Antipsychotika / Neuroleptika bei Alzheimer

Verbindung zwischen Antipsychotika und Kopfverletzungen bei Menschen mit Alzheimer-Krankheit

08.01.2020 In einer Studie mit Alzheimer-Patienten wurde die Verwendung von antipsychotischen Medikamenten mit einem erhöhten Risiko für Kopfverletzungen in Verbindung gebracht. Die Ergebnisse sind im Journal der American Geriatrics Society veröffentlicht worden.

Die landesweite Studie mit Personen in Finnland, bei denen in den Jahren 2005 bis 2011 Alzheimer-Krankheit diagnostiziert wurde, umfasste 21.795 Patienten, die mit der Einnahme von antipsychotischen Medikamenten (kurz Antipsychotika oder Neuroleptika) begannen, und 21.795 Patienten, die keine einnahmen.

Die Einnahme von Antipsychotika war mit einem 29% höheren Risiko für Kopfverletzungen verbunden – die “Ereignisrate” betrug 1,65 vs. 1,26 pro 100 Personenjahre – bei den Anwendern gegenüber den Nicht-Nutzern.

Dies bedeutet durchschnittlich 1,65 vs. 1,26 Verletzungen bei 100 Personen über ein Jahr. Dies entspricht 165 vs. 126 Verletzungen pro 10.000 Personen. Der Einsatz von antipsychotischen Medikamenten stand auch mit einem 22% höheren Risiko für traumatische Hirnverletzungen (Schädel-Hirn-Traumata) in Verbindung – 0,90 vs. 0,72 pro 100 Personenjahre.

Beim Vergleich der Antipsychotika hatten Quetiapin-Benutzer ein 60% höheres Risiko für ein Schädel-Hirn-Trauma als Risperidon-Benutzer.

Menschen mit Alzheimer-Krankheit haben ein höheres Risiko für Stürze, Kopfverletzungen und Schädel-Hirn-Traumata und eine schlechtere Prognose nach diesen Vorfällen im Vergleich zu Personen ohne Alzheimer-Krankheit. Daher ist es wichtig, ein erhöhtes Risiko durch Antipsychotika in dieser gefährdeten Bevölkerungsgruppe möglichst zu vermeiden, sagte der leitende Autor Vesa Tapiainen von der Universität von Ostfinnland.
© arznei-news.de – Quellenangabe: Journal der American Geriatrics Society – https://doi.org/10.1111/jgs.16275.



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