Onasemnogen-Abeparvovec (Zolgensma)

Spinale Muskelatrophie (SMA) Typ 1: FDA prüft Zolgensma im Eilverfahren

04.12.2018 Die Gentherapie Zolgensma (aktive Substanz Onasemnogen-Abeparvovec; vormals AVXS-101) von Novartis wird von der US Food and Drug Administration (FDA) für die Behandlung der spinalen Muskelatrophie (SMA) Typ 1 vorrangig geprüft.

Wirksamkeit

In der START-Studie waren alle 15 mit Zolgensma behandelten Patienten nach 24 Monaten am Leben und ohne permanente Beatmung.

92 Prozent (11/12) der Patienten, die die vorgesehene therapeutische Dosis von Onasemnogen-Abeparvovec erhielten, konnten >=5 Sekunden lang ohne Unterstützung sitzen, ein Meilenstein, der beim natürlichen Verlauf von SMA Typ 1 noch nie erreicht wurde.

Die natürliche Anamnese zeigt, dass mehr als 90 Prozent der unbehandelten Patienten mit SMA Typ 1 bis zum Alter von 24 Monaten sterben oder eine dauerhafte Beatmung benötigen, schreibt Novartis.

Patienten, die freiwillig an einem laufenden, beobachtenden Langzeit-Follow-up der START-Studie teilgenommen haben, haben ihre entwicklungsmotorischen Meilensteine – auch Patienten vier Jahre nach der Infusion – beibehalten, wobei einige zusätzliche motorische Etappenziele erreichten, berichtet das Pharmaunternehmen.

Mögliche Nebenwirkungen

Die am häufigsten beobachtete Nebenwirkung in der klinischen Studie mit Zolgensma waren erhöhte Leberenzymwerte.

Zolgensma wurde zuvor von der US-Regulierungsbehörde Breakthrough-Therapie-Status verliehen. Novartis geht davon aus, dass im Mai 2019 eine regulatorische Maßnahme zur Gen-Ersatztherapie ergriffen wird.

In Europa erhielt Onasemnogen-Abeparvovec die Bezeichnung PRIority Medicines (PRIME) mit einer Entscheidung über den Zulassungsantrag (MAA), der voraussichtlich Mitte 2019 erfolgen wird, schreibt das Unternehmen.
© arznei-news.de – Quellenangabe: Novartis

FDA: Die Zulassung von Zolgensma basierte auf manipulierten Daten

08.08.2019 Der Hersteller von Zolgensma (Onasemnogen-Abeparvovec) hat der U.S. Food and Drug Administration wohl bewusst manipulierte Daten im Zulassungsverfahren vorgelegt.

Ende Mai genehmigte die FDA die Gentherapie Zolgensma zur Behandlung von Kindern mit einer schweren Form der spinalen Muskelatrophie, einer der häufigsten genetischen Ursachen für Säuglingstod. Das Medikament kostet 2,125 Millionen Dollar für eine einmalige Behandlung, berichtet CBS News. Einen Monat nach der Zulassung entdeckte die FDA ein Problem der Datenmanipulation, das sich auf die Genauigkeit bestimmter Daten aus Produkttests an Tieren auswirkt, schreibt die Behörde.

Die FDA sagte, dass der Hersteller des Medikaments – AveXis, ein Unternehmen von Novartis – über das Datenproblem Bescheid wusste, bevor das Medikament zugelassen wurde, aber die FDA nicht informierte, bis das Medikament grünes Licht erhielt, berichtet CBS News. Die FDA wird gegebenenfalls zivil- oder strafrechtliche Sanktionen einleiten ist aber weiterhin zuversichtlich, dass Zolgensma auf dem Markt bleiben sollte.

Die FDA ist der Ansicht, dass die Gesamtheit der Belege für die Wirksamkeit von Onasemnogen-Abeparvovec und dessen Sicherheitsprofil weiterhin überzeugende Hinweise für ein insgesamt günstiges Nutzen-Risiko-Profil liefern, sagt Novartis. Zu keinem Zeitpunkt während der Untersuchung deuteten die Ergebnisse auf Probleme mit der Produktsicherheit, Wirksamkeit oder Qualität hin, schreibt Novartis in einer Mitteilung.
© arznei-news.de – Quellenangabe: CBS

Signifikanter therapeutischer Nutzen von Zolgensma bei der Verlängerung des ereignisfreien Überlebens von bis zu 5 Jahren bei Patienten mit spinaler Muskelatrophie (SMA) Typ 1

20.09.2019 Novartis hat neue positive Zwischenergebnisse aus der Phase-3-Studie SPR1NT mit präsymptomatischen Patienten sowie aus dem laufenden klinischen Phase-3-Programm STR1VE zu Zolgensma (Onasemnogen-Abeparvovec) veröffentlicht.

Sie zeigen bei der präsymptomatischen Behandlung ein verlängertes ereignisfreies Überleben (def. durch Tod, permanente Beatmung) bei Patienten mit SMA Typ 1.

Auf dem European Paediatric Neurology Society (EPNS) Congress 2019 werden die STR1VE-EU-Daten parallel zu den STR1VE-US-Daten präsentiert. Zusammenfassend zeigen diese Ergebnisse, dass eine einmalige Behandlung mit Zolgensma einen signifikanten therapeutischen Nutzen bei der Verlängerung des ereignisfreien Überlebens im Vergleich zum medizinhistorischen Verlauf und eine rasche Verbesserung der motorischen Funktion bei Patienten mit SMA Typ 1 zur Folge hat.
© arznei-news.de – Quellenangabe: Novartis



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