Cotrimoxazol bei Lupus erythematodes

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Viele Patienten mit Lupus erythematodes weisen ein hohes Risiko für unerwünschte Reaktionen auf Cotrimoxazol (Trimethoprim / Sulfamethoxazol) auf

08.11.2020 Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass Erwachsene mit systemischem Lupus erythematodes (SLE), die Trimethoprim-Sulfamethoxazol (Cotrimoxazol, eine prophylaktische Therapie zur Vorbeugung einer Pneumocystis-Pneumonie) erhalten, ein hohes Risiko für Nebenwirkungen des Medikaments haben, insbesondere wenn sie auch Anti-Smith (Anti-Sm)-Antikörper positiv sind.

Einzelheiten der Studie wurden auf der Jahrestagung des American College of Rheumatology (ACR Convergence) vorgestellt (ABSTRACT #1830).

Da frühere Studien darauf hindeuteten, dass Lupus-Patienten ein höheres Risiko für unerwünschte Reaktionen auf Cotrimoxazol hatten, starteten Shinji Izuka vom National Centre for Global Health and Medicine in Tokyo und Kollegen diese Studie, um das Risiko zu bestätigen und spezifische Risikofaktoren bei Menschen mit systemischen Lupus erythematodes und anderen Bindegewebserkrankungen zu ermitteln.

Die Forscher untersuchten die stationäre Datenbank ihres Krankenhauses auf Aufzeichnungen von Patienten mit Bindegewebserkrankungen, denen zwischen Januar 2009 und April 2020 Cotrimoxazol als Prophylaktikum gegen Pneumocystis-Pneumonie verabreicht wurde. Die Basisdaten wurden zum Zeitpunkt des Beginns der Verabreichung von Cotrimoxazol erhoben.

Sie schlossen Patienten mit HIV und alle Personen aus, die innerhalb eines Monats keine unerwünschten Arzneimittelwirkungen erlitten. Sie verglichen die Prävalenz von Nebenwirkungen zwischen Menschen mit Lupus und Menschen mit anderen Bindegewebserkrankungen und analysierten die Daten auch auf spezifische Risikofaktoren bei Lupus-Patienten.

Zu den 427 Patienten in der Studie gehörten 164 mit Lupus, während die übrigen an einer anderen Bindegewebserkrankung litten, wie z.B. Polymyositis oder Dermatomyositis, Sjögren-Syndrom, systemische Sklerose, gemischte Bindegewebserkrankung und verschiedene Formen von Vaskulitis. Vierzig, d.h. 9,4% der Patienten entwickelten eine unerwünschte Arzneimittelwirkung auf Cotrimoxazol, darunter 10 mit Thrombozytopenie, neun mit Hautausschlag, sieben mit einer Anomalie des Leberfunktionstests, sieben mit Fieber und 12 mit anderen Reaktionen.

Bei Menschen mit Lupus erythematodes war die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten einer unerwünschten Arzneimittelwirkung höher: 13,4% im Vergleich zu 6,9% bei den Patienten der Kontrollgruppe. Ihr Quotenverhältnis, eine unerwünschte Arzneimittelwirkung zu entwickeln, betrug 2,12.

Als die Forscher eine univariate Analyse durchführten, um nach Risikofaktoren zu suchen, fanden sie heraus, dass Lupus-Patienten mit Anti-Sm, Anti-RNP und Anti-Ro/SS-A-Antikörpern signifikant mit einem höheren Risiko für eine unerwünschte Arzneimittelwirkung assoziiert waren. Sie führten dann eine multivariate Analyse durch und stellten fest, dass nur Anti-Sm-Antikörper bei Menschen mit Lupus erythematodes signifikant mit einem höheren Risiko verknüpft waren.

Aufgrund dieser erhöhten Risiken sollten Patienten mit systemischen Lupus erythematodes, die prophylaktisch Cotrimoxazol erhalten, sorgfältig auf jede unerwünschte Reaktion auf Trimethoprim / Sulfamethoxazol überwacht werden, insbesondere die Patienten mit Anti-Sm-Antikörpern, folgerten die Forscher.
© arznei-news.de – Quellenangabe: American College of Rheumatology.



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