Ibrutinib als Zusatztherapie verlangsamt Mantelzell-Lymphom bei älteren Menschen

Zusatz von Ibrutinib zur Chemoimmuntherapie verlängert das progressionsfreie Überleben bei älteren Patienten mit unbehandeltem Mantelzell-Lymphom

04.06.2022 Bei älteren Patienten mit unbehandeltem Mantelzell-Lymphom verlängert die zusätzliche Gabe von Ibrutinib (Handelsname Imbruvica) zur Standard-Chemoimmuntherapie das progressionsfreie Überleben signifikant.

Dies geht aus einer im New England Journal of Medicine und auf der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology veröffentlichten Studie hervor.

Dr. Michael L. Wang vom MD Anderson Cancer Center der University of Texas in Houston und seine Kollegen wiesen Patienten mit unbehandeltem Mantelzell-Lymphom im Alter von 65 Jahren oder älter nach dem Zufallsprinzip Ibrutinib oder Placebo (261 bzw. 262 Patienten) sowie sechs Zyklen Bendamustin und Rituximab zu. Patienten mit einem objektiven Ansprechen erhielten eine Erhaltungstherapie mit Rituximab.

  • Die Forscher stellten fest, dass das mediane progressionsfreie Überleben in der Ibrutinib- bzw. Placebogruppe bei einer medianen Nachbeobachtungszeit von 84,7 Monaten 80,6 bzw. 52,9 Monate betrug (Hazard Ratio für Krankheitsprogression oder Tod: 0,75).
  • Der Prozentsatz der Patienten mit vollständigem Ansprechen lag in der Ibrutinib-Gruppe bei 65,5 Prozent und in der Placebo-Gruppe bei 57,6 Prozent.
  • Die Gruppen wiesen ein ähnliches Gesamtüberleben auf.
  • Die Häufigkeit von unerwünschten Ereignissen des Grades 3 oder 4 lag in der Ibrutinib-Gruppe bei 81,5 Prozent und in der Placebo-Gruppe bei 77,3 Prozent.

„Die Phase-3-Studie SHINE zeigte, dass Ibrutinib in Kombination mit Bendamustin plus Rituximab und Rituximab-Erhaltungstherapie eine wirksame Erstlinienbehandlung für Patienten mit Mantelzell-Lymphom war, die 65 Jahre oder älter waren und als ungeeignete Kandidaten für eine autologe Stammzelltransplantation galten“, schreiben die Autoren.

© arznei-news.de – Quellenangabe: New England Journal of Medicine (2022). DOI: 10.1056/NEJMoa2201817

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