Gefahr durch Überdosis Propranolol

Bericht betont “toxisches” Risiko von Propranolol zur Vermeidung von Todesfällen durch Überdosierung

20.02.2020 Ein Bericht der NHS Healthcare Safety Investigation Branch (National Health Service in Großbritannien und Nordirland – HSIB) fokussierte sich auf den Betablocker Propranolol, ein Herzmedikament, das heute vorwiegend zur Behandlung von Migräne- und Angstsymptomen eingesetzt wird.

Es ist hoch toxisch, wenn es in großen Mengen eingenommen wird, und der Gesundheitszustand der Patienten verschlechtert sich schnell, so dass sie schwer zu behandeln sind.

Die Untersuchung machte deutlich, dass diese Risiken dem medizinischen Personal im gesamten Gesundheitsdienst nicht ausreichend bekannt sind, sei es bei der Ausstellung von Rezepten für Risikopatienten, bei der Reaktion auf Notrufe wegen Überdosierung oder bei der Durchführung von Notfallbehandlungen.

Zunahme der Todesfälle durch Überdosierung

Die Auswirkungen haben sich in einem Fall gezeigt, der die Untersuchung ausgelöst hat. Emma, eine 24-jährige Frau, nahm eine Überdosis von Propranolol als auch von Citalopram (ein Antidepressivum). Sie rief einen Krankenwagen, aber ihr Zustand verschlechterte sich schnell. Trotz der Wiederbelebungsversuche sowohl der Sanitäter als auch des medizinischen Personals des Krankenhauses, in das sie verlegt wurde, starb Emma.

Nationale Daten aus GB zeigen, dass es zwischen 2012 und 2017 einen 34%igen Anstieg der durch Propranolol verursachten Todesfälle durch Überdosierung gab. Bis 2016 wurden jährlich fast 4,7 Millionen Rezepte an Patienten ausgestellt. Der Bericht enthält mehrere Sicherheitsempfehlungen, um die sichere Anwendung von Propranolol und die wirksamste Reaktion und Behandlung auf Überdosierungsnotrufe zu gewährleisten.

Stephen Drage, ICU-Berater und HSIB-Untersuchungsleiter, sagte: Propranolol ist ein starkes und sicheres Medikament, das Patienten im ganzen Land zugute kommt. Unsere Untersuchung hat jedoch gezeigt, wie stark es bei einer Überdosierung sein kann.

Dieses Sicherheitsrisiko erstreckt sich auf alle Bereiche des Gesundheitswesens – von den Hausärzten, die das Medikament anfangs verschreiben, über das Ambulanzpersonal, das diese dringenden Notrufe entgegennimmt, bis hin zu den Klinikern, die eine Notfallbehandlung durchführen.
© arznei-news.de – Quellenangabe: HSIB.



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