Fostemsavir

HIV: Positive Phase-3-Ergebnisse bei zuvor mehrfach behandelten Patienten

01.11.2018 ViiV Healthcare hat die 48-wöchigen Ergebnisse der Phase-III-Studie BRIGHTE veröffentlicht; die Studie untersuchte den Wirkstoff Fostemsavir bei stark behandlungserfahrenen (HTE) Patienten mit HIV-1-Infektion.

Wirksamkeit in BRIGHTE

Fostemsavir, in Kombination mit der optimierten Backgroundbehandlung (OBT), hielt die virologische Suppression von Woche 24 bis Woche 48 in dieser schwer zu behandelnden Bevölkerungsgruppe aufrecht.

Die Ergebnisse zeigen, dass 54% der Patienten in der randomisierten Kohorte (n = 146/272) nach 48 Wochen Behandlung mit Fostemsavir plus optimierter Hintergrundtherapie eine virologische Suppression (<40 Kopien/mL) erreichten.

Darüber hinaus zeigten Patienten in der randomisierten Kohorte eine immunologische Verbesserung in der 48. Woche, wie eine Zunahme der CD4+ T-Zellzahlen (mittlere Veränderung gegenüber der Basislinie von +139 Zellen/µL) zeigt. Diese Daten nach 48 Wochen basieren auf den im vergangenen Jahr angekündigten primären Endpunktdaten (Tag 8).

Nebenwirkungen, unerwünschte Ereignisse

Die meisten mit Fostemsavir behandelten Patienten berichteten bis Woche 48 über mindestens ein unerwünschtes Ereignis (AE; Nebenwirkungen).

Die am häufigsten berichteten medikamentenbedingten Nebenwirkungen waren Durchfall, Übelkeit und Kopfschmerzen.

35 Prozent der Teilnehmer hatten eine oder mehrere schwere Nebenwirkungen (SAE), die am häufigsten mit Infektionen zusammenhiengen, und diese traten bei den immungeschwächtesten Patienten auf.

Drei Prozent der SAE waren mit dem Studienmedikament verknüpft, und sieben Prozent (7%) der Teilnehmer brachen aufgrund eines unerwünschten Ereignisses die Behandlung ab.
© arznei-news.de – Quellenangabe: ViiV Healthcare

BRIGHTE: Positive 96-wöchige Daten aus Phase-III-Studie mit Fostemsavir bei stark behandelten Patienten mit HIV

22.07.2019 ViiV Healthcare hat positive Resultate aus der Phase-III-Studie BRIGHTE zur Untersuchung von Fostemsavir bei stark behandlungserfahrenen Erwachsenen mit HIV-1-Infektion auf der 10. International AIDS Society Conference of HIV Science in Mexiko City bekanntgegeben.

Virologische Suppression

In Woche 96 erreichten 60% der Patienten, die Fostemsavir plus OBT (optimierte Background-Behandlung) in der randomisierten Kohorte (n=163/272) erhielten, eine virologische Suppression (HIV-1 RNA <40 Kopien pro Milliliter [c/mL]), eine Steigerung von 6% gegenüber den Ergebnissen der Woche 48.

Die Patienten in der randomisierten Kohorte zeigten eine kontinuierliche immunologische Verbesserung in Woche 96, wie eine Zunahme der CD4+ T-Zellzahlen zeigt (mittlere Veränderung gegenüber der Ausgangslinie von +205 Zellen pro Mikroliter [Zellen/µL], eine mittlere Zunahme von 66 Zellen/µL gegenüber Woche 48).

In der randomisierten Kohorte in Woche 96 stiegen bei 67% der Patienten mit Basis-CD4 <200 Zellen/µL CD4 ≥200 Zellen/µL, und bei 56% der Patienten mit einer Basis-CD4 <50 Zellen/µL auf CD4 ≥200 Zellen/µL.

Nebenwirkungen

Bis Woche 96 berichteten fast alle mit Fostemsavir behandelten Patienten über mindestens ein unerwünschtes Ereignis (AE / Nebenwirkungen), von denen die häufigsten Übelkeit, Durchfall und Kopfschmerzen waren.

Mindestens ein schwerwiegendes unerwünschtes Ereignis (SAE) wurde von 38% aller behandelten Patienten berichtet, von denen die häufigsten auf Infektionen oder Begleiterkrankungen zurückzuführen waren.

Insgesamt waren 3% der SAEs mit Fostemsavir verbunden, während nur wenige SAE (1%) zur Einstellung der Behandlung mit Fostemsavir führten.

Von den 29 Todesfällen, die in Woche 96 gemeldet wurden, waren sieben AIDS-bedingt und 11 akute Infektionen, sechs nicht AIDS-bedingte Malignome und die restlichen fünf auf andere Erkrankungen zurückzuführen. Dreiundzwanzig der 29 Todesfälle (79%) traten bei Patienten mit CD4+ T-Zellzahlen <50 Zellen/mm3 auf. Die mittlere Basislinie CD4+ T-Zellzahl für alle verstorbenen Patienten betrug 11 Zellen/mm3.

Virologisches Ansprechen in Untergruppen

Zusätzlich zur Analyse der Woche 96 wurde auf der IAS 2019 eine vordefinierte Subgruppenanalyse unter anderem nach Alter, Geschlecht und Rasse präsentiert. Die Ergebnisse dieser Analyse bauen auf den Ergebnissen der Woche 48 auf und zeigten vergleichbare Raten des virologischen Ansprechens bei Patienten im Alter von >50 Jahren, Frauen oder bei Patienten, die ihre Rasse im Vergleich zu ihren jeweiligen Pendants bis Woche 96 selbst als “schwarz” oder “afroamerikanisch” eingestuft haben.

Das virologische Ansprechen in Woche 96 für die randomisierte Kohorte stieg ab Woche 48 und war in den meisten Untergruppen vergleichbar, mit Ausnahme derjenigen mit etablierten Prädiktoren für ein reduziertes Ansprechen [hohe virale Grundlasten (VL), niedrige CD4-Basiszahl].

Ein höherer Prozentsatz der Teilnehmer mit CD4-Basiszahlen < 20 Zellen/μL im Vergleich zu ≥200 Zellen/μL wiesen SAE (46% vs. 27%) und Todesfälle (8% vs. 3%) auf. Von besonderer Bedeutung ist, dass die immunologischen Verbesserungen über alle analysierten Untergruppen hinweg vergleichbar waren, einschließlich eines durchschnittlichen Anstiegs von 240 Zellen/μL bei Teilnehmern mit Baseline-CD4-Zahlen < 20 Zellen/μL.
© arznei-news.de – Quellenangabe: ViiV Healthcare



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