Recarbrio

Infos

Indikation / Anwendung / Krankheiten

Recarbrio ist zur Behandlung von Infektionen mit aeroben Gram-negativen Erregern bei erwachsenen Patienten mit begrenzten Therapieoptionen angezeigt.
Die offiziellen Leitlinien zur angemessenen Anwendung von Antibiotika sind zu berücksichtigen.

News

Zulassungsrelevante RESTORE-IMI 2 Phase-3-Studie mit Recarbrio erreicht bei krankenhauserworbener und beatmungsassoziierter bakterieller Lungenentzündung (HABP/VABP) den primären Endpunkt

02.10.2019 MSD hat bekanntgegeben, dass die zulassungsrelevante Phase 3 Studie RESTORE-IMI 2 zu Recarbrio (mit den Wirkstoffen Imipenem 500 mg, Cilastatin 500 mg und Relebactam 250 mg) ihren primären Endpunkt erreicht hat.

Die globale, multizentrische, randomisierte, Nicht-Unterlegenheitsstudie untersuchte die Wirksamkeit und Sicherheit des antibakteriellen Arzneimittels Recarbrio von Merck (MSD) für den Einsatz bei erwachsenen Patienten mit im Krankenhaus erworbener bakterieller Lungenentzündung und beatmungsassoziierter bakterieller Lungenentzündung (HABP/VABP).

Die Ergebnisse der Studie zeigten, dass Recarbrio sowohl den primären als auch den wichtigsten sekundären Endpunkt der statistischen Nicht-Unterlegenheit im Vergleich zu Pipercillin / Tazobactam an Tag 28 hinsichtlich Gesamtmortalität und klinischem Ansprechen bei frühem Follow-Up in der modifizierten Intent-to-Treat (MITT) Population erreicht hat.

Das in der Studie beobachtete Auftreten von Nebenwirkungen war in beiden Gruppen ähnlich. MSD plant, die vollständigen Daten der Studie auf einem wissenschaftlichen Kongress im Jahr 2020 zu präsentieren.
© arznei-news.de – Quellenangabe: MSD

EU: Infektionen durch aerobe gramnegative Erreger – CHMP-Zulassungsempfehlung für Recarbrio

13.12.2019 Der Ausschuss für Humanarzneimittel der Europäischen Zulassungsbehörde (CHMP) empfiehlt die Zulassung von Recarbrio (aktive Substanzen sind Imipenem / Cilastatin / Relebactam) der Firma Merck Sharp & Dohme B.V. als 500 mg/500 mg/250 mg Pulver für eine Infusionslösung für die Behandlung von Erwachsenen mit Infektionen durch aerobe gramnegative Erreger mit begrenzten Behandlungsoptionen.

Es handelt sich um eine Fixdosis-Kombination (ATC-Code: J01DH56) des antibakteriellen Mittels Carbapenem, das die Bildung von Peptidoglykan (ein wichtiger Bestandteil der Bakterienzellwand) hemmt; einem Inhibitor der Nierendehydropeptidase, der den Nierenstoffwechsel des Carbapenems limitiert; und einem neuartigen Beta-Lactamase-Inhibitor, der verhindert, dass bestimmte Klassen von Beta-Lactamasen (Klassen A und C, aber nicht Klassen B und D) das Carbapenem hydrolysieren, wodurch dessen antibakterielle Aktivität gegen bestimmte resistente Bakterien wiederhergestellt wird.

Der Nutzen von Recarbrio soll in dessen Fähigkeit liegen, die oben genannten Infektionen effektiv zu behandeln. Die häufigste Nebenwirkung ist Durchfall.
© arznei-news.de – Quelle: EMA

Aus der Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels der Europäischen Kommission:

Wirkstoff / Wirkung / Wirkmechanismus / Wirkweise

Die bakterizide Aktivität von Imipenem beruht auf der Inhibition von Penicillin-bindenden Proteinen (PBP), was zur Hemmung der bakteriellen Peptidoglykan-Zellwandsynthese führt.

