Erdafitinib

Vielversprechend bei Urothelkarzinom-Patienten mit spezifischen Mutationen

03.06.2018 In einer internationalen Phase-II-Studie unter der Leitung von Forschern des University of Texas MD Anderson Cancer Center wurde die Behandlung mit dem oralen FGFR-Inhibitor Erdafitinib gut vertragen und erreichte ein robustes Ansprechen bei Patienten mit metastasierendem Urothelkarzinom bzw. Krebs der Harnwege mit Mutationen im FGFR3-Gen.

Die zielgerichtete Therapie schien auch bei einer Untergruppe von Patienten wirksam zu sein, bei denen die Immuntherapie zuvor versagt hatte, was darauf hindeutet, dass Erdafitinib für Patienten ohne weitere Behandlungsmöglichkeiten von Nutzen sein könnte. Die Ergebnisse wurden auf der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology 2018 von Dr. Arlene Siefker-Radtke vorgestellt.

Wirkstoff, Wirkung

Erdafitinib ist ein orales Medikament, das die Aktivität aller FGFR-Proteine, einschließlich FGFR3, blockiert. Genetische Veränderungen in FGFR3 können bei etwa 15 bis 20 Prozent der Patienten mit metastasierendem Blasenkrebs auftauchen und sollen die Progression der Krankheit vorantreiben.

Außerdem scheinen Tumore mit FGFR3-Mutationen keine Anzeichen einer Immunaktivierung zu zeigen, und es gibt immer mehr Hinweise darauf, dass diese Tumoren möglicherweise nicht so gut auf eine Immuntherapie ansprechen, erklärte Siefker-Radtke.

Studie

Für die internationale, offene Phase-II-Studie wurden 99 Patienten aufgenommen und mit einem Median von fünf Zyklen des optimierten Erdafitinib-Schemas, bestehend aus 8 mg täglich über 28 Tage, behandelt, wobei eine Eskalation auf 9 mg ohne signifikante Nebenwirkungen möglich war.

Alle Patienten hatten metastasierenden oder chirurgisch inoperablen Urothelkrebs mit einer nachgewiesenen Mutation in FGFR3 oder Fusion in FGFR2 oder FGFR3. Eine vorherige Behandlung mit Chemotherapie und/oder Immun-Checkpoint-Inhibitoren war erlaubt.

Nebenwirkungen

Behandlungsbedingte Nebenwirkungen waren beherrschbar, nur 10 Prozent der Patienten brachen die Behandlung aufgrund von Symptomen ab.

Es gab keine behandlungsbedingten Todesfälle und keine Ereignisse des vierten Grades.

Die häufigsten Nebenwirkungen waren Grad 1 und 2 – einschließlich Hyperphosphatämie (hohe Blutphosphatwerte) (72 Patienten, Grad 3 bei 2 Patienten), Stomatitis (Mund- und Lippenentzündung) (54 Patienten, Grad 3 bei 9 Patienten) und Durchfall (37 Patienten, Grad 3 bei 4 Patienten).

Ansprechen

Die Behandlung mit Erdafitinib erreichte das primäre Ziel mit einer 40-prozentigen Gesamtansprech-Rate – einschließlich kompletten Ansprechens oder Verschwinden des Tumors bei drei Prozent der Patienten und teilweisem Ansprechen oder Schrumpfung des Tumors bei 37 Prozent.

Weitere 39 Prozent der Patienten hatten eine stabile Erkrankung ohne Progression. Vorläufige Daten aus der Studie deuten auf ein medianes Gesamtüberleben von 13,8 Monaten hin.

Von 22 Patienten, die zuvor mit Immun-Checkpoint-Inhibitoren behandelt wurden, erreichte die Erdafitinib-Behandlung bei 59 Prozent der Patienten ein Gesamtansprechen.



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