Adagrasib erreicht 43% Ansprechrate bei KRAS-mutiertem Lungenkrebs

KRYSTAL-1: Wirksamkeit und Sicherheit von Adagrasib bei Patienten mit fortgeschrittenem/metastasiertem nicht-kleinzelligen Lungenkrebs (NSCLC) mit KRASG12C-Mutation

04.06.2022 Fast 43 % der Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC), deren Lungenkrebs eine spezifische KRAS-Mutation aufwies, sprachen auf das experimentelle Medikament Adagrasib an, und der zielgerichtete Wirkstoff zeigte auch Wirkung gegen Läsionen im Gehirn, die von den Lungentumoren metastasiert hatten, so die Ergebnisse einer von Dr. Pasi Jänne vom Dana-Farber Cancer Institute und Kollegen durchgeführten Studie.

KRAS-Mutationen

Mutationen in dem potenten Onkogen KRAS treten bei etwa einem von vier Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC) auf, und etwa 13 % der Tumoren von NSCLC-Patienten werden von einer spezifischen KRAS-Mutation namens G12C hervorgebracht. KRAS-Mutationen galten lange Zeit als nahezu unmöglich, mit zielgerichteten Medikamenten anzugehen, auch nach vielen Jahren der Forschung.

Im Jahr 2021 wurde jedoch ein zielgerichtetes Medikament, Sotorasib, als erstes Medikament von der Food and Drug Administration für NSCLC-Patienten zugelassen, deren Tumoren die G12C-Mutation aufwiesen. Grundlage hierfür war eine klinische Studie, die bei diesen Patienten eine Ansprechrate von 36 % zeigte, nachdem sie zunächst mit einer Chemotherapie und einem PD-1-Immun-Checkpoint-Inhibitor behandelt worden waren.

Phase 2 Studie

Die Ergebnisse einer neuen Phase-2-Studie, die auf der Jahrestagung 2022 der American Society of Clinical Oncology (ASCO) vorgestellt und gleichzeitig im New England Journal of Medicine veröffentlicht wurden, zeigen, dass die Behandlung mit einem anderen KRASG12C-Mutationshemmer, Adagrasib, eine 42,9% objektive Ansprechrate und eine mediane Gesamtüberlebensrate von 12,6 Monaten in einer Kohorte von 112 Patienten erreichte, die zuvor sowohl eine Chemotherapie als auch eine Immuntherapie mit einem PD-1 Immun-Checkpoint-Blocker erhalten hatten.

Bemerkenswert ist, dass die Behandlung mit Adagrasib auch bei 33 Patienten mit stabilen metastatischen Läsionen im Gehirn und im zentralen Nervensystem, die sich von den Lungentumoren ausgebreitet hatten, eine Ansprechrate von 33,3 % erzielte.

Patienten mit KRASG12C hatten bisher nur wenige Möglichkeiten, nachdem die erste Chemo- und Immuntherapie nicht mehr anschlug. In der neuen klinischen Studie zu Adagrasib betrug das mediane progressionsfreie Überleben (die Zeit, die die Patienten lebten, bevor sich der Krebs wieder verschlimmerte) 6,5 Monate und die mediane Ansprechdauer 8,5 Monate. Das Medikament wurde zweimal täglich oral eingenommen.

Da sich die KRASG12C-Tumorzellen in der Regel weiter vermehren, sind die Forscher der Ansicht, dass eine anhaltende medikamentöse Hemmung erforderlich sein könnte. Daher wurde Adagrasib auf günstige Eigenschaften hin optimiert, darunter eine lange Halbwertszeit (23 Stunden) und die Fähigkeit, in das zentrale Nervensystem einzudringen.

Die klinische Wirksamkeit von Adagrasib wurde bei Patienten mit anderen KRASG12C-Tumoren nachgewiesen, darunter Darmkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs, Gallenwegskrebs und andere Krebsarten.

© arznei-news.de – Quellenangabe: Dana-Farber Cancer Institute; KRYSTAL-1: Activity and safety of adagrasib (MRTX849) in patients with advanced/metastatic non–small cell lung cancer (NSCLC) harboring a KRASG12C mutation (Abstract 9002)

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