Antipsychotika / Neuroleptika bei Alzheimer

Erfahrungen, Erfahrungsberichte zu diesen Medikamenten

Sollten Antipsychotika bei Alzheimer-Krankheit eingesetzt werden?

Äußerste Erregung, Aggressivität, und Psychosen sind häufig anzutreffen bei Menschen mit Alzheimer Krankheit – besonders in ihren späteren Stufen – und sie sind am häufigsten unter den Symptomen, warum die Patienten in Pflegeheime eingewiesen werden.

Neuroleptika gegen Alzheimer-Symptome

Antipsychotische Medikamente (Neuroleptika oder Antipsychotika genannt) werden oft verordnet, um diese Symptome zu behandeln, aber ihre Verwendung bleibt strittig.

Es wird empfohlen, dass Patienten die Antipsychotika nicht länger als sechs Monate einnehmen, aber eine im New England Journal of Medicine herausgegebene Studie bezweifelt, ob es klug ist, die Behandlung einfach so abzubrechen.

Hohes Risiko für Rückfall bei Absetzen der Medikamente

Menschen mit Alzheimer, deren Symptome sich während der Einnahme des antipsychotischen Medikaments Risperidon (Risperdal) verbesserten, zeigten ein hohes Risiko für Rückfälle, wenn die Behandlung abgesetzt wurde.

Die Studie behauptet, dass die gängige Praxis – die Behandlung beliebig nach einigen Monaten zu beenden – Schaden an den Patienten verursachen kann, sagt Forscher D.P. Devanand, MD, New York State Psychiatrisches Institut und Universität Columbia.

Antipsychotika funktionieren nicht bei allen Patienten, sagt Devanand. Aber man sollte vorsichtig sein bei jenen, die ansprechen, und auf Rückfälle achten, wenn sie abgesetzt werden.

Hohes Sterblichkeitsrisiko bei einigen

Die Behandlung mit antipsychotischen Medikamenten ist mit einem höheren Sterblichkeitsrisiko in mehreren Studien verbunden worden. Antipsychotika enthalten die Warnung, dass ältere Menschen mit Demenz-verbundender Psychose, die mit antipsychotischen Medikamenten behandelt werden, ein höheres Sterblichkeitsrisiko haben.

©arznei-news.de – Quelle: New England Journal of Medicine, Okt. 2012

Verbindung zwischen Antipsychotika und Kopfverletzungen bei Menschen mit Alzheimer-Krankheit

08.01.2020 In einer Studie mit Alzheimer-Patienten wurde die Verwendung von antipsychotischen Medikamenten mit einem erhöhten Risiko für Kopfverletzungen in Verbindung gebracht. Die Ergebnisse sind im Journal der American Geriatrics Society veröffentlicht worden.

Die landesweite Studie mit Personen in Finnland, bei denen in den Jahren 2005 bis 2011 Alzheimer-Krankheit diagnostiziert wurde, umfasste 21.795 Patienten, die mit der Einnahme von antipsychotischen Medikamenten (kurz Antipsychotika oder Neuroleptika) begannen, und 21.795 Patienten, die keine einnahmen.

Die Einnahme von Antipsychotika war mit einem 29% höheren Risiko für Kopfverletzungen verbunden – die „Ereignisrate“ betrug 1,65 vs. 1,26 pro 100 Personenjahre – bei den Anwendern gegenüber den Nicht-Nutzern.

Dies bedeutet durchschnittlich 1,65 vs. 1,26 Verletzungen bei 100 Personen über ein Jahr. Dies entspricht 165 vs. 126 Verletzungen pro 10.000 Personen. Der Einsatz von antipsychotischen Medikamenten stand auch mit einem 22% höheren Risiko für traumatische Hirnverletzungen (Schädel-Hirn-Traumata) in Verbindung – 0,90 vs. 0,72 pro 100 Personenjahre.

Beim Vergleich der Antipsychotika hatten Quetiapin-Benutzer ein 60% höheres Risiko für ein Schädel-Hirn-Trauma als Risperidon-Benutzer.

Menschen mit Alzheimer-Krankheit haben ein höheres Risiko für Stürze, Kopfverletzungen und Schädel-Hirn-Traumata und eine schlechtere Prognose nach diesen Vorfällen im Vergleich zu Personen ohne Alzheimer-Krankheit. Daher ist es wichtig, ein erhöhtes Risiko durch Antipsychotika in dieser gefährdeten Bevölkerungsgruppe möglichst zu vermeiden, sagte der leitende Autor Vesa Tapiainen von der Universität von Ostfinnland.
© arznei-news.de – Quellenangabe: Journal der American Geriatrics Society – https://doi.org/10.1111/jgs.16275.

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