Acalabrutinib (Calquence)

Acalabrutinib (ACP-196, Calquence) ist ein BTK-Inhibitor der 2. Generation entwickelt von Acerta Pharma. Es soll selektiver (weniger Nebenwirkungen) als Ibrutinib sein.

EU-Gremium empfiehlt Orphan-Arzneimittel-Status für 3 Indikationen (Krebs)

25.02.2016 Astrazeneca und Acerta Pharma berichten, dass das europäische Beratungsgremium Orphan-Drug-Status für das Krebsmedikament Acalabrutinib für drei Indikationen empfohlen hat.

acalabrutinibDie Europäische Arzneimittel-Agentur des Ausschusses für Arzneimittel für seltene Leiden (COMP) empfiehlt den Status für die Behandlung von chronischer lymphatischer Leukämie, Mantelzell-Lymphom und lymphoplasmatisches Lymphom (Morbus Waldenström, MG).

Mit dem Medikament wurden bislang etwa 1.000 Patienten in klinischen Studien behandelt. Mehr als 600 Patienten erhielten den Wirkstoff als Monotherapie. Phase-I / II-Daten zeigen ein günstiges Sicherheitsprofil und Wirksamkeit bei Patienten mit rezidivierender / refraktärer chronischer lymphatischer Leukämie.

Neben den laufenden Studien bei den obigen Indikationen wird Acalabrutinib derzeit auch in Phase I / II-Studien als Monotherapie und auch in Kombination mit Immuntherapie und Chemotherapie in einer Reihe von anderen Blutkrebserkrankungen und soliden Tumoren getestet.

Das Medikament ist ein BTK-Inhibitor mit einem Wirkmechanismus ähnlich Abbvies / Johnson & Johnsons Blutkrebsmedikament Imbruvica (Ibrutinib).

Eine Studie im Vergleich zu Ibrutinib mit Patienten mit CLL läuft ebenfalls derzeit.
© arznei-news.de – Quelle: Astrazeneca, Feb. 2016

Neue Daten aus der laufenden klinischen CLL-Studie zeigen eine hohe Wirksamkeit

07.12.2018 Aktualisierte Ergebnisse der Phase-I/II-Studie ACE-CL-001 wurden auf der 60. Jahrestagung der American Society of Hematology in San Diego, USA vorgestellt.

In einer Kohorte von behandlungsnaiven Patienten mit chronischer lymphatischer Leukämie (CLL) zeigten Langzeitsicherheit und Wirksamkeit der Bewertung von Acalabrutinib (Handelsname ist Calquence) hohe Ansprechraten ohne neue Sicherheitssignale.

Die mittlere Studiendauer betrug 42 Monate, wobei 89% der Patienten zum Zeitpunkt der Analyse noch mit Calquence behandelt wurden.

Wirksamkeit Ergebnisse (N=99)
Gesamtansprechrate

(Vollständiges + teilweises Ansprechen)

97%
Vollständiges Ansprechen 5%
Teilweises Ansprechen 92%
Mittlere Ansprechdauer nicht erreicht
36 Monate Dauer der Ansprechrate 98%
Mittleres progressionsfreies Überleben nicht erreicht
36 Monate progressionsfreie Überlebensrate 97%

Die häufigsten Nebenwirkungen

In dieser Studie waren die häufigsten Nebenwirkungen unter Acalabrutinib (≥ 20%, alle Grade) Durchfall (49%), Kopfschmerzen (44%), Infektion der oberen Atemwege (40%), Prellung (39%), Arthralgie (33%), Gewichtszunahme (31%), Übelkeit (30%) und Husten (23%).

Grad 3/4 Nebenwirkungen (≥ 5%) waren Neutropenie (8%), Bluthochdruck (7%), Durchfall (5%) und Kopfschmerzen (5%). Vorhofflimmern und Bluthochdruck (alle Grade) traten bei 6% bzw. 17% der Patienten auf, wobei bei 2% und 7% der Patienten Ereignisse des Grades 3 auftraten.

Blutungen (alle Grade) traten bei 64% der Patienten auf, wobei Kontusion am häufigsten war (39%). Alle bis auf drei (3% Grad 3) Blutungen waren Grad 1/2 Ereignisse und niemand brach die Behandlung aufgrund von Blutungen ab.

Insgesamt brachen 11% der Patienten die Behandlung ab, von denen 5% auf Nebenwirkungen zurückzuführen waren, einschließlich sekundärer Malignome (Angiosarkom, Glioblastom multiforme, kleinzelliger Lungenkrebs), Sepsis (Grad 4) und Harnwegsinfektionen (Grad 3).

Es wurde ein Ereignis der Stufe 5 (Multiorganversagen) im Rahmen der Lungenentzündung gemeldet, das als nicht mit Calquence zusammenhängend erachtet wurde.
© arznei-news.de – Quellenangabe: AstraZeneca



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