Melanom: Erstbehandlung mit Nivolumab/Ipilimumab erhöht Lebenserwartung

Zwei-Jahres-Gesamtüberleben: 72 Prozent unter Nivolumab/Ipilimumab, 52 Prozent unter Dabrafenib/Trametinib

02.12.2021 Bei Patienten mit fortgeschrittenem BRAF-V600-mutiertem metastasierten Melanom war die Gesamtüberlebenszeit (OS) bei einer Behandlungssequenz, die mit Nivolumab / Ipilimumab beginnt, länger laut dem Ergebnis einer auf der ersten virtuellen Plenarsitzung der American Society of Clinical Oncology vorgestellten Studie.

Die Studie

Dr. Michael B. Atkins vom Georgetown Lombardi Comprehensive Cancer Center in Washington, D.C., und Kollegen verglichen die Wirksamkeit und Toxizität der Behandlung mit Nivolumab/Ipilimumab gefolgt von Dabrafenib / Trametinib mit der umgekehrten Reihenfolge bei Patienten mit behandlungsnaivem metastasierten Melanom mit BRAF-V600-Mutation.

Die Patienten erhielten nach dem Zufallsprinzip in der Stufe 1 Nivolumab/Ipilimumab (Arm A; 133 Patienten) oder Dabrafenib/Trametinib (Arm B; 132 Patienten) und bei Fortschreiten der Erkrankung in Stufe 2 die alternative Therapie: Dabrafenib/Trametinib (Arm C) oder Nivolumab/Ipilimumab (Arm D).

Wirksamkeit

Bei der vierten Zwischenanalyse, bei der 59 Prozent der Patienten zwei Jahre nach der Aufnahme in die Studie erfasst wurden, wurde die Studie abgebrochen, da die Ergebnisse eindeutig genug waren. Die Forscher stellten fest, dass bei einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 27,7 Monaten 27 bzw. 46 Patienten zu Arm C bzw. Arm D gewechselt hatten.

  • Bis dato betrugen die Gesamtansprechraten 46, 43, 48 bzw. 30 Prozent in den Armen A, B, C und D.
  • Das Zwei-Jahres-Gesamtüberleben (OS) betrug 72 bzw. 52 Prozent bei den Patienten, die mit Arm A (Nivolumab/Ipilimumab) bzw. Arm B begannen.
  • Die Kurven für das progressionsfreie Überleben (PFS) zeigten einen Trend zugunsten von Arm A (Nivolumab/Ipilimumab).
  • Die Kurven für PFS und OS zeigten ein biphasisches Muster, wobei Arm B bis zu sechs bzw. zehn Monaten über Arm A lag.

Die in dieser Studie getesteten Medikamentenkombinationen verbessern alle das Überleben im Vergleich zu früheren Behandlungsstandards, aber wir wissen jetzt, welche Kombination zuerst verabreicht werden sollte, um für die große Mehrheit unserer Patienten einen maximalen Nutzen zu erzielen, sagte Atkins in einer Erklärung. Diese Studie sollte den Klinikern eine klarere Anleitung geben, wann bestimmte Behandlungen verabreicht werden sollten.

© arznei-news.de – Quellenangabe: Georgetown Lombardi Comprehensive Cancer Center





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