Tafamidis (Vyndaqel)

Tafamidis (Fx-1006A, Handelsname Vyndaqel) ist ein Medikament zur Verbesserung der transthyretinbezogenen hereditären Amyloidose (auch familiäre Amyloid-Polyneuropathie oder FAP), eine seltene, aber tödliche neurodegenerative Erkrankung.

Transthyretin familiäre Amyloid-Polyneuropathie (TTR-FAP): Positive Daten

09.08.2016 Pfizer hat Daten aus drei Studien mit Vyndaqel (Wirkstoff ist Tafamidis) veröffentlicht, ein Medikament zur Behandlung von Patienten mit leichter Transthyretin familiärer Amyloid-Polyneuropathie (TTR-FAP), einer seltenen neurodegenerativen Erkrankung.

Laut den in The Journal of Protein Folding Disorders publizierten Daten führte die Behandlung mit Vyndaqel während der frühen Phase der Erkrankung zu einer minimalen Progression der neurologischen Erkrankung und erhielt das Körpergewicht, das oft abnimmt, wenn die Krankheit aufgrund von Magen-Darm-Problemen voranschreitet.

Nebenwirkungen

Das Medikament generierte keine neuen Sicherheitssignale. Die häufigsten Nebenwirkungen waren:

  • Infektionen der Harnwege (28,2 Prozent),
  • Erkältungen (25,4 Prozent),
  • Influenza (23,9 Prozent),
  • Durchfall ( 22,5 Prozent),
  • Kopfschmerz (19,7 Prozent),
  • Schmerzen in einer Extremität (19,7 Prozent),
  • Rückenschmerzen (16,9 Prozent),
  • Infektionen der oberen Atemwege (15,5 Prozent);
  • Depression und thermische Verbrennung (beide 14,1 Prozent);
  • Oberbauchschmerzen, Angst, Tod von Zellen auf der Oberfläche der Hornhaut (Keratitis punctata), Halsschmerzen (Pharyngitis) und verminderte Tränenaufrisszeit (ein Indikator für ein „trockenes Auge“) (alle 12,7 Prozent) und
  • Verstopfung, Übelkeit und Erbrechen (jeweils 11,3 Prozent).

„Diese Ergebnisse betonden die langfristigen Vorteile der frühzeitigen Intervention mit Vyndaqel bei symptomatischen Patienten mit TTR-FAP“, sagte Dr. Kevin Williams, Chief Medical Officer, Seltene Krankheiten, bei Pfizer Innovative Health.

TTR-FAP

TTR-FAP ist eine genetische, progressive und irreversible durch eine Mutation des Gens Protein Transthyretin (TTR) verursachte neurodegenerative Erkrankung, bei der es zur Produktion instabiler TTR-Proteine kommt, die als Amyloid-Ablagerungen in Nerven und anderen Organen deren normale Funktionen stören.

Die Krankheit betrifft geschätzt etwa 10.000 Menschen weltweit und beeinträchtigt die Lebensqualität erheblich und, wenn sie nicht behandelt wird, sterben die Patienten im Durchschnitt innerhalb von 10 Jahren nach Auftreten der Symptome.

Vyndaqel soll TTR-FAP stabilisieren und die Bildung von abnormalen Proteinen und die anschließende Amyloidablagerungen verlangsamen oder verhindern. Tafamidis ist in der Europäischen Union, aber nicht in den USA zugelassen.
© arznei-news.de – Quelle: Pfizer, August 2016

FDA: Fast-Track-Status bei Transthyretin-Kardiomyopathie

06.06.2017 Pfizer Inc. hat bekanntgegeben, dass die U.S. Food and Drug Administration (FDA) Tafamadis Fast-Track-Status für die Behandlung von Transthyretin-Kardiomyopathie (TTR-CM) erteilt hat.

Diese seltene Erkrankung ist mit einer fortschreitenden Herzinsuffizienz verbunden und ist tödlich. Derzeit in der klinischen Entwicklung der Phase 3 für TTR-CM wird Tafamidis (Handelsname ist Vyndaqel) auf sein Potenzial zur Senkung der Sterblichkeit und der kardiovaskulären Hospitalisierungen untersucht, schreibt das Unternehmen.

Pfizers ATTR-ACT: Transthyretin-Amyloid-Kardiomyopathie Tafamidis-Studie ist die erste klinische Phase-3, doppelblinde Placebo-kontrollierte Studie, die zu TTR-CM initiiert wurde und hat sowohl Patienten mit variabler Transthyretin-familiärer Amyloid-Kardiomyopathie (TTR-FAC), welches die erbliche Form der Krankheit ist, als auch diejenigen mit Wildtyp-TTR-CM aufgenommen, welche nicht erblich ist und im Alter auftreten kann.

Die ATTR-ACT-Studie hat vollständig ihre Patienten eingeschrieben und wird voraussichtlich im ersten Halbjahr 2018 abgeschlossen sein. Es gibt derzeit ca. 1.000 diagnostizierte Patienten mit TTR-CM weltweit, obwohl die Krankheit vermutlich signifikant unterdiagnostiziert ist, schreibt Pfizer.

Tafamidis ist ein neuartiger spezifischer TTR-Stabilisator, der im Jahr 2011 erstmals in der Europäischen Union (EU) zur Behandlung von Transthyretin-assoziierter familiärer Amyloid-Polyneuropathie (TTR-FAP) bei erwachsenen Patienten mit frühzeitiger symptomatischer Polyneuropathie zugelassen wurde, um die periphere neurologische Beeinträchtigung zu verzögern.

Derzeit ist VYNDAQEL für die Behandlung von TTR-FAP in 40 Ländern zugelassen, darunter Länder in Europa, Japan, Brasilien, Mexiko, Argentinien, Israel, Russland und Südkorea.
© arznei-news.de – Quelle: FDA, Juni 2017

Transthyretin-Kardiomyopathie: Positive Resultate aus ATTR-ACT-Studie

31.03.2018 Pfizer Inc. hat heute bekanntgegeben, dass die Phase 3 Studie ATTR-ACT, die Tafamidis zur Behandlung der Transthyretin-Kardiomyopathie untersuchte, ihren primären Endpunkt erreicht hat und eine statistisch signifikante Reduktion der Kombination von Gesamtmortalität und Häufigkeit von kardiovaskulären Krankenhausaufenthalten im Vergleich zu Placebo nach 30 Monaten zeigt.

Die vorläufigen Sicherheitsdaten zeigten, dass Tafamidis in dieser Population generell gut verträglich ist und keine neuen Sicherheitssignale identifiziert wurden.

ATTR-ACT ist eine internationale, multizentrische, doppelblinde, placebokontrollierte, randomisierte, 3-armige klinische Phase-3-Studie mit 441 Patienten, die die Wirksamkeit, Sicherheit und Verträglichkeit einer oralen Tagesdosis von 20 mg oder 80 mg Tafamidis-Meglumin-Kapseln im Vergleich zu Placebo untersuchte. Die Studie umfasste sowohl Patienten mit der abweichenden oder erblich bedingten Form der Erkrankung als auch solche mit der Wildtypform, die nicht erblich ist und mit zunehmendem Alter auftreten kann.
© arznei-news.de – Quellenangabe: Pfizer Inc.



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