Antidepressiva und Diabetes

Erfahrungen mit Antidepressiva, Erfahrungsberichte

Langfristiger Gebrauch von Antidepressiva scheint das Risiko für Typ-2 Diabetes mellitus zu erhöhen

26.02.2020 Die langfristige Einnahme von Antidepressiva erhöht das Risiko in zeit- und dosisabhängiger Weise für das Auftreten von Typ-2 Diabetes mellitus laut einer in der Fachzeitschrift Diabetes Care veröffentlichten Studie.

Hiroyuki Miidera vom National Institute of Mental Health in Tokio und Kollegen untersuchten den Zusammenhang zwischen dem Risiko für neu auftretenden Diabetes mellitus Typ 2 und der Dauer der Einnahme von Antidepressiva und der Dosis des Antidepressivums, sowie der Einnahme von Antidepressiva und den klinischen Ergebnissen nach Diabetesauftreten. Die Analyse umfasste 90.530 Teilnehmer mit einer entsprechenden Neigung.

Risiko bei kurz- und langfristiger Einnahme

Die Forscher fanden heraus, dass 5.225 Patienten (5,8 Prozent) an Diabetes erkrankten. Es bestand ein Zusammenhang zwischen der Einnahme von Antidepressiva und dem Risiko für den Ausbruch von Diabetes in zeit- und dosisabhängiger Weise.

Bei der kurzfristigen Einnahme niedrig dosierter Antidepressiva betrug das angepasste Risikoverhältnis 1,27, bei der langfristigen Einnahme hoher Dosen lag das angepasste Risikoverhältnis bei 3,95.

Nach Absetzen des Antidepressivums oder Dosisreduktion

Die Wissenschaftler beobachteten niedrigere HbA1c-Werte bei Patienten, die ihr Antidepressivum absetzten oder die Dosis reduzierten.

Der HbA1c-Spiegel sollte bei Antidepressiva einnehmenden Patienten regelmäßig überwacht werden. Dadurch kann die Entscheidung, die Einnahme von Antidepressiva zu reduzieren oder einzustellen, wenn eine gestörte Glukosetoleranz beobachtet wird, wenn möglich, unterstützt werden, schreiben die Autoren.
© arznei-news.de – Quellenangabe: Diabetes Care 2020 Feb; dc191175. https://doi.org/10.2337/dc19-1175.

Schreiben Sie uns >> hier << über Ihre Erfahrungen und lesen Sie die Erfahrungsberichte zu diesem Medikament.