Lenacapavir reduziert Viruslast bei multiresistenter HIV-1-Infektion

Stärkere Verringerung der Viruslast gegenüber dem Ausgangswert mit Lenacapavir im Vergleich zu Placebo bei Menschen mit multiresistenter HIV-1-Infektion

13.05.2022 Patienten mit einer multiresistenten HIV-1-Infektion, die den Capsid-Inhibitor Lenacapavir erhalten, weisen laut einer im New England Journal of Medicine veröffentlichten Studie einen stärkeren Rückgang der Viruslast auf als Patienten, die ein Placebo erhalten.

Die Studie

Dr. Sorana Segal-Maurer vom NewYork/Presbyterian Queens in Flushing und Kollegen teilten Patienten mit multiresistenter HIV-1-Infektion in zwei Kohorten ein, je nach Veränderung des HIV-1-RNA-Plasmaspiegels zwischen Screening und Kohortenauswahl in einer Phase-3-Studie.

In Kohorte 1 wurden die Patienten zunächst nach dem Zufallsprinzip einer 14-tägigen oralen Lenacapavir- oder Placebogruppe zugeteilt; die Lenacapavirgruppe erhielt anschließend alle sechs Monate subkutanes Lenacapavir, während die Placebogruppe orales Lenacapavir gefolgt von subkutanem Lenacapavir erhielt; beide Gruppen erhielten außerdem eine optimierte Hintergrundtherapie.

In Kohorte 2 erhielten alle Patienten an den Tagen 1 bis 14 orales Lenacapavir mit optimierter Hintergrundtherapie und anschließend subkutanes Lenacapavir. 72 Patienten wurden in die Studie aufgenommen: 36 in jeder Kohorte.

Rückgang der Viruslast

Die Forscher beobachteten in Kohorte 1 bei 88 Prozent der Patienten in der Lenacapavir- und 17 Prozent in der Placebogruppe einen Rückgang der Viruslast um mindestens 0,5 log10 Kopien/ml an Tag 15. In Woche 26 wiesen 81 Prozent der Patienten in Kohorte 1 und 83 Prozent der Patienten in Kohorte 2 eine Viruslast von weniger als 50 Kopien/ml auf, wobei die CD4+ Zahl im kleinsten quadratischen Mittel um 75 bzw. 104 Zellen/mm3 anstieg. Es wurden keine schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse im Zusammenhang mit Lenacapavir berichtet.

„Lenacapavir führte als funktionelle Monotherapie zu einem signifikanten Rückgang der Viruslast“, schreiben die Autoren.

© arznei-news.de – Quellenangabe: N Engl J Med 2022; 386:1793-1803
DOI: 10.1056/NEJMoa2115542





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