Escitalopram (Cipralex) bei sozialer Phobie

Erfahrungen, Erfahrungsberichte zu diesem Medikament

Escitalopram unterstützt KVT bei sozialer Angst / Phobie

06.07.2016 Soziale Phobie / Angst: Antidepressivum verstärkt Wirksamkeit von Kognitiver Verhaltenstherapie übers Internet; Emotionsverarbeitung im Gehirn wird verbessert.

Kombinationsbehandlung

Die Behandlung der Angststörung Soziale Phobie besteht häufig entweder aus Selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI) oder aus Kognitiver Verhaltenstherapie (KVT), aber eine neue Studie der Uppsala Universität zeigt, dass Sozialphobie am besten mit einer Kombination aus SSRI und KVT behandelt wird, wodurch auch die Emotionsverarbeitung im Gehirn verbessert wird.

Die Kombination von SSRI-Antidepressiva und KVT ist in der klinischen Praxis recht üblich, aber klinische Studien, die die Wirkung dieser Kombinationstherapie auswerteten sind knapp.

Zusammen mit KVT übers Internet

Die Forscher vom Fachbereich für Psychologie haben nun die Effekte des Antidepressivums Escitalopram untersucht, wobei die sozialphobischen Teilnehmer gleichzeitig an einer KVT teilnahmen, die übers Internet angeboten wurde.

Diese Teilnehmer wurden mit einer anderen Patientengruppe verglichen, die Internet-KVT plus Placebo erhielten, wobei weder Patienten noch Kliniker wussten, wer Placebo und wer Escitalopram bekam. Außerdem wurden bei allen Patienten MRT-Gehirnscans gemacht, um Veränderungen in der Nervenzelltätigkeit durch die Behandlung zu bewerten.

Überlegenheit im Vergleich mit Placebo

Die im British Journal of Psychiatry veröffentlichte Studie zeigte nach der neunwöchigen Behandlung, dass mit KVT und Escitalopram behandelte Patienten eine größere Verbesserung zeigten als diejenigen, die KVT + Placebo erhalten hatten.

Dieser Effekt zeigte sich sowohl bei der täglichen sozialen Angst als auch beim Sozialphobie-Test im Labor. Der klinische Unterschied zwischen den beiden Behandlungsgruppen zeigte sich noch stärker in der Langfrist-Auswirkung 15 Monate später, sagte Studienautor Malin Gingnell.

MRT zeigt emotionale Stabilisierung

Außerdem zeigten die fMRT-Scans, dass die größere Symptomverbesserung in der KVT-Escitalopram-Gruppe mit einer verringerten neuronalen Reaktion auf emotionale Stimuli in der Amygdala einherging – eine Gehirnstruktur, die eine wichtige Rolle bei der Erzeugung von Furcht und Angst spielt.

D.h. die emotionale Reaktion in Form von Angst auf angstbesetzte Stimuli wurde verringert, wobei dies durch die MRT-Aufnahmen zusätzlich belegt werden konnte.

© arznei-news.de – Quellenangabe: Uppsala Universität, British Journal of Psychiatry – DOI: 10.1192/bjp.bp.115.175794; Juli 2016

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