Oseltamivir (Tamiflu)

Antivirenmittel

Oseltamivir ist ein Medikament, das gegen Grippe bzw. Grippeviren eingesetzt wird. Handelsname: Tamiflu® Der ATC-Code ist: J05AH02: J — Antiinfektiva, systemisch, J05A — Antivirale Mittel, direkt wirkend, J05AH — Neuraminidasehemmer.

Tamiflu Dosisverdopplung hilft nicht bei schwerer Grippe

Patienten mit schwerer Grippe profitieren nicht durch die Gabe doppelter Dosen des antiviralen Medikaments Tamiflu, laut einer in Südostasien durchgeführten Studie.

Oseltamivir Vorräte schonen

Tamiflu (Wirkstoff Oseltamivir) Vorräte könnten während Pandemien geschont werden, wenn Ärzte nur durchschnittliche Dosen dieser Medikamente verordnen, schlagen Experten der Weltgesundheitsorganisation vor.

Die Studie untersuchte 326 Patienten mit schwerer Grippe in 13 Krankenhäusern in Indonesien, Singapur, Thailand und Vietnam zwischen April 2007 und Februar 2010. Die meisten Patienten waren Kinder, jünger als 15, aber es waren auch einige Erwachsene darunter.

Standarddosis Tamiflu versus doppelte Dosis

Tamiflu Dosisverdopplung hilft nicht bei schwerer Grippe

Strukturformel Oseltamivir

Die Mediziner behandelten die Patienten mit einer Standarddosis Tamiflu (75 Milligramm, zweimal täglich, bzw. das Äquivalent für Kinder), oder mit einer doppelten Dosis von Oseltamivir (150 Milligramm, zweimal täglich, oder dem Äquivalent für Kinder) an fünf Tagen.

Die Viruslevel der Patienten wurden durch Nasen- und Rachenabstriche gemessen. Die Forscher hielten fest, wie viele Patienten starben, auf die Intensivstation eingewiesen wurden oder Hilfe beim Atmen durch ein Beatmungsgerät brauchten.

Keine Unterschiede bei schwerer Grippe

Nach fünf Tagen der Behandlung, konnten keine Unterschiede zwischen den Patienten auf Tamiflu Standarddosis und denjenigen festgestellt werden, die die doppelte Dosis Oseltamivir bekamen. Es wurden auch keine Unterschiede bei den Sterblichkeitsraten oder anderen ungünstigen Ereignissen in der Studie festgestellt.

Die Befunde wurden online am 30. Mai in der Zeitschrift BMJ herausgegeben.

Die Studienautoren schlossen, dass es keinen zusätzlichen Nutzen einer höheren Dosis von Tamiflu bei mit schwerer Grippe erkrankten Patienten gibt, laut der Zeitschriftenpressemitteilung.

© arznei-news.de – Quelle: British Medical Journal, Mai 2013

Grippe-Medikament Tamiflu für Babys unter 1 von FDA genehmigt

Tamiflu (mit dem Wirkstoff Oseltamivir) kann nun Kindern ab zwei Wochen verabreicht werden, wenn sie Grippesymptome für nicht mehr als zwei Tage hatten. Das Medikament ist nicht genehmigt worden, um Grippe bei diesen Kindern zu verhindern.

Nicht für Kinder unter zwei Wochen

Oseltamivir

Strukturformel Oseltamivir

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Tamiflu bei Kindern, jünger als zwei Wochen wurde nicht genehmigt, bemerkte die FDA.

*In Europa hat die Europäische Zulassungsbehörde die Genehmigung von Oseltamivir noch nicht auf Kinder unter einem Jahr erweitert.*

Die FDA genehmigte Tamiflu zuerst für Erwachsene im Jahr 1999. Zuletzt war es genehmigt worden, um Erwachsene und Kinder zu behandeln, die ein Jahr und älter sind und Grippesymptome für nicht mehr als zwei Tage hatten, und Grippe bei Erwachsenen und Kindern zu verhindern, die ein Jahr und älter sind.

Tamiflu-Dosierung für Kinder

Es gibt vorgeschriebene Dosierungen für Kinder, die ein Jahr und älter sind (entsprechende Gewichtsklassen), aber für Kinder, die jünger als ein Jahr sind, müssen die Dosierungen für jeden Patienten, basierend auf ihr genaues Gewicht ausgerechnet werden, betonte die FDA.

