Amivantamab (Rybrevant)

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Indikation / Anwendung / Krankheiten

Rybrevant als Monotherapie ist indiziert zur Behandlung erwachsener Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (non-small cell lung cancer, NSCLC) und aktivierenden Exon-20-Insertionsmutationen des epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptors (EGFR) nach Versagen einer platinbasierten Therapie.

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Ergebnisse der Phase 1 Studie CHRYSALIS zum bispezifischen Antikörper Amivantamab bei der Behandlung von Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligen Lungenkrebs mit Exon-20-Insertionsmutationen

20.05.2020 Janssen Pharmaceutical Companies of Johnson & Johnson haben die Ergebnisse der Phase-1-Studie CHRYSALIS (NCT02609776) zur Evaluierung von Amivantamab (JNJ-6372; Handelsname Rybrevant) bei der Behandlung von Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligen Lungenkrebs (NSCLC) mit epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor (EGFR) Exon-20-Insertionsmutationen veröffentlicht.

Amivantamab ist ein bispezifischer EGFR- und mesenchymaler epithelialer Übergangsfaktor (MET) Antikörper, der auf aktivierende und resistente EGFR- und MET-Mutationen und Amplifikationen zielt.

CHRYSALIS

Die Phase-1-Studie CHRYSALIS ist eine erstmals am Menschen durchgeführte, offene, multizentrische Studie zur Untersuchung von Sicherheit, Pharmakokinetik und Wirksamkeit von Amivantamab als Monotherapie und in Kombination mit Lazertinibi, einem neuartigen EGFR-Tyrosinkinase-Inhibitor (TKI) der dritten Generation, bei erwachsenen Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC.

Fünfzig Patienten mit EGFR Exon 20 insertionsmutiertem NSCLC erhielten die empfohlene Phase-2-Dosis (RP2D) Amivantamab. Von diesen 50 Patienten konnten 39 auf ein Ansprechen untersucht werden, wobei 13 verschiedene EGFR-Exon-20-Insertionsmutationen identifiziert wurden.

Wirksamkeit; Ansprechen

Es konnte eine Gesamtansprechrate (ORR) von 36 Prozent bei allen Patienten und 41 Prozent bei Patienten beobachtet werden, die zuvor mit einer Chemotherapie auf Platinbasis behandelt worden waren.

Die mediane Ansprechdauer betrug für alle evaluierbaren Patienten 10 Monate und sieben Monate für Patienten, die zuvor mit einer Chemotherapie auf Platinbasis behandelt worden waren.

Das mediane progressionsfreie Überleben betrug 8,3 Monate für alle Patienten und 8,6 Monate für Patienten, die zuvor mit einer Chemotherapie auf Platinbasis behandelt worden waren.

Die klinische Nutzenrate (partielles Ansprechen oder bessere oder stabile Erkrankung über mindestens 12 Wochen [zwei Krankheitsbewertungen]) betrug 67 Prozent für alle Patienten und 72 Prozent für Patienten, die zuvor mit einer Chemotherapie auf Platinbasis behandelt worden waren.

Das Ansprechen wurde sowohl bei zuvor noch nicht behandelten Patienten beobachtet als auch bei denen, die zuvor mit einer Chemotherapie auf Platinbasis behandelt worden waren.

Am häufigsten wurde ein Ansprechen des Tumors bei der ersten Krankheitsbewertung nach Therapiebeginn beobachtet.

Sicherheit; Nebenwirkungen

Die häufigsten Nebenwirkungen aller Grade (AE) waren Hautausschlag, infusionsbedingte Reaktionen (IRR) und Paronychie.

IRR traten überwiegend bei der ersten Infusion auf und verhinderten nachfolgende Behandlungen nicht.

Keiner der Patienten berichtete über Hautausschlag von Grad ≥3, ein Patient berichtete über Durchfall des Grades 3 (sechs Prozent hatten Durchfall jeden Grades).

Sechs Prozent der Patienten hatten behandlungsbedingte Grad ≥3 AE von Hyperamylasämie, Hypokaliämie, erhöhter Lipase und Schulter-/Brustschmerzen.

Behandlungsbedingte schwere Nebenwirkungen von Zellulitis, interstitieller Lungenerkrankung und Schulter-/Brustschmerzen wurden bei sechs Prozent der Patienten berichtet.
© arznei-news.de – Quellenangabe: Janssen.

Aus der Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels der Europäischen Kommission:

Wirkstoff / Wirkung / Wirkmechanismus / Wirkweise

Amivantamab ist ein vollhumaner, auf IgG1 basierender bispezifischer EGFR-MET-Antikörper mit naktivierenden EGFR-Exon-20-Insertionsmutationen gerichtet ist. Amivantamab bindet an die extrazellulären Domänen von EGFR und MET.

