Levomepromazin

Neuroleptika, Beruhigungsmitteln – Psychopharmaka

Wirkung, Wirkstoff, Indikation

Einordnung unter: Psycholeptika, Antipsychotika, Phenothiazine mit aliphatischer Seitenkette.

Wirkstoff: Levomepromazin ist ein niederpotentes Neuroleptikum.
Wirkung auf Organismus als: antipsychotisch, antiemetisch, sedierend, schmerzstillend.

Psychopharmaka, die den Wirkstoff Levomepromazin enthalten: Levium, Neurocil, Nozinan.

Levomepromazin wird eingesetzt als Analgetikum für mäßige bis starke Schmerzen bei nicht ambulanten Patienten (wegen seiner starken sedierenden Wirkung).

Levomepromazin wird auch in niedrigeren Dosen zur Behandlung von Übelkeit und Schlaflosigkeit eingesetzt.

Levomepromazin wird in der Palliativmedizin wegen seiner multimodalen Wirkung, zur Behandlung von hartnäckiger Übelkeit oder Erbrechen und bei schwerem Delirium/Emotion in den letzten Lebenstagen weltweit häufig verschrieben und geschätzt. In der Palliativmedizin wird es von Ärzten häufig oral oder über subkutane Spritzentreiber in Kombination mit Opioid-Analgetika wie Hydromorphon verschrieben.

Levomepromazin wird zur Behandlung von Psychosen, insbesondere bei Schizophrenie, und manischen Phasen der bipolaren Störung eingesetzt. Bei der Behandlung von unruhigen Depressionen sollte es nur mit Vorsicht eingesetzt werden, da es als Nebenwirkung Akathisie verursachen kann, die die Unruhe verschlimmern könnte.

Mögliche Nebenwirkungen

Mögliche Nebenwirkungen:

Sehr häufig bei Levomepromazin:

  • können Anfälle von Müdigkeit auftreten,
  • eine orthostatische Dysregulation entstehen,
  • sich eine zu niedriger Blutdruck (Hypotonie),
  • kann das Herz anfangen zu rasen (Tachykardie),
  • es zu Veränderungen im EKG kommen (Erregungsleitungsstörung).

Häufig bei Levomepromazin: Extrapyramidalmotorische Nebenwirkungen wie Frühdyskinesien (Zungen-Schlund-Krämpfe, Schiefhals, Kiefermuskelkrämpfe, Blickkrämpfe, Versteifung der Rückenmuskulatur), Parkinson-Syndrom (Hypomimie, Tremor, Rigor, Akinese, Hypersalivation), Akathisie (Bewegungsdrang, Unfähigkeit, sitzen zu bleiben). –> Dosisreduktion / Gabe eines Antiparkinsonmittels. Vegetative Begleiterscheinungen wie Akkommodationsstörung, Mundtrockenheit, Gefühl verstopfter Nase, Erhöhung des Augeninnendrucks, Obstipation und Miktionsstörung häufig, Übelkeit, Erbrechen, Diarrhoe und Appetitverlust.

Gelegentlich bei Levomepromazin: allergische Hautreaktionen und Photosensibilität (direkte Sonneneinstrahlung meiden!), ferner Pigmenteinlagerungen in Kornea und Linse, passagere Leberfunktionsstörung, Abflußstörung der Galle, Gelbsucht, Unruhe, Erregung, Benommenheit, depressive Verstimmung, Lethargie, Schwindelgefühl, Kopfschmerzen, Exazerbation psychotischer Symptome, seltener Zeichen von Erregung und Verwirrtheit – insbes. unter Kombination mit anticholinerg wirksamen Substanzen – und cerebrale Krampfanfälle sowie Regulationsstörung der Körpertemperatur. Spätdyskinesien vor allem im Mundbereich (können die Behandlung überdauern, manchmal irreversibel; möglicherweise maskiert und treten erst nach der Behandlung in Erscheinung).

Selten bei Levomepromazin: Paralyt. Ileus. Bei malignen neuroleptischen Syndroms Medikation sofort abgesetzen.

Sehr selten bei Levomepromazin: Beinthrombosen und Beckenvenenthrombosen, Menstruationsstörung, Galaktorrhoe, ein- oder beidseitige Vergrößerung der männlichen Brustdrüsen, sexu. Funktionsstörung, Gewichtszunahme, Blutzellschäden, Delir, Torsade de Pointes, Colitis. Zusätzlich für -Tropf. bei Levomepromazin: Aufgrund des Gehaltes an Alkyl-4-hydroxybenzoaten (Parabenen) können bei entsprechend veranlagten Patienten in seltenen Fällen Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten. Zusätzlich für -Ampullen bei Levomepromazin: Aufgrund des Gehaltes an Sulfit kann es im Einzelfällen, insbesondere bei Bronchialasthmatikern, zu Überempfindlichkeitsreaktionen kommen.

Gegenanzeigen, Warnhinweise

Sollte nicht während der Schwangerschaft angewendet werden. Kontraindiziert.
Während der Stillzeit: Kontraindiziert – vorher abstillen.

Gegenanzeigen

Blutbildungsstörung, Intoxikation durch Alkohol und Medikamente wie Opioide, Hypnotika und Psychopharmaka; toxische Psychosen und komatöse Zustände, Koma.

Paragruppenallergie – gilt nur für Tropfen.

Bei Überempfindlichkeit gegen Levomepromazin.

Nur vorsichtig und geringer dosiert einsetzen von Levomepromazin bei: Alter über 65 Jahre oder unter 16 Jahren.

Arteriosklerose, Asthma bronchiale, Alkoholismus, chronische Atemstörungen, schwere Depression, akutes Engwinkelglaukom, Epilepsie, Fruktose oder Galaktose-Intoleranz – Glukose-Galaktose-Malabsorption – Laktase-Mangel – Saccharase-Isomaltase-Mangel (Hilfsstoffe), Glaukom, Harnverhaltung, Herzerregungsleitungsstörung, Herzkrankheit, Herzrhythmusstörungen, Hirngefäßkrankheit, organischer Hirnschaden, schwere Hypotonie, orthostatische Hypotonie, Hypokaliämie.

Kombination meiden mit Arzneimitteln, die das QT-Intervall verlängern oder eine Hypokaliämie auslösen können.

Krampfanfälle in der Anamnese bzw. neurologisch erkennbare subkortikale Hinschäden, schwere Leberfunktionsstörung, scherer Leberschaden, Lungenemphysem, Pneumonitis, Magenausgangsstenose, Darmstenose, Pylorusstenose, malignes neuroleptisches Syndrom in der Vorgeschichte, prolaktinabhängige Tumoren, Niereninsuffizienz, Nierenschaden, chronische Obstipation, Phäochromozytom, Prostatahyperplasie mit Restharnbildung, angeborenes langes QT-Syndrom, Somnolenz, Sonnenexposition meiden, Stammhirnprozess, Thrombose.

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