Afinitor

Krebsmedikamente – Immunsuppressiva

Everolimus (Handelsname Afinitor) ist ein Immunsuppressivum mit Makrolidstruktur und gehört zur Klasse der mTOR-Inhibitoren. Das Medikament ist derzeit indiziert beim metastasierten Nierenzellkarzinom, subependymalen Riesenzellastrozytom und bei neuroendokrinen Pankreastumoren.

Medikament scheitert in Leberkrebsstudie

Novartis hat einen Rückschlag für eine Zulassungserweiterung bei Afinitor (aktive Substanz Everolimus) erlitten, nachdem das Medikament in einer Phase III Studie bei der Behandlung von fortgeschrittenem Leberkrebs scheiterte.

Everolimus

Everolimus Struktur

Der Schweizer Pharmakonzern hat Daten einer Phase-3-Studie präsentiert, die zeigten, dass Afinitor das Gesamtüberleben (im Vergleich zu einem Placebo) bei Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem hepatozellulären Karzinom nach Progression unter oder Intoleranz zu Bayers Nexavar (Sorafenib) nicht verlängerte.

Novartis hat deshalb entschieden, hierfür keinen Zulassungsantrag zu stellen. Everolimus wurde bereits für die Behandlung von Nieren-, Brust. und Bauchspeicheldrüsenkrebs genehmigt.

Novartis will Afinitor jedoch für andere Indikationen nicht aufgeben und das Arzneimittel befindet sich schon in Phase III Studien für andere Formen von Krebs, deren Ergebnisse in 2014 und 2015 erwartet werden.

© arznei-news.de – Quelle: Novartis, August 2013

FDA: Erweiterung der Zulassung: Neuroendokrine Tumoren

29.02.2016 Die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) genehmigt den Einsatz von Novartis Afinitor bei erwachsenen Patienten mit neuroendokrinen Tumoren (NET) mit gastrointestinalen (GI) oder Lungen-Ursprung.

Die Tumoren sollten progressiv, gut differenziert und nicht-funktionell sein. Die neue Indikation basiert auf Daten einer Studie mit 302 Patienten, die entweder Placebo oder den Wirkstoff Everolimus, jeweils in Kombination mit der besten unterstützenden Pflege, erhielten.

Das mediane progressionsfreie Überleben betrug 11 Monate im Wirkstoff-Arm gegenüber 3,9 Monate für Placebo.

Afinitor reduzierte das Progressionsrisiko bei Patienten mit progressiven, gut differenzierten, nicht-funktionellen NET mit GI oder Lungen-Ursprung um 52%.

Weitere weltweite Zulassungsanträge für die neue Indikation sind im Gange; eine Entscheidung in der Europäischen Union wird noch dieses Jahr erwartet.

Das Medikament ist in den USA und in der EU für lokal fortgeschrittene, metastasierte oder inoperable progressive NET pankreatischen Ursprungs zugelassen.

Afinitor ist auch für die Behandlung von fortgeschrittenen Nierenzellkarzinomen nach Progression während oder nach einer auf den vaskulären endothelialen Wachstumsfaktor zielenden Therapie zugelassen.
© arznei-news.de – Quelle: Novartis, Feb. 2016

Medikament reduziert Anfälle bei tuberöser Sklerose

21.04.2016 Novartis Afinitor (Everolimus) hat in der Phase III Studie EXIST-3 behandlungsresistente Anfälle bei Patienten mit tuberöser Sklerose (TSC) deutlich reduziert.

Wirkung in EXIST-3

In der Studie war die prozentuale Reduktion vom Ausgangswert der Anfallshäufigkeit signifikant höher bei mit Afinitor randomisiert behandelten Patienten im Arm mit geringerer Dosis (LE; 3-7 ng/mL; n=117; 29,3 Prozent) und im Behandlungsarm mit höherer Dosis (HE; 9-15 ng/mL; n =130; 39,6 Prozent) im Vergleich zu Placebo (n=119; 14,9 Prozent).

Die Krampf-Ansprechrate (> = 50% Reduktion) war ebenfalls signifikant höher beim Wirkstoff LE (28,2% und HE 40%) gegenüber Plazebo (15,1%), sagte Novartis.

Nebenwirkungen bei Patienten mit tuberöser Sklerose

Die häufigsten unerwünschten Ereignisse bei den Patienten unter Afinitor LE / HE gegenüber Placebo waren:

  • Stomatitis (28,2% / 30,8% gegenüber 3,4%),
  • Geschwüre im Mund (23,9% / 21,5% gegenüber 4,2%) und
  • Durchfall (17,1% / 21,5% vs. 50%).

Schwere unerwünschte Ereignisse wurden zu 13,7% / 13,8% gegenüber 2,5% berichtet.

