Nebenwirkungen von Ketamin

Zu den häufigen Nebenwirkungen gehören Unruhe, Verwirrung oder Halluzinationen, wenn das Medikament nachlässt. Erhöhter Blutdruck und Muskelzittern sind relativ häufig. Spasmen des Kehlkopfes können selten auftreten.

Jeder dritte Schmerzpatient hat nach der Ketamin-Infusionstherapie Nebenwirkungen

22.10.2019 Da Opioide weiterhin vor allem in den Vereinigten Staaten zu häufig eingenommen und zu Abhängigkeit und vielen Toden führen, wird vermehrt der Einsatz von Ketamin als Alternative zur Schmerzlinderung in Erwägung gezogen, doch mehr als jeder dritte Patient kann Nebenwirkungen wie Halluzinationen und Sehstörungen erleiden, zeigt eine auf der Anesthesiology 2019 Jahrestagung präsentierte Studie.

Ketamin ist ein starkes Anästhetikum, das auch zur Behandlung von akuten und chronischen Schmerzen und Depressionen eingesetzt wird. Während das Medikament für einige Nebenwirkungen bekannt ist, die den psychischen Zustand negativ beeinflussen, gibt es viele andere potenzielle Risiken, schreiben die Forscher.

Die Forscher um Padma Gulur von der Duke University in Durham, North Carolina, führten eine Überprüfung der Nebenwirkungen im Zusammenhang mit Ketamin-Infusionen zur Schmerzbehandlung durch.

Die berichteten Nebenwirkungen wurden in zwei Gruppen eingeteilt:

  • die Nebenwirkungen, die direkt mit Ketamin in Verbindung gebracht werden (Halluzinationen, lebhafte Träume, außerkörperliche Erfahrungen und/oder ungewöhnliche Gedanken) und diejenigen,
  • die mit der Verwendung von Ketamin in Kombination mit anderen Medikamenten (Sedierung, Sehstörungen und Harnwegsdysfunktion) verbunden sind.

Von 297 Schmerzpatienten der Duke University, die zwischen Januar und Juni 2017 eine Ketamin-Infusionstherapie erhielten, berichteten 104 (35%) über signifikante Nebenwirkungen.

Zwanzig Prozent dieser Patienten litten unter Nebenwirkungen, die direkt mit Ketamin zusammenhingen, während 15% Nebenwirkungen aufwiesen, die mit der Verwendung von Ketamin in Kombination mit anderen Medikamenten verbunden waren.
© arznei-news.de – Quellenangabe: American Society of Anesthesiologists

Nach einer einzelnen Dosis von intravenösem Ketamin als Antidepressivum sind die Nebenwirkungen leicht und kurz

18.11.2019 Forscher des National Institutes of Health fanden heraus, dass eine einzige, niedrig dosierte Ketamin-Infusion relativ frei von Nebenwirkungen für Patienten mit behandlungsresistenter Depression war. Elia Acevedo-Diaz und Kollegen berichten über ihre Ergebnisse im Journal of Affective Disorders.

Die Forscher sammelten Daten über Nebenwirkungen von 163 Patienten mit schweren depressiven Erkrankungen oder bipolaren Störungen und 25 gesunden Kontrollpersonen, die an einer von fünf placebokontrollierten klinischen Studien teilnahmen, die am NIH Clinical Center über 13 Jahre durchgeführt wurden.

Während frühere Studien hauptsächlich auf passivem Monitoring basierten, umfasste die NIMH IRP-Bewertung (Intramural Research Program) eine aktive und strukturierte Überwachung auftretender Nebenwirkungen im stationären Bereich und verwendete sowohl eine einheitliche Bewertungsskala als auch Interviews mit Ärzten.

Zusätzlich zu den dissoziativen (depersonalisierten, unwirklichen) Symptomen untersuchte die NIMH IRP-Bewertung weitere mögliche Nebenwirkungen – darunter Kopfschmerzen, Schwindel und Schläfrigkeit. Die Studie handelte nicht von den Nebenwirkungen, die bei wiederholten Infusionen oder Langzeitanwendung auftreten können.

Auftretende Nebenwirkungen

Von 120 möglichen Nebenwirkungen, die untersucht wurden, zeigten 34 eine signifikante Verbindung mit der Ketamin-Behandlung. Acht traten bei mindestens der Hälfte der Teilnehmer auf: sich seltsam oder bizarr fühlen; sich benommen fühlen; Dissoziation; Schweben; visuelle Verzerrungen; Probleme beim Sprechen; und Taubheitsgefühl.

Dauer

Keine der Nebenwirkungen blieb länger als vier Stunden bestehen. Während eines dreimonatigen Follow-ups wurden keine medikamentenbedingten schwerwiegenden Nebenwirkungen, Craving, Neigung zum Konsum oder signifikante kognitive oder Gedächtnisdefizite beobachtet, schreiben die Studienautoren.
© arznei-news.de – Quellenangabe: Journal of Affective Disorders



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