Cilastatin schränkt die renale Verstoffwechselung von Imipenem ein und hat keine antibakterielle Aktivität.

Relebactam ist ein Nicht-Beta-Laktam-Inhibitor der Ambler-Klassen A- und Klassen C-Beta- Laktamasen, inklusive der Klasse A-Klebsiella pneumoniae-Carbapenemase (KPC) und der Breitspektrum Beta-Laktamasen (extended-spectrum-beta-lactamases ESBLs), sowie Klasse C-(AmpC-Typ)-beta-Laktamasen, einschließlich von Pseudomonas induzierte Cephalosporinase (Pseudomonas derived Cephalosporinase, PDC). Relebactam hemmt nicht die Klasse B-Enzyme (Metallo-beta-Laktamasen) oder die Klasse D-Carbapenemasen. Relebactam hat keine antibakterielle Aktivität.

Gegenanzeigen / Kontraindikation

Sie dürfen Recarbrio nicht erhalten, wenn

  • Sie allergisch gegen Imipenem, Cilastatin, Relebactam oder einen der sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.
  • Sie allergisch gegen Carbapenem-Antibiotika sind.
  • Sie schon einmal eine schwere allergische Reaktion auf Penicillin-Antibiotika oder Cephalosporin-Antibiotika hatten.

Schwangerschaft / Stillen

Wenn Sie schwanger sind oder stillen oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein, oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie Ihren Arzt um Rat, bevor Sie Recarbrio erhalten.

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihren Arzt oder das medizinische Fachpersonal, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen bzw. anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen bzw. angewendet haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen bzw. anzuwenden.

Informieren Sie Ihren Arzt über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen bzw. anwenden, insbesondere bei den folgenden:

  • Arzneimittel, die den Wirkstoff Ganciclovir enthalten, mit denen einige Virusinfektionen behandelt werden.
  • Arzneimittel, welche die Wirkstoffe Valproinsäure oder Divalproex-Natrium enthalten, mit denen gewöhnlich Epilepsie, bipolare Störungen oder Migräne behandelt werden.
  • Arzneimittel zur Kontrolle der Blutgerinnung, wie z. B. Warfarin.

Nebenwirkungen / unerwünschte Wirkungen / Verträglichkeit

Wie alle Arzneimittel kann auch Recarbrio Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Schwerwiegende Nebenwirkungen

Wenden Sie sich sofort an Ihren Arzt, wenn Sie eine der folgenden schwerwiegenden Nebenwirkungen bemerken. Das Arzneimittel muss dann abgesetzt werden.

  • Allergische Reaktionen – zu den Anzeichen können Nesselsucht (nässender, juckender Hautausschlag), Schwellung des Gesichts, der Lippen, der Zunge oder des Rachens, Atemnot oder Schluckbeschwerden gehören
  • Schwere Hautreaktionen (z. B. starker Ausschlag, Abschälen der Haut, Blasenbildung)

Sonstige Nebenwirkungen

Häufig: (Kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)

  • Übelkeit, Unwohlsein (Erbrechen), Durchfall
  • Blutwerte, die auf Leberveränderungen hindeuten können
  • Blutwerte, die einen Anstieg in der Anzahl einiger Blutzelltypen, die sogenannten „Eosinophilen“, zeigen können
  • Blutwerte, die einen Anstieg der Anzahl einiger weißer Blutkörperchen zeigen können
  • Hautausschlag
  • Entzündung und Schmerz, verursacht durch Blutgerinnsel in der Vene

Gelegentlich: (Kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)

