogene Nebenwirkungen oder beides hatten. Patienten mit aktiver und inaktiver Erkrankung unterschieden sich nicht in Bezug auf unerwünschte Ereignisse. Bei Patienten, die bei Beginn der CPI-Therapie eine immunsuppressive Therapie erhielten, schienen weniger Nebenwirkungen aufzutreten als bei Patienten, die keine Behandlung erhielten.

Die meisten der Schübe und immunbezogene Nebenwirkungen wurden mit Kortikosteroiden behandelt; andere immunsuppressive Therapien wurden von 16 Prozent benötigt. Bei mehr als der Hälfte der Patienten verbesserten sich die Nebenwirkungen ohne Unterbrechung der Therapie mit den Checkpoint-Inhibitoren. Drei Patienten starben aufgrund von Nebenwirkungen.

Prospektive Längsschnittstudien sind notwendig, um die Inzidenz von unerwünschten Ereignissen festzustellen und Risiko-Nutzen-Verhältnisse und Patientenpräferenzen in dieser Population zu bewerten, schreiben die Autoren.
© arznei-news.de – Quelle: Annals of Internal Medicine – DOI: 10.7326/M17-3079, Jan. 2018

Myokarditis als seltene Nebenwirkung von Immun-Checkpoint-Hemmern

07.04.2018 Myokarditis bei Patienten, die mit Immun-Checkpoint-Inhibitoren behandelt werden, kann häufiger auftreten als bisher angenommen laut einer im Journal of the American College of Cardiology veröffentlichten Studie.

Dr. Syed S. Mahmood vom New York-Presbyterian Hospital in New York City und Kollegen analysierten die Daten von 35 Patienten mit Checkpoint-Inhibitor-assoziierter Myokarditis (November 2013 bis Juli 2017).

Prävalenz der Myokarditis

Die Forscher stellten fest, dass die Prävalenz der Myokarditis 1,14 Prozent betrug, mit einer medianen Zeit des Beginns von 34 Tagen nach Beginn der Behandlung mit den Checkpoint-Hemmern.

Das Durchschnittsalter der betroffenen Patienten betrug 65 Jahre, 29 Prozent waren Frauen und 54 Prozent hatten keine weiteren immunologischen Nebenwirkungen.

Die Kombination Immun-Checkpoint-Hemmer (P < 0,001) und Diabetes (P = 0,01) war bei den Fällen häufiger als bei den Kontrollen.

Kardiale Nebenwirkungen

Bei 46 Prozent der Patienten entwickelten sich über 102 Tage mediane Nachbeobachtungszeit schwerwiegende kardiale Nebenwirkungen. Das Risiko für schwerwiegende kardiale Nebenwirkungen war unter Troponin T ≥ 1,5 ng/ml (Hazard Ratio 4,0; P = 0,003) vierfach erhöht.

Myokarditis nach einer Therapie mit Immun-Checkpoint-Inhibitoren kann häufiger auftreten als bislang angenommen, tritt früh nach Behandlungsbeginn auf, hat einen malignen Verlauf und spricht auf höhere Steroiddosen an, schreiben die Autoren.
© arznei-news.de – Quellenangabe: Journal of the American College of Cardiology – March 2018 DOI: 10.1016/j.jacc.2018.02.037



Schreiben Sie uns über Ihre Erfahrungen mit diesem Medikament:

Kommentare werden nach Prüfung auf Arznei-News.de veröffentlicht.
Machen Sie bitte keine persönlichen Angaben (wie Name, Geburtsdatum, Anschrift, Telefon-Nr., Email-Adresse etc.)!
Benutzen Sie bitte aus Lesbarkeitsgründen auch Komma, Punkt und Absatz. :-)