Schwere Nebenwirkungen bei Krebstherapie: Höheres Risiko für Frauen

Große geschlechtsspezifische Unterschiede beim Risiko für schwere unerwünschte Ereignisse bei Krebspatienten, die eine Immuntherapie erhalten

23.02.2022 Laut einer im Journal of Clinical Oncology veröffentlichten Studie haben Frauen ein höheres Risiko für schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (Nebenwirkungen) im Zusammenhang mit einer Krebsbehandlung als Männer, insbesondere bei einer Immuntherapie.

Die Studie

Dr. Joseph M. Unger vom Fred Hutchinson Cancer Research Center in Seattle und Kollegen untersuchten geschlechtsspezifische Unterschiede bei behandlungsbedingten Nebenwirkungen bei Patienten, die im Rahmen von klinischen Krebsstudien eine Immuntherapie, eine zielgerichtete Therapie oder eine Chemotherapie erhielten.

Die Analyse umfasste Daten von 23.296 Patienten, die zwischen 1980 und 2019 an klinischen Studien der Phasen II und III (202 Studien) teilnahmen.

Die auftretenden Nebenwirkungen

Die Forscher fanden heraus, dass 274.688 Nebenwirkungen für Patienten in klinischen Studien analysiert wurden (17.417 bei Chemotherapie; 2.319 bei Immuntherapie; 3.560 bei zielgerichteter Therapie).

Bei fast zwei Dritteln der Teilnehmer (64,6 Prozent) traten eine oder mehrere schwere (Grad ≥3) Nebenwirkungen auf.

Im Vergleich zu Männern wurde bei Frauen ein erhöhtes Risiko für schwere Nebenwirkungen beobachtet (Odds Ratio: 1,34), darunter ein um 49 Prozent erhöhtes Risiko bei denjenigen, die eine Immuntherapie erhielten.

Ein höheres Risiko für schwere symptomatische Nebenwirkungen wurde bei Frauen beobachtet, die alle Behandlungen erhielten, am höchsten war es jedoch für die Immuntherapie (Odds Ratio: 1,66).

Schwere hämatologische Nebenwirkungen traten häufiger bei Frauen auf, die eine Chemo- oder Immuntherapie erhielten.

Besonders große geschlechtsspezifische Unterschiede wurden bei Patienten beobachtet, die eine Immuntherapie erhielten, was darauf hindeutet, dass die Untersuchung von Nebenwirkungen dieser Wirkstoffe eine Priorität darstellt, schreiben die Autoren.

© arznei-news.de – Quellenangabe: DOI: 10.1200/JCO.21.02377 Journal of Clinical Oncology





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