Angiotensin-Rezeptorblocker und Suizid

Zusammenhang zwischen Angiotensin-konvertierenden Enzymhemmern, Angiotensin-Rezeptorblockern und Suizid

17.10.2019 Eine in JAMA Network veröffentlichte Studie untersuchte, ob Angiotensin-Rezeptorblocker mit einem höheren Suizidrisiko verbunden sind als Angiotensin-konvertierende Enzymhemmer (ACE-Hemmer).

Diese bevölkerungsbasierte, Fall-Kontroll-Studie mit Personen im Alter von 66 Jahren und älter verwendete Daten vom 1. Januar 1995 bis 31. Dezember 2015 von Datenbanken aus Ontario, Kanada. Die Datenanalyse wurde von Januar bis April 2019 durchgeführt. Die Fälle waren Personen, die innerhalb von 100 Tagen nach Erhalt eines ACE-Hemmers oder Angiotensin-Rezeptorblockers (ARB) durch Selbstmord starben.

Als Indexdatum diente das Todesdatum. Für jeden Fall wurden 4 Kontrollen bestimmt und nach Alter (innerhalb eines Jahres), Geschlecht und Vorhandensein von Bluthochdruck und Diabetes angepasst. Alle Personen erhielten einen ACE-Hemmer oder Angiotensin-Rezeptorblocker innerhalb von 100 Tagen vor dem Indexdatum.

Die meisten Fälle (768 [79,7%]) und Kontrollen (3.068 [79,6%]) waren Männer. Unter den Fällen nahmen 260 (26,0%) ARB und 704 (18,4%) ACE-Hemmer ein. Unter den Kontrollen nahmen 741 (74,0%) ARBs und 3115 (81,6%) ACE-Hemmer ein. Im Vergleich zur ACE-Hemmer-Exposition war die ARB-Exposition mit einem höheren Risiko für Tod durch Selbstmord verbunden (angepasstes Quotenverhältnis: 1,63; 95% CI, 1,33-2,00).

Die Ergebnisse waren konsistent zu einer Sensitivitätsanalyse ohne Personen mit Selbstverletzungen in der Vorgeschichte (Odds Ratio 1,60; 95% CI, 1,29-1,98).

Die Verwendung von Angiotensin-Rezeptorblockern kann im Vergleich zu ACE-Hemmern mit einem erhöhten Suizidrisiko verbunden sein, schreiben die Studienautoren um Muhammad Mamdani vom Li Ka Shing Knowledge Institute, St Michael’s Hospital, Toronto, Ontario, Canada.

Die bevorzugte Verwendung von ACE-Hemmern gegenüber Angiotensin-Rezeptorblockern sollte nach Möglichkeit in Betracht gezogen werden, insbesondere bei Patienten mit schweren psychischen Erkrankungen, schließen sie.
© arznei-news.de – Quellenangabe: JAMA Netw Open. 2019;2(10):e1913304. doi:10.1001/jamanetworkopen.2019.13304



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