Serotonin-Syndrom

Psychopharmaka – Nebenwirkungen

Definition

Das Serotonin-Syndrom ist eine Gruppe von Symptomen, die nach der Einnahme bestimmter serotonerger Medikamente oder Drogen auftreten können.

Es tritt bei etwa 15% der SSRI-Überdosen auf. Es ist eine vorhersagbare Folge von überschüssigem Serotonin auf das zentrale Nervensystem (ZNS).

Symptome

Der Grad der Symptome kann von leicht bis schwerwiegend reichen. Zu den Symptomen gehören hohe Körpertemperatur, Unruhe, erhöhte Reflexe, Zittern, Schwitzen, erweiterte Pupillen und Durchfall. Die Körpertemperatur kann auf über 41,1 °C ansteigen. Komplikationen können Krampfanfälle und ausgedehnte Muskelzuckungen sein.

Der Beginn der Symptome ist typischerweise innerhalb eines Tages nach dem Extra an Serotonin.

Diagnose

Die Diagnose basiert auf den Symptomen einer Person und der Vorgeschichte des Medikamentengebrauchs. Andere Erkrankungen, die ähnliche Symptome hervorrufen können, wie z.B. neuroleptisches malignes Syndrom, maligne Hyperthermie, anticholinerge Toxizität, Hitzschlag und Meningitis, sollten ausgeschlossen werden. Eine Laboruntersuchung kann die Diagnose nicht bestätigen.

Ursachen; auslösende Medikamente

Das Serotonin-Syndrom wird typischerweise durch die Einnahme von zwei oder mehr serotonergen Medikamenten oder Drogen verursacht. Dazu können

Geringes Risiko für Serotoninsyndrom bei Triptanen + SSRI-/SNRI-Antidepressiva

02.03.2018 Laut einer im Fachblatt JAMA Neurology veröffentlichten Studie besteht nur ein geringes Risiko für die Entwicklung eines Serotoninsyndroms in Verbindung mit der gleichzeitigen Einnahme von Triptanen und selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI) oder selektiven Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmern (SNRI).

FDA-Warnung

Die US-amerikanische Gesundheitsbehörde Food and Drug Administration hatte 2006 eine Warnung über das Risiko des Serotonin-Syndroms bei gleichzeitiger Einnahme von Triptanen und SSRI- oder SNRI-Antidepressiva herausgegeben.

Dr. Yulia Orlova vom Brigham and Women’s Hospital in Boston und Kollegen haben elektronische Gesundheitsdaten ausgewertet, um das Risiko für die Entwicklung eines serotonergen Syndroms zu ermitteln. Sie identifizierten 47.968 Patienten, denen vom 1. Januar 2001 bis zum 31. Dezember 2014 Triptane verschrieben wurden.

Die Forscher fanden heraus, dass 19.017 Patienten während der Studie Triptane und Antidepressiva zusammen verschrieben wurden – mit 30.928 Personenjahren Exposition.

Nur geringes Risiko

Bei 17 Patienten wurde das Serotoninsyndrom angenommen; nur zwei Patienten wurden als Patienten mit definitivem Serotonin-Syndrom eingestuft (Inzidenzrate, 0,6 Fälle pro 10.000 Personenjahre Exposition).

Ein mögliches serotonerges Syndrom wurde bei fünf Patienten identifiziert (Inzidenzrate für diese fünf Fälle plus die beiden definitiven Fälle: 2,3 Fälle pro 10.000 Personenjahre Exposition).

Während der Studie war der Anteil der Patienten, denen ein Triptan zusammen mit einem SSRI- oder SNRI-Antidepressivum verordnet wurde, relativ stabil (21 bis 29 Prozent).

Die Ergebnisse lassen Zweifel an der Gültigkeit der FDA-Warnung aufkommen und legen nahe, dass sie überdacht werden sollte, schreiben die Autoren.

© arznei-news.de – Quellenangabe: Brigham and Women’s Hospital; JAMA Neurology – doi:10.1001/jamaneurol.2017.5144

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