Diese Kinder sollten 3 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht erhalten, zweimal täglich für fünf Tage. Die kleineren Dosen in dieser Kindergruppe erfordern einen anderen Dispenser als denjenigen, der gegenwärtig mit Tamiflu verpackt beiliegt.

Der richtige Dispenser für Tamiflu

„Apotheker müssen den richtigen Dispenser ausliefern, wenn sie das Medikament verkaufen, so dass Eltern die richtige Dosis abmessen und ihren Kindern verabreichen können“, sagte Dr. Edward Cox, Direktor des Büros für Antimikrobiotika Produkte des FDA Center für Medikamentenauswertung und Forschung, in einer FDA Pressemitteilung.

„Eltern und Kinderärzte müssen sich vergewissern, dass Kinder nur die Menge an Tamiflu erhalten, die für ihr Gewicht geeignet ist“, fügte er hinzu.

Nebenwirkungen

Häufige unerwünschte Wirkungen bzw. Nebenwirkungen von Oseltamivir sind:

  • Übelkeit,
  • Erbrechen,
  • Magenschmerzen,
  • allergische Reaktionen,
  • Verschlechterung bereits bestehender Erkrankungen der Atemwege.

© arznei-news.de – Quelle: FDA, Dez. 2012

British medical journal greift Roche hinsichtlich Tamiflu an

Eine führende britische medizinische Zeitschrift (British medical journal) weist den Pharmahersteller Roche an, alle Daten über das Grippemedikament Tamiflu freizugeben, und behauptet, dass es unzulängliche Informationen hinsichtlich der Sicherheit gibt.

Tamiflu bei Schweinegrippe

Das Medikament Tamiflu (Wirkstoff Oseltamivir) wurde von dutzenden Regierungen weltweit im Falle eines globalen Grippeausbruchs gehortet und ist während der Schweinegrippe-Pandemie 2009 zum Einsatz gekommen.

Am Montag rief einer der Forscher (verbunden mit der BMJ), die europäischen Regierungen auf Roche zu verklagen.

Veröffentlichung der Tamiflu-Nebenwirkungen

„Ich schlage vor, dass wir die Produkte von Roche so lange boykottieren, bis sie die fehlenden Tamiflu Daten veröffentlichen“, schrieb Peter Gotzsche, Leiter des Nordic Cochrane Centres in Kopenhagen.

In einer Erklärung sagte Roche, dass sie alle gesetzlichen Erfordernisse hinsichtlich der Datenveröffentlichung entsprochen hätten, und lieferte Gotzsche und seinen Kollegen 3.200 Seiten mit Informationen, um deren Fragen zu beantworten.
© arznei-news.de – Quellenangabe: Britische medizinische Zeitschrift (BMJ), Nov. 2012

Erhöhtes Risiko für Suizid / Selbstmord?

14.03.2018 Eine neue im Fachblatt Annals of Family Medicine veröffentlichte Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Anwendung von Oseltamivir (Handelsname Tamiflu), einem antiviralen Medikament zur Behandlung von Influenza A und B, das Suizidrisiko bei Kindern und Jugendlichen nicht erhöht.

Die Forscher um Dr. James Antoon vom Children’s Hospital University of Illinois ermittelten 21.047 Kinder zwischen einem und 18 Jahren, die während der Grippesaisons 2009-2013 Suidzidversuche unternommen haten. Davon hatten 251 Personen Oseltamivir angewendet. Das Durchschnittsalter betrug etwa 15 Jahre, und die zugrundeliegenden Diagnosen psyschischer Erkrankungen waren häufig (65 Prozent). Da die beobachtete Verbindung zwischen Oseltamivir und Selbstmord möglicherweise durch eine zugrundeliegende Influenza-Infektion verwechselt werden hätte können, wurde die Analyse mit der Influenza-Diagnose allein (ohne Verwendung von Oseltamivir) als Exposition wiederholt.

Mit diesem neuartigen Studiendesign, das die statistischen Bedenken aus früheren Studien reduzierte, fanden die Forscher keinen Zusammenhang zwischen Oseltamivir- oder Influenza-Diagnose (allein) und Suizid.
© arznei-news.de – Quellenangabe: Annals of Family Medicine – http://dx.doi.org/10.1370/afm.2183



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