Antidepressiva bei Diabetes und Depression

Antidepressiva können die Behandlungsergebnisse bei Menschen mit Diabetes und Depression verbessern

15.07.2021 Menschen mit Diabetes und Depressionen, die Antidepressiva einnehmen, haben laut einer im Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism veröffentlichten Studie möglicherweise ein geringeres Risiko für Tod und schwere Diabetes-Komplikationen.

Menschen mit Diabetes haben ein höheres Risiko für Depressionen, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass sie sterben oder Diabetes-Komplikationen wie Herz- und Nierenerkrankungen, Schlaganfall, Augen- und Fußprobleme entwickeln. Depressionen verschlimmern Diabetes-Komplikationen aufgrund von Stress, Veränderungen des Körpergewichts und Bewegungsmangel, schreiben die Studienautoren.

Menschen mit Depressionen und Diabetes haben einen schlechteren Gesundheitszustand als Menschen mit Diabetes allein, und eine regelmäßige Behandlung mit Antidepressiva könnte ihr Risiko für Komplikationen senken, sagte Studienautor Shi-Heng Wang von der China Medical University in Taichung, Taiwan.

Personen, die regelmäßig ihre Antidepressiva einnehmen, hatten bessere Diabetes-Ergebnisse und eine bessere Lebensqualität als diejenigen mit schlechter Compliance (Therapietreue), sagte Studienautor Dr. Chi-Shin Wu vom National Taiwan University Hospital in Taipei, Taiwan.

Die Studie

Die Forscher führten eine landesweite retrospektive Kohortenstudie mit 36.276 Patienten mit Depressionen und Diabetes durch, um festzustellen, ob Antidepressiva die Ergebnisse der Diabetesbehandlung verbessern können. Sie fanden heraus, dass eine regelmäßige Behandlung mit Antidepressiva mit einem geringeren Risiko für Tod und Herzerkrankungen verbunden war.

  • Im Vergleich zur unregelmäßigen Einnahme von Antidepressiva war die regelmäßige Einnahme mit einem 0,92-fach verminderten Risiko für makrovaskuläre Komplikationen und einem 0,86-fach verminderten Risiko für die Gesamtmortalität verknüpft, jedoch nicht mit mikrovaskulären Komplikationen.
  • Die regelmäßige Einnahme von selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI) war mit einem 0,83-fach vermindertem Risiko für makrovaskuläre Komplikationen und 0,75-fach verminderten Risiko der Gesamtmortalität verbunden.
  • Die regelmäßige Einnahme von trizyklischen oder tetrazyklischen Antidepressiva war mit einem 0,78-fach verminderten Risiko für die Gesamtmortalität assoziiert.
  • Die regelmäßige Einnahme von Benzodiazepinen zeigte keine Verbindung zu den diabetischen Ergebnissen.

© arznei-news.de – Quellenangabe: The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, dgab443, https://doi.org/10.1210/clinem/dgab443

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