Aromatasehemmer von Nutzen für prämenopausale Frauen mit Brustkrebs?

Bei prämenopausalen Frauen mit Ovarialsuppression sinkt das Risiko für ein Wiederauftreten von Brustkrebs unter Aromatasehemmern im Vergleich zu Tamoxifen

12.02.2022 Bei prämenopausalen Frauen mit Östrogenrezeptor (ER)-positivem Brustkrebs, die eine Ovarialsuppression erhalten, ist die Verwendung eines Aromatasehemmers anstelle von Tamoxifen mit einem geringeren Risiko für ein Wiederauftreten der Krebserkrankung verbunden laut einer in The Lancet Oncology veröffentlichten Studie.

Die Studie

Rosie Bradley von der University of Oxford in Großbritannien und Kollegen führten eine Metaanalyse der Daten einzelner Patientinnen aus randomisierten Studien durch, in denen Aromatasehemmer mit Tamoxifen über drei oder fünf Jahre bei prämenopausalen Frauen mit ER-positivem Brustkrebs verglichen wurden, die eine Ovarialsuppression oder Ovarialablation erhielten.

An den Studien nahmen 7.030 Frauen mit ER-positiven Tumoren teil, mit einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 8,0 Jahren.

Brustkrebsrezidiv

Frauen in der Studie, die nach dem Zufallsprinzip einem Aromatasehemmer zugewiesen wurden, wiesen eine niedrigere Rate an Brustkrebsrezidiven auf als Frauen, die Tamoxifen erhielten (rate ratio [RR]: 0,79).

Der Hauptnutzen trat in den Jahren 0 bis 4 auf (RR: 0,68), mit einer absoluten Verringerung des Fünfjahres-Rückfallrisikos um 3,2 Prozent (6,9 gegenüber 10,1 Prozent).

In den Jahren 5 bis 9 oder über das Jahr 10 hinaus gab es keinen weiteren Nutzen oder Verlust des Nutzens. Auch das Risiko eines Fernrezidivs wurde durch Aromatasehemmer verringert (RR: 0,83).

Zwischen den Behandlungen gab es keine signifikanten Unterschiede bei der Brustkrebssterblichkeit, dem Tod ohne Rezidiv oder der Gesamtmortalität. Unter Aromatasehemmern traten mehr Knochenbrüche auf als unter Tamoxifen (RR: 1,27).

Obwohl diese Metaanalyse keinen Unterschied in der Brustkrebs- oder Gesamtmortalität zwischen den beiden Behandlungsgruppen ergab, könnte dieser ausgebliebene Unterschied durch die begrenzte Dauer der Nachbeobachtung erklärt werden, schreiben die Autoren.

© arznei-news.de – Quellenangabe: The Lancet Oncology – DOI:https://doi.org/10.1016/S1470-2045(21)00758-0





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