Östrogen bei Anorexie, Magersucht

Östrogen-Therapie kann bei Anorexia Nervosa (Anorexie) helfen

21.06.2013 Eine neue klinische Studie hat herausgefunden, dass Östrogenersatz-Therapie deutlich die Angstsymptome bei Mädchen mit Anorexia Nervosa (auch Anorexie oder Magersucht genannt) vermindern kann.

Zu den Teilnehmern zählten 72 mit Anorexie diagnostizierte halbwüchsige Mädchen. Am Anfang der Studie waren alle zwischen 13 und 18 Jahre alt und hatten ein gemessenes Knochenalter von mindestens 15 Jahren.

Östrogen vs. Placebo

Die Forscher wiesen die Teilnehmerinnen zufällig der Einnahme von 18 Monaten Östrogen oder der Placeboeinnahme zu. Von den 72 Anfangsteilnehmerinnen erhielten 38 Östrogen und 34 ein Placebo. Am Anfang und Ende der Studie füllten die Teilnehmerinnen Fragebögen aus, die die Angst, die Einstellung zum Essen und das Körperbild erfassen sollten. 37 Teilnehmerinnen blieben bis zum Ende der Studie dabei (20 der Östrogen-Gruppe und 17 der Placebo-Gruppe).

Angst verminderte sich

In dieser Studie stellten die Forscher fest, dass sich die Angstscores (Punktestände auf dem genormten Angst-Fragebogen) in der Östrogengruppe bei Erhöhung des Östrogens verringerten.

Diese Beziehung wurde nicht durch Gewichtszunahme beeinflusst. Wenn eine Gewichtszunahme auftrat, schien die Östrogenersatz-Therapie eine Verschlechterung der Einstellung zum Körperbild und zur Nahrung zu verhindern, was durch den Essstörungsfragebogen festgestellt wurde.

Auf der Suche nach Therapien ist es wichtig, dass die Angst und die Unzufriedenheit bei Gewichtszunahme mit dem eigenen Körper berücksichtigt werden, da so die Wahrscheinlichkeit von Rückfällen vermindert wird, sagten die Forscher.

Diese Befunde könnten Auswirkungen auf die Therapie von Anorexia nervosa haben. Östrogenersatz bei Mädchen mit Östrogendefiziten könnte sinnvoll sein, schließen die Wissenschaftler.

© arznei-news.de – Quellenangabe: The Endocrine Society, Juni 2013



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