Methylprednisolon besser als Placebo bei IgA-Nephropathie mit hohem Risiko

Die Dosis wurde jedoch reduziert aufgrund des erhöhten Auftretens schwerwiegender unerwünschter Ereignisse bei voller Methylprednisolon-Dosis

17.11.2021 Das Steroid Methylprednisolon verringert das Risiko für schwerwiegende unerwünschte Nierenereignisse bei Menschen mit Hochrisiko-Immunglobulin-A-Nephropathie (IgAN), aber Methylprednisolon in voller Dosierung erhöht das Risiko für schwerwiegende unerwünschte Ereignisse.

Dies geht aus einer auf der Kidney Week, der Jahrestagung der American Society of Nephrology, vorgestellten Studie hervor.

Die Studie

Vlado Perkovic von der University of New South Wales in Sydney, und Kollegen untersuchten die Auswirkungen von oralem Methylprednisolon im Vergleich zu Placebo auf die wichtigsten Nierenwerte und die Sicherheit bei IgAN. In einer Doppelblindstudie wurden Patienten mit Hochrisiko-IgAN nach dem Zufallsprinzip Methylprednisolon (257 Patienten) oder Placebo (246 Patienten) zugewiesen.

Nachdem in der Steroidgruppe ein Übermaß an schweren Infektionen aufgetreten war, wurde die Methylprednisolondosis reduziert und eine Pneumocystis-jirovecii-Prophylaxe hinzugefügt.

Die Ergebnisse

Die Forscher fanden heraus, dass Methylprednisolon während einer durchschnittlichen Nachbeobachtungszeit von 4,2 Jahren das Risiko für das primäre Ergebnis (zusammengesetzte Abnahme der geschätzten glomerulären Filtrationsrate um 40 Prozent oder Nierenversagen [Dialyse, Transplantation oder Tod aufgrund einer Nierenerkrankung]; Hazard Ratio: 0,53) und für Nierenerkrankungen im Endstadium (Hazard Ratio: 0,59) verringerte.

Diese Risikoreduktion war bei beiden Dosisprotokollen zu beobachten (Hazard Ratio für die volle Dosis und die reduzierte Dosis: 0,58 bzw. 0,27).

Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse traten unter dem Steroid häufiger auf als unter Placebo (28 gegenüber sieben Patienten), insbesondere bei der Volldosis gegenüber der reduzierten Dosis.

Methylprednisolon verringert das Risiko für schwerwiegende Nierenschäden und Nierenversagen bei Menschen mit IgAN mit hohem Risiko, schreiben die Autoren.

© arznei-news.de – Quellenangabe: American Society of Nephrology





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