„Diese Ergebnisse sind ermutigend, da dies die erste klinische Studie ist, die einen Nutzen speziell bei TSC-Patienten zeigt, die unter behandlungsresistenten Anfällen leiden, bemerkte Dr. Jacqueline French vom NYU Langone Medical Center.
© arznei-news.de – Quelle: Novartis, April 2016

EU-Zulassungsempfehlung: Neuroendokrine Tumoren Lungen- u. GI-Ursprung

29.04.2016 Der Ausschuss für Humanarzneimittel der Europäischen Zulassungsbehörde (CHMP) empfiehlt die Zulassung von Afinitor der Firma Novartis Europharm Ltd zur Behandlung von neuroendokrinen Tumoren mit gastrointestinalem oder Lungen-Ursprung.

Der CHMP empfiehlt die Genehmigung des Medikaments mit der aktiven Substanz Everolimus für die Behandlung von inoperablen oder metastasierten, gut differenzierten
(Grad 1 oder Grad 2) nicht-funktionalen neuroendokrinen Tumoren mit Ursprung im Magen-Darm-Trakt oder der Lunge bei Erwachsenen mit einer progressiven Erkrankung.

Wirksamkeit in RADIANT-4

Die positive Stellungnahme des CHMP beruht auf Wirksamkeits- und Sicherheitsdaten aus einer Phase-III-Studie (RADIANT-4), in der Afinitor das Risiko einer Progression bei Patienten mit progressiven, gut differenzierten, nicht-funktionalen, lokal fortgeschrittenen oder metastasierten NET mit GI- oder Lungen-Herkunft um 52% (Hazard Ratio [HR] = 0,48) vs. Placebo reduzierte.

Darüber hinaus zeigten die Daten, dass das Medikament das mediane progressionsfreie Überleben (PFS) um 7,1 Monate erhöhte: Das mediane PFS betrug 11,0 Monate gegenüber 3,9 Monate im Placebo-Arm.

Nebenwirkungen in RADIANT-4

In der Pivotal-Studie waren die häufigsten behandlungsbedingten Grad 3/4 Nebenwirkungen (AE) (> = 5%) für Afinitor bzw. Placebo:

  • Stomatitis (9,0% vs. 0,0%),
  • Durchfall (7,0% vs. 2,0% ) und
  • Infektionen (7,0% gegenüber 0,0%).

Die häufigsten behandlungsbedingten AE aller Grade (Inzidenz> = 10%) waren:

  • Stomatitis (63%),
  • Durchfall (31%),
  • Müdigkeit (31%),
  • Infektionen (29%),
  • Hautausschlag (27%) und
  • peripheres Ödem (26%).

© arznei-news.de – Quelle: Novartis, April 2016

Gastrointestinale u. neuroendokrine Tumoren: EU-Zulassung

Die Europäische Kommission hat Novartis Afinitor (Wirkstoff Everolimus) Tabletten für die Behandlung von inoperablen oder metastasierten, gut differenzierten (Grad 1 oder Grad 2) nicht-funktionellen neuroendokrinen Tumoren (NET) gastrointestinalen (GI) oder pulmonalen Ursprungs bei Erwachsenen mit progressiver Erkrankung am 02.06.2016 zugelassen.

Die EU-Zulassung basiert auf Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit aus einer Phase-III-Studie (RADIANT-4).

Die Patienten wurden 2:1 randomisiert: eine tägliche Dosis Afinitor 10 mg Tablette oder Placebo.

Die Ergebnisse zeigten, dass die Therapie das Risiko der Krankheitsprogression um 52% im Vergleich zu Placebo verringerte. Mehr dazu und zu den Nebenwirkungen hier.

Tuberöse-Sklerose-Komplex – FDA-Zulassung

11.04.2018 Afinitor Disperz von Novartis ist das erste Medikament, das von den US-Regulierungsbehörden speziell für die Behandlung von Patienten ab zwei Jahren mit tuberöser Sklerose (TSC) assoziierten partiellen Anfällen zugelassen wurde.

Tuberöse-Sklerose-Komplex (TSC) bzw. tuberöse Sklerose ist eine seltene genetische Erkrankung, von der bis zu einer Million Menschen weltweit betroffen sind. Rund 85 Prozent der Menschen mit TSC sind von Epilepsie betroffen, und unkontrollierte Anfälle im Zusammenhang mit TSC können für Patienten lähmend sein.

Die neue Zulassung für Afinitor Disperz (aktive Substanz ist Everolimus), so der Schweizer Pharmakonzern, ist eine Antwort auf einen großen medizinischen Bedarf, da mehr als 60 Prozent der Patienten mit tuberöser Sklerose an Anfällen leiden, die gegen die verfügbaren antiepileptischen Therapien resistent geworden sind.

In klinischen Studien reduzierte der orale mTOR-Signalweghemmer die Häufigkeit von therapieresistenten Anfällen in Verbindung mit Tuberöse-Sklerose-Komplex im Vergleich zu Placebo bei Verwendung als Begleittherapie signifikant.

Die mediane prozentuale Reduktion der Anfallshäufigkeit gegenüber dem Ausgangswert war bei den Patienten, die Afinitor Disperz erhielten, signifikant höher, mit 29,3 Prozent für die Gruppe mit niedriger Exposition und 39,6 Prozent für die Gruppe mit hoher Exposition gegenüber 14,9 Prozent für Placebo.
© arznei-news.de – Quellenangabe: Novartis



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