Verapamil

Verapamil (Verapamilhydrochlorid, Handelsnamen sind: Falicard, Flamon, Isoptin, Veragamma, Vera-Lich, Veramex, Veranorm, Verapabene, Verasal, Veroptinstada) ist ein Medikament aus der Gruppe der Calciumantagonisten oder Calciumkanalblocker, das gefäßerweiternd und im AV-Knoten des Herzens leitungsverzögernd wirkt und bei koronarer Herzerkrankung, Arrhythmie, Bluthochdruck, Cluster-Kopfschmerz (Off-Label-Use) und hypertropher Kardiomyopathie (Off-Label-Use) eingesetzt wird.

Klinische Studie am Menschen zeigt Verapamil als wirksame Typ-1-Diabetes-Therapie

09.07.2018 Forscher des University of Alabama in Birmingham Comprehensive Diabetes Center haben eine sichere und wirksame neue Behandlung entdeckt, um den Insulinbedarf und die Hypoglykämie-Episoden bei Erwachsenen mit neu auftretendem Typ-1-Diabetes zu reduzieren, indem sie die eigene Betazellfunktion und Insulinproduktion des Patienten fördern.

Sicher und wirksam

Die in Nature Medicine veröffentlichten Ergebnisse zeigen, dass die regelmäßige orale Verabreichung von Verapamil, einem häufig eingesetzten Blutdruckmedikament, das erstmals 1981 für den medizinischen Gebrauch zugelassen wurde, es den Patienten ermöglichte, höhere Mengen ihres eigenen Insulins zu produzieren, wodurch ihr Bedarf an Insulininjektionen zum Ausgleich ihres Blutzuckerspiegels verringert wurde.

Humanstudie

Die randomisierte, doppelblinde, Placebo-kontrollierte Humanstudie identifizierte Verapamil als sichere, wirksame und vielversprechende Therapie – ein bahnbrechendes Ergebnis auf dem Gebiet der Diabetesforschung, schreiben die Studienautoren.

Die Verapamil-Studie überwachte 24 Patienten im Alter von 18 bis 45 Jahren, jeweils über einen Zeitraum von einem Jahr. Elf Patienten erhielten Verapamil und 13 Placebo. Alle klinischen Studienteilnehmer wurden innerhalb von drei Monaten nach Studienbeginn mit Typ-1-Diabetes diagnostiziert und setzten ihre verordnete Insulinpumpentherapie während der gesamten Studiendauer fort.

Die Forscher überwachten die tägliche Gesamtdosis des Insulins der Placebo- und Verapamilgruppen, die produzierte Insulinmenge, die prozentuale Veränderung der Insulinproduktion und ihre HbA1C-Werte. Zusätzlich wurden die Anzahl der hypoglykämischen Ereignisse der Patienten aufgezeichnet und der prozentuale Anteil der Zeit, die jeder Patient in gesunden Blutzuckerbereichen hatte, mit einem kontinuierlichen Blutzuckermesssystem analysiert.

Ausblick; Typ-2-Diabetes

Während diese Studie speziell die Ergebnisse bei erwachsenen Probanden behandelte, die innerhalb von drei Monaten nach Beginn der Studie diagnostiziert wurden, sind Langzeitstudien erforderlich, um die Wirkung von Verapamil sowohl auf pädiatrischen Typ-1-Diabetes als auch auf Personen mit Typ-1-Diabetes, die mit der Krankheit länger als drei Monate leben und/oder mit ihr diagnostiziert wurden, zu bestimmen.

Darüber hinaus wurden die Auswirkungen von Verapamil auf Typ-2-Diabetes nicht in prospektiv kontrollierten Studien getestet oder untersucht. Studienautorin Shalev sagte, zukünftige Studien sollten das Potenzial für dieses Regime bei Typ-2-Diabetes untersuchen.

In Typ-2-Diabetes Mausmodellen und in jüngsten epidemiologischen Studien wurde Verapamil jedoch mit einem geringeren Risiko der Entwicklung von Typ-2-Diabetes und einer besseren Blutzuckerkontrolle in Verbindung gebracht, schreiben die Wissenschaftler.
© arznei-news.de – Quellenangabe: Nature Medicine – http://dx.doi.org/10.1038/s41591-018-0089-4



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