Amivantamab unterbindet die EGFR- und MET-Signalfunktionen, indem es die Ligandenbindung blockiert und die Degradation von EGFR und MET fördert, wodurch Tumorwachstum und -progression verhindert werden. Die Expression von EGFR und MET auf der Oberfläche von Tumorzellen ermöglicht auch die zielgerichtete Destruktion dieser Zellen. Dies wird durch Immuneffektorzellen wie natürlichen Killerzellen und Makrophagen auf Basis antikörperabhängiger zellulärer Zytotoxizität (antibody-dependent cellular cytotoxicity, ADCC) bzw. Trogozytose erreicht.

Schwangerschaft / Stillen

Schwangerschaft

  • Bevor Sie dieses Arzneimittel erhalten, informieren Sie Ihren Arzt oder das medizinische Fachpersonal, wenn Sie schwanger sind oder vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden.
  • Es besteht die Möglichkeit, dass Amivantamab (Rybrevant) einem ungeborenen Kind schaden kann. Wenn Sie während der Behandlung mit diesem Arzneimittel schwanger werden, informieren Sie sofort Ihren Arzt oder das medizinische Fachpersonal. Sie und Ihr Arzt werden entscheiden, ob der Nutzen des Arzneimittels größer ist als das Risiko für Ihr ungeborenes Kind.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Rybrevant in die Muttermilch übergeht. Fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt um Rat. Sie und Ihr Arzt werden entscheiden, ob der Nutzen des Stillens größer ist als das Risiko für Ihr Baby.

Nebenwirkungen / unerwünschte Wirkungen / Verträglichkeit

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Schwerwiegende Nebenwirkungen

Informieren Sie sofort Ihren Arzt oder das medizinische Fachpersonal, wenn Sie die folgenden schwerwiegenden Nebenwirkungen bemerken:

Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen):

  • Zeichen einer infusionsbedingten Reaktion – z. B. Schüttelfrost, Kurzatmigkeit, Übelkeit, Hitzegefühl, Beschwerden im Brustkorb und Erbrechen während der Anwendung des Arzneimittels. Dies kann vor allem bei der ersten Dosis vorkommen. Ihr Arzt kann Ihnen zusätzliche Arzneimittel verabreichen oder die Infusion muss verlangsamt oder gestoppt werden.
  • Hautprobleme – z. B. Ausschlag (einschließlich Akne), entzündete Haut im Bereich der Nägel, trockene Haut, Juckreiz, Schmerzen und Rötung. Informieren Sie Ihren Arzt, wenn sich Ihre Haut- oder Nagelprobleme verschlechtern.

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen):

  • Augenprobleme – z. B. trockene Augen, geschwollene Augenlider, juckende Augen, Sehstörungen, Wimpernwachstum.
  • Zeichen einer Lungenentzündung – z. B. plötzliche Probleme beim Atmen, Husten oder Fieber. Dies kann zu dauerhaften Schäden führen („interstitielle Lungenerkrankung“). Ihr Arzt kann Rybrevant absetzen, wenn diese Nebenwirkung bei Ihnen auftritt.

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen):

  • Entzündete Hornhaut (vorderer Teil des Auges)
  • Entzündung im Inneren des Auges, die das Sehvermögen beeinträchtigt
  • lebensbedrohlicher Hautausschlag mit Blasenbildung und Ablösung der Haut über einen Großteil der Körperoberfläche (toxische epidermale Nekrolyse).

Weitere Nebenwirkungen

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie eine der folgenden Nebenwirkungen bemerken:

Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen):

  • niedriger Gehalt des Proteins „Albumin“ im Blut
  • Schwellungen aufgrund von Flüssigkeitsansammlungen im Körper
  • starkes Müdigkeitsgefühl
  • Geschwüre im Mund
  • Verstopfung oder Durchfall
  • verminderter Appetit
  • erhöhter Spiegel des Leberenzyms „Alaninaminotransferase“ im Blut, ein mögliches Zeichen für Leberprobleme
  • erhöhter Spiegel des Enzyms „Aspartataminotransferase“ im Blut, ein mögliches Zeichen für Leberprobleme
  • Schwindelgefühl
  • erhöhter Spiegel des Enzyms „alkalische Phosphatase“ im Blut
  • Muskelschmerzen
  • niedriger Kalziumspiegel im Blut.

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen):

  • Bauchschmerzen.

Arznei-News.de – Quellenangabe: Europäische Kommission – EPAR – 15.12.2021





Diese Informationen sind NICHT als Empfehlung für ein bestimmtes Medikament zu verstehen. Auch wenn diese Berichte, Studien, Erfahrungen hilfreich sein können, sind sie kein Ersatz für die Erfahrung und das Fachwissen von Ärzten.

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