  • Quaddeln
  • Hautjuckreiz
  • Krämpfe (Krampfanfälle) und Probleme mit dem Nervensystem, z. B. Zittern
  • Verwirrtheit
  • Etwas sehen, hören oder fühlen, das nicht da ist (Halluzinationen)
  • Schwindel, Schläfrigkeit
  • Niedriger Blutdruck
  • Blutwerte, die auf Nierenveränderungen hindeuten können
  • Blutwerte, die auf eine Verringerung der Anzahl der roten Blutkörperchen, der weißen Blutkörperchen und bestimmter Blutzellen, der sogenannten Blutplättchen, hindeuten können
  • Blutwerte, die auf einen Anstieg der Anzahl von einigen Blutzellen, den sogenannten Blutplättchen, hindeuten können
  • Ungewöhnliche Nieren-, Leber- und Blutfunktion, die bei Blutuntersuchungen entdeckt werden
  • Schmerzen, Rötung oder Knotenbildung an der Einstichstelle
  • Fieber
  • Blutwerte (aus dem sogenannten Coombs-Test), die bestimmte Antikörper nachweisen, die Blutarmut durch Zerstörung der roten Blutzellen verursachen können.

Selten: (Kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen)

  • Pilzinfektion (Candidiasis)
  • Veränderungen des GeschmacksinnsErkrankungen des Gehirns, Gefühl des Kribbelns (Stechen und Nadelstiche), örtlich begrenztes Zittern
  • Gehörverlust
  • Flecken auf Zähnen und/oder Zunge
  • Darmentzündung mit starkem Durchfall (Kolitis)
  • Verringerte Anzahl weißer Blutkörperchen, was zu einer Abwehrschwäche gegen Infektionen führen kann
  • Leberentzündung
  • Leberversagen
  • Unfähigkeit der Niere, normale Funktion durchzuführen (Nierenfunktionsstörung)
  • Veränderungen in der Urinmenge und der Urinfarbe
  • Schwellung der Haut
  • Schmerzhafter Hautausschlag mit grippeartigen Symptomen
  • Rötung und Abschuppung der Haut

Sehr selten: (Kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen)

  • Entzündung des Magens oder des Darms (Gastroenteritis)
  • Blutarmut, verursacht durch Zerstörung der roten Blutkörperchen, die zu Symptomen wie Erschöpfung und Blässe führen können
  • Kopfschmerzen
  • Verschlimmerung einer seltenen Krankheit, die mit Muskelschwäche verbunden ist (Myasthenia gravis)
  • Drehgefühl (Schwindel)
  • Ohrgeräusche (Tinnitus)
  • Unregelmäßiger Herzschlag, wobei das Herz heftig oder rasch schlägt
  • Brustkorbbeschwerden, Schwierigkeiten beim Atmen, ungewöhnlich schnelle und flache Atmung, Schmerz in den oberen Wirbelsäulen
  • Halsschmerzen
  • Errötung, bläuliche Verfärbung des Gesichts und der Lippen, Veränderungen in der Hautbeschaffenheit, übermäßiges Schwitzen
  • Vermehrte Speichelproduktion
  • Darmentzündung mit blutigem Durchfall (hämorrhagischer Kolitis)
  • Bauchschmerzen
  • Sodbrennen
  • Rot geschwollene Zunge, Belagsüberwucherung über den normalen Zustand der Zungenoberfläche, die ihr ein haariges Aussehen verleiht
  • Schwerwiegender Leberfunktionsverlust aufgrund einer Entzündung (heftig verlaufender Hepatitis)
  • Schmerzen in mehreren Gelenken
  • Juckreiz im weiblichen Schambereich
  • Schwäche, Energieverlust

Nicht bekannt: (Die Häufigkeit kann auf der Grundlage der vorliegenden Daten nicht geschätzt werden)

  • Unruhe
  • Ungewöhnliche Bewegungen
  • Gelbsucht (Gelbfärbung der Haut und der Augen)
  • Blutwerte, die einen Anstieg einer Substanz anzeigen, der sogenannten Laktatdehydrogenase (LDH), welche ein Anzeichen von Gewebeschaden sein kann

Arznei-News.de – Quellenangabe: Europäische Kommission – EPAR – 17.02.2020



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