Kann ein Tuberkulose-Impfstoff Ekzeme bei Säuglingen verringern?

Prävention von Säuglingsekzemen durch neonatale Bacille Calmette-Guérin-Impfung: Die randomisierte kontrollierte Studie MIS BAIR

25.08.2021 Ein jahrhundertealter Tuberkulose-Impfstoff könnte aufgrund seiner positiven Off-Target-Effekte dazu beitragen, die Häufigkeit von Ekzemen bei Hochrisikokindern zu verringern laut einer in Allergy veröffentlichten neuen Studie des Murdoch Children’s Research Institute.

Bacille Calmette-Guérin (BCG) – ein Impfstoff, der z.B. in Australien bis in die 1980er Jahre zur Vorbeugung von Tuberkulose eingesetzt wurde – sollte in einer Studie daraufhin untersucht werden, ob er die Häufigkeit von Allergien und Infektionen bei Säuglingen verringern kann.

Die ersten Ergebnisse zeigen, dass der BCG-Impfstoff eine moderate positive Wirkung bei der Vorbeugung von Ekzemen bei Hochrisikokindern hatte. Die Autoren stellten jedoch fest, dass zum jetzigen Zeitpunkt keine ausreichenden Belege vorliegen, um die BCG-Impfung bei Neugeborenen zur Verhinderung von Ekzemen im ersten Lebensjahr zu empfehlen.

Der Nutzen war bei Säuglingen mit zwei atopischen Elternteilen, d. h. solchen mit Heuschnupfen, Asthma oder Ekzemen, größer. Bei diesen Säuglingen verringerte eine einmalige BCG-Dosis kurz nach der Geburt das Auftreten von Ekzemen um 25 %.

Die Studienleiter Professor Nigel Curtis, Dr. Laure Pittet und Dr. Nicole Messina führten diese Untersuchungen im Rahmen der Melbourne Infant Study: BCG for Allergy and Infection Reduction (MIS BAIR) durch.

Die Studie MIS BAIR

Bei MIS BAIR handelt es sich um eine randomisierte, kontrollierte Studie, in der die Auswirkungen der BCG-Impfung bei Neugeborenen auf die klinischen Allergie- und Infektionsergebnisse in den ersten fünf Lebensjahren untersucht werden.

Die Studie basiert auf der Idee, dass die BCG-Impfung das Immunsystem so stimuliert, dass es Infektionen besser bekämpfen kann und weniger anfällig für Allergien ist.

Die 1.272 an der Studie teilnehmenden Säuglinge wurden kurz nach der Geburt nach dem Zufallsprinzip in eine von zwei Gruppen eingeteilt – eine Gruppe, die den BCG-Impfstoff erhielt, und eine, die nicht geimpft wurde.

Die Forscher verfolgten alle MIS-BAIR-Babys bis zum Alter von etwa einem Jahr und untersuchten den Verlauf von Infektionen, Nahrungsmittelallergien und Ekzemen.

Das MIS-BAIR-Team beobachtet diese Babys in den ersten fünf Lebensjahren weiter und untersucht auch die Auswirkungen der BCG-Impfung auf Infektionen der Atemwege, Allergien und Asthma.

© arznei-news.de – Quellenangabe: Allergy (2021). DOI: 10.1111/all.15022





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