Roluperidon bei Schizophrenie

Antriebslosigkeit scheint der zentrale Bereich für die erfolgreiche Behandlung negativer Symptome: Hinweise aus einer randomisierten klinischen Studie mit Roluperidon

28.01.2020 Die Forschung eines Psychologen der Universität von Georgia zeigt, dass die Behandlung eines bestimmten Symptoms der Schizophrenie mit dem Medikament Roluperidon eine positive Wirkung auf andere Symptome hat.

Dies könnte sich als vielversprechend für die Behandlung eines Aspekts der Schizophrenie herausstellen, für den es derzeit keine pharmazeutischen Optionen gibt.

Ein Team unter der Leitung von Gregory Strauss hat eine Studie veröffentlicht, die bestätigt, dass die erfolgreiche Behandlung des Symptoms Antriebslosigkeit (Motivationsverlust) einen positiven Effekt auf andere Negativsymptome der Schizophrenie hat. Die im Schizophrenia Bulletin veröffentlichten Ergebnisse basieren auf einer Phase-2b-Studie von Minerva Neurosciences mit dem Wirkstoff Roluperidon.

Einsatz bei mittelschweren bis schweren Negativsymptomen

In der randomisierten klinischen Studie wurden die Teilnehmer mit Schizophrenie und mittelschweren bis schweren Negativsymptomen nach dem Zufallsprinzip mit 32 mg (n = 78), 64 mg (n = 83) oder Placebo (N = 83) Roluperidon behandelt.

Makroskopische Netzwerkeigenschaften wurden ausgewertet, um festzustellen, ob Roluperidon die Gesamtdichte der Verbindungen zwischen den Schizophreniesymptomen verändert.

Mikroskopische Eigenschaften wurden ausgewertet, um zu untersuchen, welche einzelnen Symptome andere Symptome im Netzwerk am stärksten beeinflussen (d.h. miteinander verbunden sind) und für erfolgreiche Behandlungseffekte verantwortlich sind.

Die Teilnehmer, die Roluperidon erhielten, unterschieden sich nicht von denen, die nach dem Zufallsprinzip mit Placebo auf makroskopische Eigenschaften untersucht wurden.

Antriebslosigkeit als zentrales Negativsymptom

Die mikroskopischen Eigenschaften deuten jedoch darauf hin, dass die Antriebslosigkeit bei mit Placebo behandelte Patienten sehr zentral war, und dass Roluperidon diesen Zentralitätsgrad reduzierte bzw. das Symptom linderte.

Diese Ergebnisse legen nahe, dass die Entkopplung des Einflusses von Motivationsprozessen von anderen negativen Symptombereichen für die Erzielung grundlegender Verbesserungen unerlässlich ist.

Die Studienergebnisse legen also nahe, dass Motivationsverlust ein sehr zentraler Bereich innerhalb des Negativsymptom-Konstrukts ist, was darauf hindeutet, dass die anderen Negativsymptome eng an diesen Bereich gekoppelt sind.

Und wenn das Symptom Antriebslosigkeit (wie in dieser Studie mit Roluperidon) erfolgreich behandelt wird, könnte sich die gesamte Konstellation der Negativsymptomatik verbessern, schließen die Studienautoren.
© arznei-news.de – Quellenangabe: Schizophrenia Bulletin (2019). DOI: 10.1093/schbul/sbz141.



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